„Einkaufsstadt mit Magnetwirkung“ - Hanau steckt Millionen in Umbau

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Eine mögliche Variante für eine Bebauung des Karstadt-Areals (links im Bild) als Computer-Simulation neben seinem Einkaufs- und Bibliothekszentrum (rechts).

Hanau - Hanaus Rathaus-Chef Claus Kaminsky hat große Pläne: Seine Kommune soll eine „Einkaufsstadt mit Magnetwirkung“ werden. Insgesamt sollen rund 300 Millionen Euro in die Innenstadt gesteckt werden. Fachleute nennen das Vorhaben in Ausmaß und Vorgehensweise bundesweit beispiellos.

Der Innenstadt-Umbau in Hanau wird größer als zunächst geplant. Da noch zwei große, brachliegende Immobilien hinzukommen, steigt das Investitionsvolumen für alle Projekte von etwa 220 auf insgesamt 300 Millionen Euro. Dies teilte die Stadt am Montag mit. Die Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB) als Investor, die von der Stadt im Mai 2010 den Zuschlag für den City-Umbau bekam, übernahm nun auch die Karstadt- und Barthel- Immobilie. Das Karstadt-Haus steht seit März 2010 leer. Das nun geplante Einkaufszentrum lässt die Verkaufsfläche von 15.000 auf 25.000 Quadratmeter anwachsen. Fachleute nennen das Vorhaben in Ausmaß und Vorgehensweise bundesweit beispiellos.

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Stadtgespräch.

Die Bauarbeiten am Freiheitsplatz sollen im Frühjahr 2012 beginnen, zu Ostern 2014 wollen die Macher alles fertig haben. Allein am Freiheitsplatz und in seiner Umgebung sollen etwa 150 Millionen Euro verbaut werden. Es geht um zwei große Einkaufszentren, ein Literatur-Quartier mit Bibliothek, eine zweigeschossige Tiefgarage mit rund 500 Parkplätzen und um die Neugestaltung des Zentralen Omnibusbahnhofs. Im Handelssektor sollen bis zu 900 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, kündigte Hanaus Wirtschaftsdezernent Ralf-Rainer Piesold (FDP) an.

„Zurückgewinnen, was wir schon hatten“

Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) sagte, der Investitionsanteil aus öffentlichem Geld liege bei gerade einmal rund 30 Millionen Euro. Der Stadtpolitiker will Hanau als Oberzentrum und attraktiven Handelsstandort im östlichen Rhein-Main-Gebiet stärken. „Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten als Einkaufsstadt vor allem an Qualität verloren. Wir wollen zurückgewinnen, was wir schon hatten“, sagte Kaminsky. Die zuletzt in Hanau eröffneten Einkaufszentren ergänzten sich mit den aktuellen Plänen am Freiheitsplatz. „Die behindern sich nicht“, befand Hanaus Stadtentwicklungsexperte Martin Bieberle.

Bei der großangelegten Innenstadt-Neugestaltung aus einem Guss plant Hanau gleich ein ganzes Bündel an Maßnahmen. Es geht um die Bereiche Wohnen, Verkehr, Einkaufen, Gastronomie, Freizeit und Kultur. Fünf Plätze sollen neu gestaltet werden. Die gesamte Fläche umfasst 45 Hektar. Fachleute nennen das Vorhaben in Ausmaß und Vorgehensweise bundesweit beispiellos.

Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen

Begonnen werden soll mit ersten Bauarbeiten noch in diesem Jahr. Zunächst wird ein Kino mit acht Sälen errichtet, neugestaltet wird auch der Marktplatz vor dem Rathaus. Zur Kaufsumme für die Karstadt- Immobilie in der City wollte HBB-Geschäftsführer Harald Ortner keine Angaben machen. Durch das neue, am Montag präsentierte Konzept am und um den Freiheitsplatz rechnet Ortner mit „größerer Zugkraft“ für den Hanauer Handel. Von den Anteilen des Einkaufszentrums Postcarré trennte sich der Investor indes.

dpa

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