Regenfälle

Hochwassergefahr: Biberdamm wird abgesenkt

Wegen Hochwassergefahr musste ein Biberdamm in Hanau abgesenkt werden. Die Tiere beginnen nun mit den Reparaturarbeiten. (Symbolbild)
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Wegen Hochwassergefahr musste ein Biberdamm in Hanau abgesenkt werden. Die Tiere beginnen nun mit den Reparaturarbeiten. (Symbolbild)

Ein Biberdamm wird wegen starken Regenfällen in Hanau abgesenkt. Experten rechnen aber nicht damit, dass die Tiere dadurch vertrieben werden.

  • Wegen starken Regenfällen wird die Absenkung eines Biberdammes in Hanau angeordnet.
  • Fachleute gehen davon aus, dass die Biber zeitnah mit den Reparaturarbeiten beginnen werden.
  • Eine Vertreibung des Tieres durch die nötigen Arbeiten wird nahezu ausgeschlossen.

Hanau - Nachdem es in den vergangenen Tagen zu starken Regenfällen kam und deshalb die Hochwassergefahr in Hanau zunahm, musste der Biberdamm an der Oderstraße abgesenkt werden. „In solchen Fällen hat der Hochwasserschutz Vorrang“, erklärt Stadtrat Thomas Morlock. Das Absenken des Biberdamms am Fallbach direkt neben der Oderstraße in Hanau war am Donnerstag (24.12.2020) notwendig geworden. Es sei erfahrungsgemäß damit zu rechnen, dass der Biber trotz des Eingriffs nicht vom Fallbach vertrieben werde. „Dort besteht ein ausreichendes Nahrungsangebot, zudem wurde das entnommene Dammbaumaterial vor Ort belassen“, so Morlock weiter.

Regenfälle in Hanau: Wasserspiegel wird durch Rückbau eines Biberdammes gesenkt

Mit ersten Reparaturarbeiten des Bibers rechnen die Fachleute laut der Stadt Hanau schon in den kommenden Nächten, wenn die Abflussmengen nach den starken Niederschlägen der vergangenen Tage zurückgegangen sind. Die Lage werde in den kommenden Tagen genau beobachtet. Der Wasserspiegel wurde durch den gezielten Rückbau der Dammkrone nur soweit abgesenkt, dass der für den Biber wichtige Eingang zu seiner Burg nach wie vor unterhalb der Wasseroberfläche liegt, wie die Stadt mitteilt.

Das Absenken des Biberdamms am Fallbach in Hanau erfolgte auf Anordnung der Unteren Wasserbehörde des Main-Kinzig-Kreises. Befürchtet wurden Überflutungen von Wohn- und Gewerbeflächen, da an den beiden Tagen zuvor bereits erheblicher Niederschlag gefallen war. Dass bei Überflutungsgefahr solche Eingriffe erforderlich sind, war bereits bei einem gemeinsamen Ortstermin bewusst geworden. Daran hatten Ende September die Obere und Untere Wasserbehörde sowie die Untere Naturschutzbehörde (Gewässerberatung) und der Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) teilgenommen, wie die Stadtverwaltung verrät. „Dabei wurde vereinbart, den neu entdeckten Damm zunächst zu belassen und abzuwarten, ob es zu kritischen Auswirkungen hinsichtlich des Abflusses kommt“, sagt HIS-Betriebsleiter Markus Henrich.

Hochwassergefahr in Hanau: Situation verschärfte sich am 23. Dezember

Bis zum Anstieg der Abflussmengen infolge erhöhter Regenmassen habe es „keinen Anlass gegeben einzugreifen“, erklärt Henrich. Die Situation am Fallbach in Hanau wurde laut der Stadt mehrmals pro Woche kontrolliert und dabei keine kritische Situation erkannt. Dies änderte sich allerdings am 23. Dezember. Die Untere Wasserbehörde erhielt Anrufe von besorgten Anwohnern, die eine Überflutung ihrer Anwesen befürchteten. Die Wasserbehörde bat daraufhin die Stadt Hanau, die Situation durch das Absenken des Biberdammes zu entschärfen.

Da ein Eingriff am selben Abend nicht mehr möglich war, wurde der Biberdamm an Heiligabend (24.12.2020) durch eine Baufirma um einige Dezimeter abgesenkt. Das Unternehmen wurde den Angaben der Stadt Hanau zufolge ausdrücklich angewiesen, den Damm nur abzusenken und das entnommene Material vor Ort zu belassen. „Damit soll der Biber nach Ablaufen der aufgestauten Wassermengen ausreichend Baumaterial für Reparaturarbeiten zur Verfügung haben“, sagt Stadtrat Morlock.

Damm in Hanau wird abgesenkt: Keine Gefahr für den Eingang der Biberburg

Nach Entnahme des oberen Dammmaterials senkte sich der Wasserspiegel um das gewünschte Maß, sodass die Überflutungsgefahr deutlich abnahm. „Der Wasserspiegel wurde jedoch nicht so weit abgesenkt, dass Gefahr für den Eingang zur Biberburg bestand“, berichtet Morlock. Die Biberburg befindet sich nördlich der Autobahn 66 am sogenannten Flugplatzgraben, einem Seitenzufluss des Fallbaches, über den die größeren Wassermengen abfließen.

Ähnliche Eingriffe wie am Fallbach in Hanau hatte die Untere Wasserbehörde bereits an der Gründau in Langenselbold und am Krebsbach in Bruchköbel veranlasst. In allen Fällen wird erwartet, dass der Biber seine Dammbauten wieder herrichtet. Nicht auszuschließen ist aber auch, dass ein ähnliches Vorgehen erneut notwendig ist, wenn die Abflussmengen durch weitere Regenfälle stark zunehmen. „Sollten sich Fälle mit Überflutungsgefahr häufen, sind gegebenenfalls wasserbauliche Maßnahmen erforderlich, um ein wiederholtes Eingreifen zu verhindern“, sagt der Stadtrat.

„In und um Hanau besteht das generelle Problem im geringen Sohlgefälle der Gewässer, das in den meisten Fällen unterhalb von einem Prozent liegt“, erklärt Michael Ruess, zuständiger Abteilungsleiter für Abwasserbeseitigung und Hochwasserschutz bei der HIS. Das bedeutet: Die Auswirkungen einer 1 Meter hohen Barriere wirken sich noch mehr als 100 Meter oberhalb aus, während bei einem Gebirgsbach mit einem Gefälle von 10 Prozent die Auswirkungen bereits nach 10 Metern nicht mehr festzustellen sind. (tob)

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