Huldigung an Krimikult

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Hanauer Künstler Jürgen Hans zeigt außergewöhnliche Karikaturen.

Hanau ‐ Als „kleiner Junge“, wie er sagt, malte er die üblichen Graffities und zeichnete die Helden seiner Comic-Hefte ab. Seine zweite große Liebe galt dem Kino. Im Gloria-Palast, dem damals größten und schönsten Kino Hanaus, war Jürgen Hans häufiger Gast. Von Dirk Iding

Besonders hatten es ihm die spannenden Edgar-Wallace-Reißer angetan, die er nur unter geschíckter Umgehung der Altersbeschränkung sehen konnte. Noch heute mag Jürgen Hans diese Schwarz-Weiß-Krimis, die den Künstler zu ungewöhnlichen Bildern inspirierten, die noch an den kommenden beiden Wochenenden in der Remisengalerie des Hanauer Kulturvereins am Schloss Philippsruhe gezeigt werden. „Thriller, Tee und Totenschädel“ lautet der Titel der Krimikult-Ausstellung mit Aquarellen des Hanauer Grafikers und Illustrators.

In der Ausstellung „Thriller, Tee und Totenschädel“ sind 21 Karikaturen von Stars wie Klaus Kinski aus den legendären Edgar-Wallace-Filmen zu sehen.

Jürgen Hans, der seine berufliche Laufbahn als Schauwerbegestalter begann und später in einer Werbeagentur als Grafiker arbeitet, ist heute als freischaffender Künstler, Grafiker und Illustrator für Verlage, Agenturen und private Auftraggeber tätig. Für diverse Fußball-Clubs, beispielsweise Borussia Mönchengladbach, entwarf er Maskottchen. Er gestaltet Trickfilme, Plattencover, illustrierte ein Kinderbuch und ist als Karikaturist tätig.

Motive passend zum Schwarz-Weiß-Look der Filme

Vom letzterem bekommen die Besucher der Ausstellung „Thriller, Tee und Totenschädel“ eine Kostprobe. Mit insgesamt 21 Karikaturen huldigt Jürgen Hans die Edgar-Wallace-Filmreihe. Die Hauptakteure seiner Bilder sind allesamt zu Schauspieler-Ikonen geworden, von Klaus Kinski bis Eddi Arendt. Er selbst nennt seine Figuren liebevoll ironisch seine „TV-Zombies“, weil sie aus zahllosen Fernsehwiederholungen stets wiederkehren.

Die Ausstellung ist noch bis einschließlich 14. Februar jeweils samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr in der Remisengalerie von Schloss Philippsruhe geöffnet.

All seine Motive sind passend zum Thema im Schwarz-Weiß-Look der Filme mit Aquarelltechnik auf Büttenpapier gebannt. Dabei vermeidet der Künstler jedoch den Einsatz von reinem Schwarz, sondern lässt die dunkelsten Schattierungen und Farbtöne aus einer Mischung aus Sepia und Phytalogrün oder Coelinblauton entstehen. So bekommen die Werke einen weichen, unverwechselbaren Charakter. Nur kleine Details werden sparsam mit Rot versehen.

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