Löschwasser aus Main

Babbelnachmittag über Historie der Klein-Auheimer Feuerwehr

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Mit vielen historischen Fotos garnierte Gerd Wolf seinen Vortrag über die Klein-Auheimer Feuerwehr beim jüngsten Babbelnachmittag des Heimat- und Geschichtsvereins.

Klein-Auheim -  Die Feuerwehr war Thema beim jüngsten Babbelnachmittag, zu dem der Klein-Auheimer Heimat- und Geschichtsverein ins Zentrum für Ortsgeschichte eingeladen hatte. Dazu hatte der alt gediente Feuerwehrkamerad Gerd Wolf auch jede Menge historische Fotos mit dabei. Von Holger Hackendahl 

Das 81-jährige Mitglied der Ehren- und Altersabteilung der Freiwilligen Klein-Auheimer ging in seinen Ausführungen auch auf den Großbrand im August 1887 ein, als „der halbe Ort abbrannte“. Denn die Möglichkeiten, einem solchen Großfeuer zu begegnen, waren noch sehr eingeschränkt. Feuerwehrspritzen – wenn es sie denn schon gab – waren noch sehr einfach und kräftezehrend zu betätigen. „Ausgelöst wurde der Brand damals von spielenden Kindern, die in einem Haus im Mühlfeld gezündelt hatten,“ so Wolf. Die Folgen waren verheerend für den kleinen Ort. Viele Häuser brannten bis auf die Grundmauern ab. Wolf erläuterte auch, wie einst – noch vor Gründung der Feuerwehr - gelöscht wurde. Jeder Haushalt hatte zwei Feuereimer aus Geflecht zum Löschwassertransport Zuhause zu haben, zitierte Wolf einige Passagen aus der Groß-Steinheimer Feuerlöschordnung von 1843. Und brannte es, so wurde „in Kette gelöscht“ durch Weitergabe von oft auch aus dem Main gefüllten Wassereimern.

„In den 1860er Jahren wurde eine erste Löschspritze angeschafft. Damals noch sehr einfach, der Löschwasserkasten war schnell leer und daran war nur ein kurzer Schlauch aus Leinen, der erst mal viel von dem Löschwasser aufsaugte“, berichtete der 81-Jährige. Mit dem industriellen Fortschritte verbesserten sich Kapazität und Spritzstärke der später dann auch motorisierten Löschspritzen.

1935/36 wurde das Klein-Auheimer Feuerwehrhaus am heutigen Standort an der Seligenstädter Straße gebaut. Mehrfach hatte sich der Bau von Gerätehaus und Schlauchturm verzögert. 1932 wurde wegen noch fehlender Räumlichkeiten eine Motorspritze bei der Hessischen Gummiwarenfabrik Peter untergestellt, bei der es, wie alte Fotos beweisen, selbst mehrfach gebrannt hatte, etwa im Jahr 1912.

Bilder: Waldbrand-Übung der Feuerwehr

Für Schmunzeln sorgten schwarz-weiß Aufnahmen, die zeigten, wie unter großer Anteilnahme der Bevölkerung Löschübungen an alten Autos durchgeführt wurden. Im Anschluss – nachdem sehr zur Freude der umher springenden Kinder – alle C-Rohe unter dem Befehl „Wasser Marsch“ spritzten und schlussendlich der Brand am Automobil gelöscht war, bescheinigte der damalige Ortsbrandmeister Ehatt den stolzen Wehrleuten die „Mustergültigkeit der Übung“.

Aufnahmen von einem Einsatz nach einem starken Sturm Ende der 50er Jahre gehörten ebenso zum Vortrag wie Wolfs Erinnerungen an den Großbrand bei Sieger-Wellpappe und die Rettung eines in ein Eternitdach eingebrochenen Wehrkameraden.

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