„Feiern, wie wir sie kennen“ vorerst nicht möglich

Kaminsky lässt Hoffnungen zerplatzen: Sommernacht und Weinfest abgesagt

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Heute unvorstellbar: Dicht an dicht saßen die Menschen 2019 bei der Wilhelmsbader Sommernacht. Auch unter veränderten Bedingungen ist die Veranstaltung für OB Kaminsky dieses Jahr undenkbar. Deswegen wurde die über alle Maßen beliebte Veranstaltung jetzt abgesagt. Auch das Hanauer Weinfest findet nicht statt.

Trotz der beschlossenen Lockerungen tritt die Stadt Hanau weiter auf die Bremse. Die diesjährige Sommernacht sowie das Weinfest sind laut einer Mitteilung von Mittwoch abgesagt.

„Feiern im privaten Umfeld sowie Feste und Veranstaltungen im öffentlichen Raum werden kurz- und mittelfristig nicht mehr so möglich sein, wie wir sie kennen“, kommentiert Oberbürgermeister Claus Kaminsky laut Mitteilung die jüngsten Verordnungen der hessischen Landesregierung. Sofern in der Öffentlichkeit in den vergangenen Tagen der Eindruck entstanden sei, dass Feiern nach den jüngsten Lockerungen fast wieder wie zu Vor-Corona-Zeiten möglich sei, so sei dieser falsch. 

„Veranstaltungen sind – unabhängig von der Teilnehmerzahl – nur unter sehr strengen Auflagen erlaubt“, stellt Kaminsky klar. So seien zum Beispiel Anwesenheitslisten zu führen, der Mindestabstand einzuhalten oder die Weitergabe von Gegenständen auszuschließen. „Eine große Geburtstagsfeier ist unter diesen Gegebenheiten – auch im privaten Rahmen – quasi nicht möglich“, so der OB. 

Kaminsky: „Großveranstaltungen mit mehreren hundert Teilnehmern derzeit auch nicht angebracht“

Das Land Hessen hatte in der vergangenen Woche die Verhaltensregeln und Vorschriften für Zusammenkünfte jeder Art geregelt und zudem präzisiert, was unter jenen Großveranstaltungen zu verstehen ist, die nach einem Beschluss von Bundes- und Landesregierungen bis 31. August verboten bleiben (wir berichteten). Als Maßgabe für diese Großveranstaltungen hat das Land Hessen eine Teilnehmerzahl von 100 Personen festgesetzt. Es sind zwar auch mehr Teilnehmer möglich – allerdings nur ausnahmsweise, nach Genehmigung durch die zuständige Behörde (Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises) sowie unter kontinuierlicher behördlicher Überwachung. 

„Da es weiterhin darum geht, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, sind Großveranstaltungen mit mehreren hundert Teilnehmern derzeit auch nicht angebracht“, meint Kaminsky. Die Stadt Hanau hat deshalb laut Mitteilung entschieden, dass weitere städtische Veranstaltungen abgesagt werden müssen. Betroffen sind unter anderem das Wilhelmsbader Wochenende mit der Sommernacht (24. bis 26. Juli) sowie das Hanauer Weinfest (13. bis 16. August). Vom Veranstalter bereits abgesagt wurde das Bundesäppelwoifest. Das Gartenfest in Wilhelmsbad wird nach eigenem Bekunden der Organisatoren nicht am bisher üblichen Termin und in der bekannten Form stattfinden können. Auch andere Großveranstaltungen wie die Konzerte im Amphitheater seien für ihn nur schwer vorstellbar, so Kaminsky. 

Stadt prüft welche Veranstaltungen des Kultoursommers möglicherweise stattfinden können

Der Konzertsommer im Amphitheater startet normalerweise am 31. Juli und geht bis Ende September. Geplant war auch dieses Jahr wieder ein buntes Programm. „Die jeweiligen Veranstalter müssten sich entsprechende Genehmigungen beim Main-Kinzig-Kreis einholen und die Einhaltung sämtlicher Hygienevorschriften sicherstellen“, stellt der Oberbürgermeister klar. 

Geprüft wird laut Mitteilung derzeit noch, welche Veranstaltungen des Kultoursommers (10. bis 26. Juli) möglicherweise stattfinden können. Die Stadt Hanau hatte schon in den vergangenen Wochen mehrere Großveranstaltungen abgesagt, unter anderem die Brüder-Grimm-Festspiele, das Hanauer Märchenfest, das Lamboyfest, das Bürgerfest oder die Feierlichkeiten zu 700 Jahre Steinheim. „Uns ist sehr bewusst, dass sich die Menschen danach sehnen, etwas zu erleben, Musik zu hören, Theater zu genießen, Spaß zu haben“, erläutert Kaminsky. Die Absagen, teilweise auch mit großem zeitlichen Vorlauf, seien aber notwendig. „Die Veranstalter brauchen Planungssicherheit – und niemand weiß, wie sich die Lage entwickeln wird und wann Großveranstaltungen wieder erlaubt sein werden“, so der Oberbürgermeister. 

Die Absagen träfen dabei aber insbesondere Künstlerinnen und Künstler besonders hart. Kaminsky: „Wir prüfen derzeit intensiv, wie wir das zumindest ein stückweit kompensieren können.“ Die Reihe „HanauDaheim Online-Festival“, bei der derzeit verschiedene Konzerte live aus dem Comoedienhaus ins Internet übertragen werden, habe sich als voller Erfolg erwiesen. „Wir werden diese Idee ganz gewiss ausbauen und weitere kreative Konzepte entwickeln, die dem Wunsch nach Unterhaltung gerecht werden“, so der Oberbürgermeister.   cd

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