Weltmeisterfahrrad fürs Radwerk

Klein-Auheimer Geschichtsverein erhält besonderes Weihnachtsgeschenk

Ein besonderes Weihnachtsgeschenk für das Radwerk: Dieter Kaiser (links) und Helga Kaiser übergeben mit Berthold Merget (rechts) das Weltmeister-Rennrad an Gerhard Jäger (Vorsitzender Heimat- und Geschichtsverein). 
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Ein besonderes Weihnachtsgeschenk für das Radwerk: Dieter Kaiser (links) und Helga Kaiser übergeben mit Berthold Merget (rechts) das Weltmeister-Rennrad an Gerhard Jäger (Vorsitzender Heimat- und Geschichtsverein). 

Der Heimat- und Geschichtsverein in Klein-Auheim freut sich über ein besonderes Weihnachtsgeschenk: Ein Weltmeister-Fahrrad, von dessen Serie nur etwa 100 Exemplare gefertigt wurden. 

Klein-Auheim - Helga Kaiser und der Klein-Krotzenburger Fahrrad-Shop Merget in Person von Berthold Merget übergaben in den Museumsräumen ein Rennrad der „Weltmeisterserie“ der Klein-Auheimer Bauer-Fahrradwerke. „Berthold Merget hat sofort erkannt, was in Helga Kaisers Dachbodenfund steckt“, berichtet Gerhard Jäger, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins, bei der Übergabe. „Als er das Rennrad aufgearbeitet hatte, sagt er zu mir: Ich hab was für dich, ein Weihnachtsgeschenk. “.

Das Rennrad fuhr einst Helga Kaisers Ehemann Horst, der vor sieben Jahren verstorben ist. 15 Jahre lang trainierte er damit. Ab 1971 bis in den Sommer 2019 stand es dann unberührt auf Kaisers Dachboden. Bei der Übergabe war neben Helga Kaiser auch Horst Kaisers Bruder Dieter zugegen.

Von den Bauer-Werken in Klein-Auheim wurden von 1952 bis ‘54 nach Schätzungen von Berthold Merget nur gut 100 Rennräder dieser Serie gefertigt. Horst Kaiser, seinerzeit Mitglied im Klein-Auheimer Fahrradverein Rot-Gold, kaufte das Rennrad am 5. Juni 1954 für 325 D-Mark. Die Originalrechnung hat der Heimat- und Geschichtsverein ebenfalls mittels Schenkungsurkunde überreicht bekommen. „Horst Kaiser hat das Weltmeister-Rad damals in mehreren Raten abgestottert“, erläutert Merget, der übrigens Lehrling in den Bauer-Werken war.

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„Viele der Originalteile waren nach der langen Zeit vergammelt.“ Merget erneuerte die Achtgangschaltung und erweiterte sie auf eine 12-Gang-Kettenschaltung mit zwei Kettenblättern vorne. Er polierte die rote Lackierung des Stahlrahmens, arbeitete den Ledersattel und die Felgenbremse auf, umwickelte den Lenker mit neuem schwarzem Band. Auch die Lederbänder zum Festschnallen der Radschuhe an den Pedalen sind noch original erhalten.

Die Weltmeisterrad-Serie wurde aus gezogenen Stahlrohren produziert. Rennradfahrer Heinz Müller aus Schwenningen wurde 1952 auf einem Rennrad dieser Serie Straßenrad-Weltmeister. „Das Bauer-Weltmeisterrad war damals ein prima Werbeträger für die Bauer-Werke“, weiß Merget.

Das Besondere an dem 14 Kilogramm schweren Geschenk: „Das Rennrad ist fahrbereit und voll funktionstüchtig“, erläutert Gerhard Jäger. Horst Kaisers Fahrradschuhe und ein originalgetreuer Lederhelm aus den Fünfzigerjahren ergänzen das Sammelstück.   Von Holger Hackendahl

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