Ungewiss, was aus Restaurant an Fasanerie wird

Jagdhaus am Wildpark: Das Warten auf das Gutachten

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Seit vielen Monaten ist das Restaurant Jagdhaus am Klein-Auheimer Wildpark geschlossen. Ein bauliches Gutachten über das Gebäude steht noch aus.

Klein-Auheim - Rund 200.000 Menschen besuchen jährlich den Wildpark „Alte Fasanerie“, eines der beliebtesten Freizeitangebote in der gesamten Region. Für ihre Bewirtung gibt es im Tierpark lediglich Imbissbuden. Von Christian Spindler 

Das Restaurant an der Fasanerie indes ist seit vorigem Herbst geschlossen. Wann es wieder eröffnet wird - und ob überhaupt - ist mit Fragezeichen versehen. Sigrun Brell von der Forstamtsleitung in Wolfgang muss warten. „Das geht alles relativ zäh“, sagt sie mit hörbarer Ungeduld, und das sei „unbefriedigend“. Denn noch immer steht ein Gutachten über das frühere Jagdhaus unterhalb des Wildpark-Eingangs aus, das das gleichnamige Lokal beherbergte. Zuletzt war es kein Aushängeschild für den viel besuchten Tierpark. Seit September letzten Jahres ist es zu. Und so wie es ist, sei das denkmalgeschützte Anwesen „nicht verpachtungsfähig“, sagt Brell.

Die beauftragten Experten unter Leitung eines Architekten seien „noch immer bei der Bestandsaufnahme“. Sie sollen, wie berichtet, prüfen, was in und an dem Gebäude gemacht werden muss, um es wieder für eine Gastronomie zu nutzen - und vor allem: Was das kostet. Derweil gehen immer wieder Anfragen auch bei unserer Redaktion ein, was denn nun aus dem Lokal wird. Ziel sei es, so Brell, das Gebäude so herzurichten, dass es an einen Gastwirt verpachtet werden kann. Ebenso wie der Wildpark gehört auch das Jagdhaus dem Land Hessen. Zuständig ist das Staatliche Forstamt in Wolfgang.

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Unter anderem sollen die Baufachleute untersuchen, ob und mit welchem Aufwand das Obergeschoss wieder nutzbar gemacht werden kann. Dort gibt es einen Saal, der einst für Festlichkeiten der Jagdgesellschaften in dem aus dem Jahr 1705 stammenden Gebäude diente. Seit langem war er ungenutzt. Der Lokalbetrieb lief im Erdgeschoss. Der bauliche Aufwand, um das Jagdhaus für eine Gastronomie herzurichten „muss aber finanzierbar sein“, sagt Sigrun Brell offenbar in Vorahnung, dass er erheblich sein könnte. Das lasse sich aber erst beziffern, „wenn der Ergebnisbericht des Architekten vorliegt“. Daher weiß im Moment niemand so recht, wie es weitergeht. Für die Wildpark-Besucher steht mittlerweile im Tierpark selbst eine Imbissshütte zur Verfügung, zudem gibt es Hot-Dog- bzw. Crêpes- und Eiswagen.

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Unabhängig vom Sanierungsaufwand am Gebäude müssten allein das historische Ambiente und die Lage des Jagdhauses direkt am Wildpark im Grünen nebst Biergarten eigentlich erfolgversprechend für ein Lokal sein. Die Nachfrage von Gastronomen sei nach Bekanntwerden der Schließung auch groß gewesen, berichtet Brell. „Es gab einen Run auf das Ensemble.“ Unter den Interessenten sei auch „der ein oder andere“, dem man den Betrieb des großen Lokals zutraue. Aber offenbar müssten auch potenzielle Pächter kräftig investieren, heißt es.

Doch da das bauliche Gutachten aussteht, kann Forstamts-Bereichsleiterin Brell im Moment ohnehin nicht in die Pächtersuche bzw. Ausschreibung einsteigen, zumal ja nicht einmal feststeht, ob der Sanierungsaufwand finanzierbar ist. Derzeit gebe es aber „keine Alternativszenarien“ zu einem Lokal im Jagdhaus, sagt Sigrun Brell. Das Warten geht also vorerst weiter.

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