"Jugend forscht" in Hanau: Zahnpasta mit Colageschmack

Mit ihren Forschungen zu Bioplastik erreichten Philipp Julian Schmidt und Sumeja Salidzik Platz drei.
+
Mit ihren Forschungen zu Bioplastik erreichten Philipp Julian Schmidt und Sumeja Salidzik Platz drei.

Alternativen zum Plastik oder Zahnpasta in neuen Geschmacksrichtungen: Beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ haben Schüler aus Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis ihre kreativen Ideen vorgestellt. Sechs Projekte dürfen in die nächste Runde.

Hanau – Philipp Julian Schmidt und Sumeja Salidzik von der Karl-Rehbein-Schule hat das Problem des Plastikmülls umgetrieben. Seit Anfang 2019 haben sie sich deshalb weit über ihre Unterrichts-AG hinaus zusammengetan, um ein umweltfreundlicheres Material zu entwickeln. Und die beiden wurden fündig bei der Suche nach Alternativen zum herkömmlichen Plastik, schufen biologisch abbaubaren Rohstoff zur Fertigung von Kunststoffalternativen. Becher zum Beispiel, die sich rückstandslos auflösen. Noch sind die beiden nicht am Ende der Entwicklung ihres neuen Werkstoffes angelangt. Aber sie forschen weiter, um die Ergebnisse zu optimieren. Und die bisherige Forschungsarbeit hat die Jury beim Regionalwettbewerb Rhein-Main Ost von „Jugend forscht“ und „Jugend experimentiert“ am Samstag mit einem dritten Platz honoriert.

32 Projekte haben Schüler aus Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis in der Kantine der Hanauer Firma Heraeus vorgestellt. Heraeus ist seit nunmehr zehn Jahren Pate des Wettbewerbes. Nach der eingehenden Beratung der Jury hieß es für sechs Projekte: eine Runde weiter. Die ausgewählten Forschungsarbeiten nehmen Ende März und Anfang April am Landeswettbewerb teil und haben so auch Chancen auf den Bundesentscheid.

Eine durchaus realistische Aussicht, sagt Tore Prang von Heraeus. Der Regionalpatenbeauftragte und Wettbewerbsleiterin Judith Jeuck von der gastgebenden Firma wissen: „Wir hatten schon Landessieger und auch Bundessieger.“ Warum also nicht auch in diesem, dem 55. Wettbewerb dieser Art.

Anspruchsvolle Themen gab es von den 56 teilnehmenden Schülern in der Kantine des Unternehmens jede Menge, wo die Jury den Samstagvormittag nutzte, um sich die Forschungsarbeiten und Experimente eingehend erklären und demonstrieren zu lassen, um diese anschließend zu bewerten.

Beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ haben Schüler aus Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis in der Kantine der Firma Heraeus ihre Projekte vorgestellt. Fotos: Kögel

Mit Platz drei wurde auch die wohlschmeckende Zahnpasta von Tim Kreuzer, Dennis Espig und Leonardo Falcone (Kopernikusschule Freigericht) belohnt. Denn wenn die Zahnpasta schmeckt, dann macht auch das Zähneputzen mehr Spaß, finden die Jugendlichen. Und die jungen Forscher schufen durchaus interessante Geschmacksalternativen mit entsprechenden Aromen. Zuckerfrei, versteht sich. Erdbeergeschmack lag vorne in der Gunst des Publikums, gefolgt von Cola und Cranberry.

Um den Geschmack drehte es sich auch bei der Entwicklung eines neuen, gesunden Trendgetränkes aus verschiedenen Teesorten und Säften. Jorge Hartmannshenn vom Großkrotzenburger Kreuzburggymnasium hatte seine Idee umgesetzt und die Jury damit überzeugt. Es gab einen ersten Platz und damit die Teilnahme am Landeswettbewerb. Die hat sich auch Samuel Pütz, ebenfalls vom Franziskanergymnasium, gesichert mit seiner Wegeplanung für Grundschulkinder in Hainburg. Ein Projekt, das sogar realisiert werden soll, wenn sich denn Sponsoren für das Vorhaben finden lassen. Die Juroren jedenfalls waren überzeugt von der Idee.

Mit seiner umweltfreundlichen Alternative zu den gängigen Raumkühlungssystemen empfahl sich Samuel Müller von der Rabenau-Maurus-Schule in Fulda für den Landeswettbewerb. Das „Brain-Dating“, eine Möglichkeit zum Lernen mit mehr Spaß und Effizienz, entwickelt von Timo Skrobanek, Nico Graete und Felix Jannik von der Ludwig-Geißler-Schule Hanau, geht ebenfalls in das landesweite Rennen, an dem auch das Forschungsprojekt von Mathea Pütz (Kreuzburggymnasium) über die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die Bodenorganismen teilnehmen darf. Eine Arbeit, die die Jury auch mit dem interdisziplinären Preis bedachte.

VON DIETER KÖGEL

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare