„Tempo 30 bei grüner Welle“

Die Grünen wollen mit „klassischen Themen“ punkten

Hanau - Stadtrat Andreas Kowol macht sich keine Illusionen: „Eine Mehrheit jenseits der jetzigen Konstellation führt zu meiner Abwahl." Von Dirk Iding

Doch das ist nicht der einzige Grund, warum die Grünen und ihr Spitzenkandidat am liebsten die Zusammenarbeit mit der SPD und den Bürgern für Hanau (BfH) nach der Wahl fortsetzen möchten. Schließlich habe Hanau in den vergangenen Jahren „eine fantastische Entwicklung“ genommen. Auf bis dahin nie erreichte 15,1 Prozent der Wählerstimmen waren die Hanauer Grünen bei der Kommunalwahl 2011 hochgeschossen und hatten dabei als Anti-Atompartei mutmaßlich von der kurz vor der Wahl stattgefundenen Reaktorkatastrophe in Fukushima profitiert. Jetzt, so sieht es der erste hauptamtliche Grüne Stadtrat Hanaus realistisch, müsse man sich darauf einstellen, dass es bei der Stimmauszählung für die Grünen ein wenig abwärts gehen könnte. „Aber ein zweistelliges Ergebnis wollen wir schon einfahren“, haben sich Kowol und die 25 anderen Frauen und Männer, die auf der Liste der Grünen fürs Stadtparlament kandidieren, vorgenommen.

Und dafür wollen die Hanauer Grünen vor allem mit ihren „klassischen Themen“ punkten. Hanau als „lebenswerte grüne Wohlfühlstadt“ fortzuentwickeln, steht als Ziel über dem Wahlprogramm von Bündnis 90/Die Grünen. Dazu gehörten hohe ökologische Standards, etwa saubere Luft und weniger Lärm. So wollen die Grünen den Wald- und Grünanteil Hanaus weiter erhöhen und den Lärm, der von Straßen-, Schienen- und Flugverkehr ausgeht, bekämpfen. Beispielsweise durch Einführung von nächtlichem Tempo 30 auf innerstädtischen Straßen und die Ausweitung von Tempo-30-Zonen in Wohngebieten. Auf stark befahrenen Straßen soll auch tagsüber die Geschwindigkeit reduziert und konsequenter überwacht werden. Gleichzeitig wollen sich die Grünen aber auch dafür einsetzen, dass der Verkehr in Hanau besser fließt, durch mit Hilfe eines zentralen Verkehrsrechners aufeinander abgestimmte Ampelschaltungen. Durchgangsverkehr müsse aus Wohngebieten möglichst herausgehalten werden. Hier nannte Kowol an erster Stelle die Konrad-Adenauer-Straße.

Daneben wollen sich die Grünen für mehr aktiven Lärmschutz entlang der sechs Hanau durchziehenden Bahnlinien sowie weitere Maßnahmen gegen den Fluglärm einsetzen, etwa durch Ausweitung des Nachtflugverbots auf 22 bis 6 Uhr und die Einführung eines neuen Anflugverfahrens auf dem Frankfurter Flughafen, das zu einer größeren Verteilung des Lärms und damit zu einer Entlastung Hanaus führen könne. In Sachen Mobilität fordern die Grünen neben einer deutlichen Stärkung des Radverkehrs (unter anderem durch den Bau eines Schnellradweges von Hanau nach Frankfurt), mehr Sicherheit für Fußgänger und einen weiteren Ausbau des ÖPNV. Dazu gehöre der möglichst zügige Bau der Nordmainischen S-Bahn und eine schnellere Anbindung Hanaus an den Frankfurter Flughafen. Außerdem fordern die Grünen, die Benachteiligung der Hanauer Pendler durch das RMV-Tarifsystem endlich zu korrigieren. Auf dem Sektor Bildung wollen sich die Grünen für eine technische Hochschule in der Brüder-Grimm-Stadt einsetzen und sie wollen, dass die Sekundarstufe I an der Tümpelgartenschule nun doch erhalten bleibt.

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