Besen wird zum Solarkrabbler

Kinder-Campus der Kathinka-Platzhoff-Stiftung weckt den Forschergeist

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Die kleinen Forscher bringen mit Hilfe von Elektromotoren sogar Bürsten und Besen zum Laufen - im besten Fall sogar allein durch Solarkraft. 17 Mädchen und Jungen nahmen am jüngsten Kinder-Campus teil.

Hanau - Als kleine Forscher betätigten sich Mädchen und Jungen, die sich mit dem Thema „Energie aus Sonne, Pflanzen, Aufwind & Co.“ beschäftigten. Von Dieter Kögel 

Dabei entstanden beim KinderCampus der Familienakademie der Kathinka-Platzhoff-Stiftung erstaunliche Dinge: Es wurden Öl produziert und Solarkrabbler gebaut. Naturwissenschaft zum Anfassen war das Motto in einem zum Forschungslabor umgebauten Tagungsraum der Stiftung in der Wallonisch-Niederländischen-Kirche. Und dort präsentierten die 17 Kinder zwischen neun und zwölf Jahren am Ende ihre Ergebnisse den staunenden Eltern. Die konnten durchaus etwas von ihren Kindern lernen. Denn was das Team von „Two4Science“ aus Darmstadt an Forschungsangeboten gemacht hatte, fand großen Anklang.

Denn per Handleier konnte eine Gruppe junger Forscher Strom erzeugen und in Licht umwandeln. Um die normale Glühbirne zum Leuchten zu bringen, waren da allerhand Umdrehungen nötig. Weit weniger anstrengend die Versorgung der LEDs, die sich da bei effizienterer Lichtausbeute wesentlich bescheidener gaben. Versuche, die wohl lange Gedächtnis bleiben. Auch die, bei denen Samen gestampft und gepresst wurden, um das Öl als Energieträger zu gewinnen. Zwei bis drei Millimeter Haselnussöl in der Teelichtschale, sie brennen über eine Stunde lang, stellten die jungen Forscher bei ihren Versuchen fest, die ordentlich dokumentiert wurden. Auch Sonnenblumenkerne oder Rapssamen kamen in die Presse und wurden auf ihre Energieressourcen hin untersucht. Und dass sich aus Wasser mit Hilfe einer Brennstoffzelle tatsächlich ein hochwertiger Energielieferant machen lässt und damit ein kleiner Propeller angetrieben werden kann, konnten die jungen Forscher ebenfalls am Versuchsablauf nachvollziehen.

Und das alles durchweg nach minimaler Einweisung. Instruktionsmappen entzaubern die Materie, lassen sie nachvollziehbar werden. Alfred Sibla vom Betreuerteam sagt, das genau das gewollt sei: Den selbstständigen Forschergeist wecken, die Lust am Ausprobieren stärken und naturwissenschaftliche Zusammenhänge spielerisch erkennbar machen. „Wir sind zwar immer da und geben Hilfe, wo Hilfe gebraucht wird“, so Sibla, aber meistens arbeiten die Teilnehmer selbstständig und kreativ, weiß er als langjähriger Leiter solcher Veranstaltungen.

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Naturwissenschaft kann großen Spaß machen. Das erfährt auch Nikals, der gerade seinen Solarkrabbler verkabelt. Besen und Bürsten werden dabei mit einem präparierten Elektromotor ausgestattet, dessen Schwingungen die Gegenstände in Bewegung setzen. Der Strom kam bei den Solarkrabblern am Abschlusstag allerdings aus der Batterie - mangels Sonneneinstrahlung. Auch die Grenzen der alternativen Energien werden beim Kinder-Campus deutlich. Nicht zuletzt deshalb gehörte auch der Besuch im Kraftwerk Staudinger zum Programm.

In den Herbstferien geht es vom 19. bis zum 21. Oktober beim Kinder-Campus um „Luft und Fliegen.“ Mit Experimenten werden Fragen geklärt, wie entsteht der Wind, warum steigt ein Heißluftballon oder warum kann ein tonnenschweres Flugzeug fliegen. Weitere Infos unter www.kp-familienakademie.de.

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