Tiere unbedingt angeleint lassen

Jägerschaft warnt Hundebesitzer: Fuchsräude grassiert

Steinheim/Klein-Auheim -   Während der vom 1. März bis 15. Juni dauernden Setz- und Brutzeit müssen Hundebesitzer ihre Tiere im Wald zwar grundsätzlich anleinen, aber derzeit gibt es dazu noch einen weiteren guten Grund. Von Dirk Iding

Mit diesen Schildern warnt die Jägerschaft vor der grassierenden Fuchsräude. - Foto: Iding

In den Jagdrevieren von Klein-Auheim, Steinheim, Hainburg und Lämmerspiel ist die so genannte Fuchsräude aufgetreten. Fuchsräude ist eine für Füchse in den meisten Fällen tödlich verlaufende Krankheit, mit der sich auch Hunde infizieren können. Das geschieht nicht nur beim direkten Kontakt mit infizierten Tieren, sondern mitunter genügt es schon, dass Hunde durchs Unterholz streifen, in dem zuvor von Fuchsräude befallene Füchse unterwegs waren, warnt der Steinheimer Jäger Martin Birkenfeld. Deshalb hat die örtliche Jägerschaft in ihren Revieren laminierte Warnschilder aufgehängt, die auf die Gefahr hinweisen. „Das haben wir während unserer jüngsten Hegeversammlung beschlossen,“ erklärte Birkenfeld auf Nachfrage unserer Zeitung. Hintergrund sei der Fund einer großen Zahl von toten Füchsen, die offenbar an der tückischen Krankheit verendet sind. Bei der Fuchsräude handelt es sich um eine parasitäre Hauterkrankung, die durch eine Milbe übertragen wird. Sie führt in den Regel innerhalb von drei Monaten zum Tod des befallenen Fuchses. „Im Moment scheint diese Krankheit fast deutschlandweit zu grassieren“, vermutet Martin Birkenfeld. Die Folgen für die Fuchspopulation seien gravierend. In seinem eigenen Jagdrevier habe er schon seit Monaten keinen lebenden Fuchs mehr beobachten können, berichtete Birkenfeld gestern. Dabei seien Füchse dort ansonsten durchaus häufig anzutreffen.

Besorgniserregend sind auch Meldungen aus dem Harz und dem Kaufunger Wald. Dort wurden mittlerweile rund ein halbes Dutzend Luchse gefunden, die ebenfalls an der Fuchsräude verendet sind. Auch Hundebesitzer sollten derzeit überaus wachsam sein. Zwar kann die Fuchsräude, wenn sie rechtzeitig entdeckt wird, relativ einfach vom Tierarzt behandelt werden, aber das gesamte häusliche Umfeld des betroffenen Hundes muss anschließend aufwändig desinfiziert werden, um eine neuerliche Übertragung der Krankheit durch die Milbe mit dem wissenschaftlichen Namen Sarcoptes scabiei zu verhindern.

Die schrägsten Tiere der Welt

Die Räudemilbe verursacht bei dem betroffenen Tier eine allergische Reaktion, die mit einem starken Juckreiz einhergeht. Deshalb kratzen oder beißen die Füchse sich und es kommt so zu offenen Wunden, die weit über die von den Milben unmittelbar verursachten Schäden der Haut hinausgehen. Häufig treten dann auch noch Sekundärinfektionen auf, der Fuchs verendet qualvoll.

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