Ikea will wachsen: Interesse an US-Kaserne

Hanau - (cs.) Der Möbelkonzern Ikea will seinen Standort Hanau offenbar ausbauen. Konkrete Pläne gibt es zwar noch nicht, fest steht aber: Der Einrichtungsriese möchte eine benachbarte Fläche der ehemaligen Hutier-Kaserne kaufen.

Großes Interesse am Standort Hanau hat nach Angaben der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) eine Marktsondierung für das Gelände der ehemaligen Kaserne im Stadtteil Lamboy ergeben. Alle US-Liegenschaften fallen an den Bund bzw. die BImA.

Von Oktober bis Mitte Dezember 2008 konnten interessierte Investoren im Internet Gebote für das Gelände oder Teilflächen der Hutier-Kaserne abgeben. Die Resonanz war nach Angaben der BImA sehr groß. „Wir haben knapp 3 000 Klicks auf der Webseite registriert und das Verkaufsexposé zum Hutier-Gelände wurde über tausendmal abgerufen“, erklärte Holger Kraft, Mitarbeiter der Verkaufssparte der BImA.

Ganz konkret hat der Möbelgigant Ikea sein Interesse am Kauf einer Teilfläche des Geländes angemeldet. „Wir wollen weiter in unseren sehr erfolgreichen Standort Hanau investieren und diesen damit nicht nur sichern, sondern für die Zukunft noch mehr ausbauen“, erläutert Simone Settergren, Pressereferentin bei Ikea Deutschland. „Denn wir sehen die Stadt Hanau und das gesamte Rhein-Main-Gebiet nach wie vor als Wachstumsmarkt innerhalb Deutschlands.“

Nach Aussagen der BImA müsste planungsrechtlich noch vieles konkretisiert werden, um den Anfragen begegnen zu können. Das ehemalige US-Kasernengelände Hutier wurde bereits im Dezember 2007 von der US-Armee an den Bund übergeben. „Wie alle Gelände, die aus ehemaliger militärischer Nutzung kommen, ist Hutier planungsrechtliches Niemandsland“, erklärt Martin Bieberle, im Hanauer Rathaus Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung. „Das bedeutet, das Planungsrecht muss erst von der Stadt geschaffen werden, um das Gelände einer zivilen Nutzung zuzuführen.“

Für interessierte Firmen, die sich in Hanau ansiedeln wollen, ist die Planungssicherheit daher von großer Bedeutung. „Wir arbeiten gemeinsam mit der BImA daran, geeigneten Investoren den Weg in die Stadt zu ebnen“, so OB Claus Kaminsky. Dazu ist eine Kooperationsvereinbarung mit der BImA angestrebt (wir berichteten).

Für einen 3,6 Hektar großer Bereich der Hutier-Kaserne steht eine neue Nutzung bereits fest. Dort wird bekanntlich ein Gefahrenabwehrzentrum gebaut, dessen Herzstück die neue Hauptfeuerwache bilden wird. Die Wache inklusive Fuhrpark und Werkstätten, die bisher nahe dem Westbahnhof untergebracht sind, werden im Laufe des nächsten Jahres auf das Gelände im Stadtteil Lamboy umziehen.

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