Klassenleiter der Gruppenliga Frankfurt Ost hat möglichen erneuten Saisonabbruch im Kopf

Keine schiefen Tabellenbilder zulassen

Auf Abstand gingen die Vereinsvertreter bei der Vorrundenbesprechung der Gruppenliga Frankfurt Ost. Gastgeber FC 03 Gelnhausen hatte die Sitzordnung „coronagerecht“ aufgebaut.
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Auf Abstand gingen die Vereinsvertreter bei der Vorrundenbesprechung der Gruppenliga Frankfurt Ost. Gastgeber FC 03 Gelnhausen hatte die Sitzordnung „coronagerecht“ aufgebaut.

Gelnhausen – Große Herausforderungen liegen vor den 20 Vereinen der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost. Ein dicht gedrängter Spielplan samt vieler „Englischer Wochen“ will ab dem ersten September-Wochenende abgearbeitet werden. Hinzu kommen einige Fragezeichen wegen aktueller Entwicklungen der Corona-Pandemie. So dürfen derzeit weder die beiden Offenbacher Stadtvereine VfB und SG Rosenhöhe noch die Zweitvertretung des Regionalligisten FC Bayern Alzenau aufgrund von behördlichen Vorgaben Heimspiele austragen.

„Ich fürchte, dass dieser Zustand noch bis zum Oktober so anhalten wird“, malte Alzenaus Vorstandsmitglied Matthias Andres während der Vorrundenbesprechung in Gelnhausen ein düsteres Bild. „Wenn einzelne Spiele wegen der Pandemie abgesetzt werden müssen, stellt sich die Frage, wann diese überhaupt nachgeholt werden sollen, da es ja bereits einige planmäßige Wochenspieltage gibt“, gab der Vertreter der SG Rosenhöhe, Tim Kleinschmidt, zu bedenken.

Klassenleiter Thorsten Bastian (Rockenberg) machte indes deutlich, dass er das Tauschen des Heimrechts für den Spielplan kritisch erachtet, sofern gleich mehrere Spiele betroffen wären. „Es geht immer um einen ausgewogenen und fairen Wettkampf. Es wäre daher schlecht, wenn beispielsweise Bayern Alzenau II mit sechs Auswärtsspielen startet, in der Rückrunde dann aber sechs Heimspiele in Folge hat“, erläutert Bastian. Da das Damoklesschwert eines erneuten pandemiebedingten Saisonabbruchs über den hiesigen Ligen schwebt, will Bastian als Klassenleiter ungern vom Spielplan abweichen und auch keine schiefen Tabellenbilder zulassen, da womöglich erneut eine Quotienten-Regelung zur Wertung herangezogen werden könnte. Zu Beginn sollen so viele komplette Spieltage wie möglich ausgetragen werden. „Sollten wir die Saison nicht zu Ende spielen können, wird der Verbandsvorstand über die Wertung entscheiden. Für eine Wertung per Quotienten-Regelung müssten aber mindestens 50 Prozent aller Spiele absolviert sein“, klärt Bastian auf. Generell möchte sich der Frankfurter Regionalbeauftragte zum jetzigen Zeitpunkt mit Spekulationen zurückhalten.

Beginnen soll die Saison am Freitag, 4. September, mit der Partie des Aufsteigers FC Gelnhausen gegen Titelaspirant Sportfreunde Seligenstadt (20 Uhr). Damit die Vereine das Hygiene-Konzept des Hessischen Fußball-Verbandes auch dann gut umsetzen können, wenn vor der ersten Mannschaft noch ein Vorspiel einer unteren Mannschaft über die Bühne geht, werden die Partien künftig sonntags erst um 15.30 Uhr angepfiffen. Der letzte reguläre Spieltag in diesem Jahr ist für Sonntag, 13. Dezember angesetzt. Da es bereits am 21. Februar 2021 weitergehen soll, ist die Winterpause für die Gruppenliga-Fußballer in dieser Saison recht kurz.

Obgleich der Tatsache, dass sich wegen der Aussetzung des Abstiegs bei der zuletzt abgebrochenen Saison 2019/20 immerhin 20 Teams in der Liga tummeln, bleibt die Abstiegsregelung im Vergleich zu den Vorjahren nahezu unverändert. Maximal sechs Vereine müssen am Saisonende den Gang in die jeweiligen Kreisoberligen antreten, die Richtzahl wird auf 18 Vereine erhöht. Steigt aus der Verbandsliga Süd kein Team in die Gruppenliga Frankfurt Ost ab, müssen sogar nur die fünf schlechtplatziertesten Teams absteigen. Kommen aus der Verbandsliga zwei oder mehr Teams dazu, würde sich die Ligastärke für die Spielzeit 2021/22 entsprechend erhöhen. Aufsteigen wird nur der Meister. Aufstiegsrunden gibt es weder zu der Verbandsliga, noch aus den Kreisoberligen.

Die Eintrittspreise bleiben bei maximal vier Euro pro Spiel stabil. Alexander Koch vom Sportgericht informierte darüber, dass noch bestehende Spielsperren aus der Vorsaison wegen der ohnehin schon langen spielfreien Pause um zwei Partien reduziert werden. Ausgenommen sind Urteile, die wegen eines Angriffs auf einen Schiedsrichter zustande kamen.

Verband--Serviceassistent Ullrich Trumpfheller ging noch mal auf das bekannte Hygienekonzept ein und gab den Vereinsvertretern Tipps zur Umsetzung. Thorsten Bastian betonte in diesem Zusammenhang, dass entgegen der im Konzept erwähnten Gesamtteilnehmerzahl von 250 Personen bei den Spielen ab September nach der aktuellen Verordnung der Hessischen Landesregierung 250 Zuschauer pro Spiel zugelassen seien. „Die Zahl 250 bezieht sich ausdrücklich auf Gäste, was bedeutet, dass alle Spieler, Schiedsrichter, Vereinsfunktionäre und auch der Bratwurstverkäufer nicht angerechnet werden müssen“, so Bastian.

Von Frank Schneider

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