Jetzt gilt’s für die CDU

Hochmut kommt vor dem Fall. Im Fall der Langenselbolder CDU müsste es wohl heißen: Hochmut kommt vor der Wahl. Bei der jedenfalls haben die Christdemokraten jetzt die Quittung für ihre Hinterzimmer-Politik bekommen. Geschlossen haben sich bei der Stadtratswahl am Montagabend alle anderen Fraktionen im dritten Wahlgang hinter den parteilosen Kandidaten Benjamin Schaaf gestellt – und damit gegen die CDU und ihren Kandidaten Gerhard Groß. Dass die CDU-Fraktion noch nicht einmal geschlossen für ihren eigenen Bewerber votiert hat, spricht Bände.

Es ist das Ende eines angekündigten politischen Niedergangs. Jürgen Heim von den Freien Wählern sprach von einer Provinzposse. Nach der verloren gegangenen Bürgermeisterwahl ist die CDU nun auch den Stadtratsposten los. Ein Debakel mit Ansage, aber dennoch so unglaublich, dass man sich als Zuschauer in der Klosterberghalle immer wieder die Augen reiben musste, mit welcher Überheblichkeit und Siegessicherheit die Partei um Gerhard Mohn hier trotzdem auftrat.

Dass die Sozialdemokraten einstimmig für Schaaf votierten, zeugt von gesundem Menschenverstand und dem Wissen, dass diese große Koalition ohnehin bald Geschichte sein wird. Dass Schaaf der erfahrenere Verwaltungsmann ist, steht außer Frage. Dass er dazu auch noch parteilos ist, dürfte bei den Sozialdemokraten für allerbeste Laune sorgen.

Und jetzt? Die CDU muss sich sofort trennen von Heck, Mohn & Co., die einen politischen Fehler nach dem anderen gemacht und Partei und Fraktion damit sehenden Auges – und das macht es so besonders schlimm – geschadet haben. Jetzt sind mit Tobias Dillmann, Heiko Kasseckert, Josef Tanzer und Jörg Muth die Gesichter der Langenselbolder CDU gefragt, die in der Vergangenheit für eine beständige, seriöse und inhaltlich starke Politik gestanden, sich in den vergangenen Wochen aber beschämt abgewandt haben. Nur sie können jetzt verloren gegangene Glaubwürdigkeit wieder herstellen.

Von Yvonne Backhaus-arnold

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