CDU ist der große Wahlverlierer

SPD bleibt klar die stärkste Kraft in Hanau

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„Abgestraft“: Mit Entsetzen nahmen der frühere Stadtrat Rolf Frodl, Stadtrat Heinz Münch, CDU-Spitzenkandidat Jürgen Scheuermann und die frühere Oberbürgermeisterin Margret Härtel das katastrophal schlechte Abschneiden der CDU bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung hin.

Hanau - Die SPD ist der große Gewinner, die CDU der große Verlierer der Wahl zur Hanauer Stadtverordnetenversammlung. Nach dem vorläufigen Zwischenergebnis können die Sozialdemokraten ihre Stellung als stärkste politische Kraft in Hanau wahrscheinlich weiter ausbauen. Von Dirk Iding

Die Christdemokraten verlieren hingegen deutlich. Drittstärkste Kraft in der Brüder-Grimm-Stadt dürften die Republikaner werden. Während Jürgen Scheuermann, Spitzenkandidat der Hanauer CDU, schon vor Bekanntgabe des Hanauer Trendergebisses „die klare Niederlage der CDU, an der es nichts schönzureden gibt“ einräumte, war Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) sichtlich zufrieden: „Klar ist, dass wenn man Republikaner und Alternative Linke Liste von einer Koalitionsbildung ausschließt, es keine Mehrheit gegen die SPD und den Oberbürgermeister in Hanau geben kann.“ Vielmehr biete das zur erwartende Ergebnis der SPD zahlreiche „Koalitionsoptionen“. Erster Ansprechpartner blieben zunächst die bisherigen Koalitionspartner Grüne und Bürger für Hanau (BfH). Aber es seinen auch andere Konstellationen durchaus denkbar. Kaminsky: „Wir werden sehen, mit welchen Partnern wir möglichst viele unserer politischen Ziele umsetzen können.“

Derweil herrscht bei der Union Katzenjammer. Der mit großen Hoffnungen gestartete Jürgen Scheuermann sprach von einer „Abstrafung“ seiner Partei. Vom Ziel, wieder stärkste politische Kraft in Hanau werden, ist die Union meilenweit entfernt. Laut Trend kommen die Christdemokraten nur noch auf knapp 22 Prozent der Stimmen, das wären noch einmal rund vier Prozent weniger als bei der Kommunalwahl 2011.

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Nicht ganz unerwartet kamen die Stimmeinbußen bei den Grünen. Der Fukushima-Effekt ist verpufft, die Grünen verlieren rund 6 Prozent und kommen nun laut Trend auf neun Prozent. Ihr Spitzenkandidat Andreas Kowol sieht in dem sich abzeichnenden Ergebnis „aber auch eine Bestätigung der bisherigen Koalition“. Aus seiner Sicht würde wenig gegen eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit SPD und Bürgern für Hanau (BfH) sprechen.

Die BfH verbessert sich gegenüber 2011 leicht und landet im Trendergebnis mit 8,6 Prozent knapp hinter den Grünen. Auch die FDP macht etwas Boden gut und kommt im Trend auf 7,6 Prozent. Neben der SPD klarer Gewinner der Wahl sind die Republikaner, denen die Flüchtlingskrise in die Karten spielte. Sie schneiden deutlich zweistellig ab, kommen im Trend auf 12,6 Prozent und düften im kommenden Stadtparlament die drittstärkste Fraktion stellen.

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Abzuwarten bleibt, wie sehr das Kumulieren und Panaschieren die Trendzahlen noch verändern. Abweichungen von bis zu drei Prozent sind durchaus möglich.

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