Logo kommt aufs Handball-Trikot

HSG Hanau wirbt für „Demokratie leben!“: Ein Projekt mit großer Strahlkraft

Starkes Team: Uwe Just, Anna Jagust (AWO-Stadtverband), Jannik Ruppert, Stephan Pillmann, Autor Mounir Zitouni und Hannes Geist (von oben links nach unten rechts).
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Starkes Team: Uwe Just, Anna Jagust (AWO-Stadtverband), Jannik Ruppert, Stephan Pillmann, Autor Mounir Zitouni und Hannes Geist (von oben links nach unten rechts).

Die HSG hat den Namen der Stadt Hanau in der Aufstiegsrunde zur 2. Handball-Bundesliga deutschlandweit vertreten. Die Mannschaft sorgte unter anderem in Potsdam, Krefeld und gegen Kaiserslautern für Aufsehen. Aber nicht nur sportlich, auch wenn es mit dem Aufstieg nicht klappte, entwickeln sich die Drittliga-Handballer weiter und erfinden sich auch neben dem Platz neu.

Hanau – Nachdem sich Hauptsponsor VW Automobile Frankfurt zu Beginn der Corona-Pandemie verabschiedet hatte, machte man kurzerhand die eigenen Fans zum Trikotsponsor. Das Logo des Blauen Blocks, der treuesten HSG-Fans, zierte das Trikot der Spieler. Diesen Platz nimmt künftig der Schriftzug „Demokratie leben!“ ein.

HSG Hanau will gesellschaftliche Verantwortung übernehmen

Die HSG stellt die Trikotfläche kostenfrei zur Verfügung und übernimmt so in hohem Maße gesellschaftliche Verantwortung. „Mit dem "Demokratie-leben!"-Projekt beginnt eine Kooperation, die es im deutschen Sport in dieser Form noch nicht gegeben hat“, teilte der Verein gestern nicht ohne Stolz mit.

„Vorsicht Vorurteile – Demokratieförderung im Sport“ nennt sich das langfristig angelegte Projekt, mit dem sich die HSG ab der Saison 2021/22 vor allem an junge Menschen richten möchte. „Ein zentraler Bestandteil ist eine umfangreiche Kooperation mit dem Bundesprogramm "Demokratie leben!" das durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert ist“, heißt es von Vereinsseite aus.

Hanaus OB spricht von einem „Leuchtturmprojekt

Oberbürgermeister Claus Kaminsky spricht von einem „Leuchtturmprojekt für Hanauer Sportvereine, das ein herausragendes und sehr bedeutendes Projekt für Hanau darstellt“. Uwe Just erklärt, dass bei den Überlegungen des Vereins auch der rassistische Anschlag in der Brüder-Grimm-Stadt eine große Rolle gespielt hat.

„Das Attentat vom 19. Februar 2020 hat Hanau für immer verändert. Nicht zuletzt deshalb möchte die HSG Hanau über ihr bisheriges Maß hinaus gesellschaftliche Verantwortung übernehmen“, sagte der HSG-Vorsitzende. Daher wird der Verein mit weiteren Partnern zusammenarbeiten. Zum Beispiel mit dem AWO-Stadtverband Hanau, der für das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ in Hanau verantwortlich ist.

„Wir wollen Menschen unterstützen, die eigene Ideen in Hanau umsetzen wollen“, wird Anna Jagust, Leiterin der Koordinierungs- und Fachstelle, die sich für die Umsetzung des Programms engagiert, in der HSG-Pressemitteilung zitiert.

Auch Ex-Fußballprofi  Mounir Zitouni ist an Bord. Er sagt im HA-Interview: „Manchmal braucht es einen ungewöhnlichen Impuls!“

Drittliga-Handballer Jannik Ruppert leitet das Projekt

Leiter des Demokratieprojekts bei der HSG wird Drittligaspieler Jannik Ruppert. „Ich finde es großartig, dass sich der Verein für dieses Thema so engagiert. Die HSG Hanau ist aufgrund ihres familiären Charakters schon immer mehr als ein Handballverein gewesen, mit ihrem zusätzlichen Engagement unterstreicht sie dies einmal mehr“, sagte der 24-Jährige, der Soziale Arbeit studiert. Ruppert wird zum Ende der Sommerferien mit dem Projekt starten. Zunächst erhalten alle C-Jugendlichen der HSG-Nachwuchs-Handballer im Alter von 13 bis 14 Jahren ein Mitmachangebot. Dabei geht es zunächst darum, welche Rechte Kinder überhaupt in einer Demokratie haben.

Neben der Kooperation mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ plant die HSG Hanau, Plätze für zwei Werksstudenten zu schaffen, die als „HSG Hanau Demokratie-Botschafter“ Handball-AGs in Schulen anbieten sollen. Auch eine Internetseite wird eingerichtet. (Von Thorsten Jung)

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