Spekulationen über Wechsel des Hanauer Stadtrats

Kowol vor dem Absprung?

Hanau - Die Amtszeit von Andreas Kowol, erster hauptamtlicher Stadtrat der Grünen in der Geschichte Hanaus, läuft eigentlich noch bis Mitte 2019. Doch bleibt Kowol so lange? In Wiesbaden wird über seinen vorzeitigen Wechsel in die Landeshauptstadt spekuliert. Von Christian Spindler

In Hanau ist Kowols Zukunft als Stadtrat über 2019 hinaus unsicher. Das liegt am Koalitionsvertrag. Dass es entsprechende personelle Planspiele in der Landeshaupstadt gibt, hat der „Wiesbadener Kurier“ öffentlich gemacht und dabei auch den Namen von Andreas Kowol genannt. Als möglicher Dezernent auf einem den Grünen zustehenden hauptamtlichen Stadtratsposten sei neben dem Fraktions-Vize Claus-Peter Große auch Andreas Kowol im Gespräch. Möglicherweise gebe es aber auch einen dritten Grünen-Kandidaten, heißt es.

Das Szenario sei „sehr spekulativ“, sagte Kowol gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Zugleich „ehrt es mich aber, dass ich an meiner alten Wirkungsstätte nicht vergessen bin“, sagte der 53-Jährige. Kowol, der seit 1989 den Grünen angehört, war vor seiner Wahl 2013 zum hauptamtlichen Stadtrat in Hanau lange Referent in unterschiedlichen Ressorts im Wiesbadener Rathaus.

Beim Telefonat ist Kowol, der in Hanau unter anderem für die Bereiche Verkehr, Tiefbau und Abfall zuständig ist und zuletzt für die Stadt den Hauptbahnhof-Umbau mit der Bahn verhandelt hat, anzumerken, wie unangenehm es ihm ist, dass in Wiesbaden sein Name im Zusammenhang mit der Besetzung eines hauptamtlichen Stadtratsposten durchgesickert ist. Allein Mutmaßungen über Wechselambitionen könnten seine Position in Hanau schwächen – vor allem, wenn der Wechsel dann nicht zustande kommen sollte.

Dabei machen die Überlegungen aus Sicht von Kowol durchaus Sinn. Bis Juli 2019 ist er in Hanau als hauptamtlicher Stadtrat gewählt. Was danach kommt, ist offen. Denn in ihrem Koalitionsvertrag haben SPD, BfH, FDP und Grüne vereinbart, dass die dritte Dezernentenstelle, also Kowols derzeitiger Posten, zum 1. Juli 2019 „auf mehrheitlichen Vorschlag von BfH, FDP und Grünen besetzt wird“. Da BfH und FDP bereits eng kooperieren, könnten sie sich den Posten sichern. Die Grünen hätten das Nachsehen, Kowol würde nicht wiedergewählt - unabhängig davon, dass ihm von vielen Seiten gute Arbeit attestiert wird.

In Wiesbaden formiert sich elf Monate nach der Kommunalwahl ein „Kenia-Bündnis“ aus SPD, CDU und Grünen. Der Kooperationsvertrag ist angeblich unterschriftsreif. Neben OB Gerich (SPD) soll es sechs bzw. sieben hauptamtliche Stadträte geben, davon einen von den Grünen. Dieser Posten mit den Ressorts Umwelt und Verkehr, für den Kowol als einer der Kandidaten gehandelt wird, soll zum 1. April neu besetzt werden.

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