Verkehrsaufkommen soll reduziert werden

Konrad-Adenauer-Straße: Gekappter Schleichweg

+
Die Konrad-Adenauer-Straße ist wahrscheinlich der meistbefahrene „Schleichweg“ Hanaus. Durch verkehrslenkende und bauliche Maßnahmen will Verkehrsdezernent Andreas Kowol das dortige Verkehrsaufkommen deutlich reduzieren.

Hanau - Vor allen zu Hauptverkehrszeiten fahren die Autos dicht an dicht durch die Konrad-Adenauer-Straße - mitten durchs Wohngebiet. Von Christian Spindler 

Nun soll auf dem in Hanau am häufigsten genutzten Schleichweg zwischen B45/Hafenplatz und Philippsruher Allee das Verkehrsaufkommen deutlich reduziert werden. Und nicht nur dort. Seit rund 20 Jahren wird die Situation in der relativ breiten Straße durch das Kinzdorf kritisiert, wo Bodenwellen das Tempo reduzieren sollen. Für weniger Verkehrsaufkommen sorgen sie freilich nicht. Das ist in den letzten Jahren sogar „kontinuierlich mehr geworden“, berichtete Thorsten Wünschmann, Leiter der Ordnungsamtes, zu dem auch die Straßenverkehrsbehörde gehört, schon vor zwei Jahren, nachdem eine Anwohner-Initiative ihrem Unmut Luft gemacht hatte und Abhilfe verlangte: Die Autos sollten endlich raus aus dem Wohngebiet. Damals lief der Stadt-Umbau noch auf Hochtouren, Maßnahmen sollten auf die Zeit danach verschoben werden, hieß es von der Stadt.

Nun hat Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) ein Konzept in der Schublade, das „möglichst noch im ersten Halbjahr“ umgesetzt werden soll. Denn der viele Verkehr durchs Kinzdorf sei „nicht mehr verträglich“ für das Wohnquartier, zumal es Möglichkeiten gebe, es „mit geringen Umwegen“ zu umfahren.

Das ist geplant: An der Abzweigung Philippsruher Allee/Konrad-Adenauer-Straße aus Richtung Schloss soll eine Abbieger-Ampel installiert werden. Die will man so takten, dass Autofahrer in Richtung Adenauer-Straße deutlich länger warten müssen. Und: Die direkte Durchfahrt von der Konrad-Adenauer-Straße über Mainstraße zur Westerburgstraße nach Steinheim soll nicht mehr möglich sein, sondern die Autos aus dieser Richtung über den Zubringer Pedro-Jung-Park zur B45 geleitet werden. Der ist momentan in dieser Richtung gesperrt. Zusätzlich soll die Ausfahrt von der Mainstraße direkt zur Westerburgstraße dicht gemacht werden „durch bauliche Maßnahmen im Bereich der Unterführung“, sagt Kowol.

Die Mainstraße wäre für Schleichweg-Nutzer damit nur noch von der Westerburgstraße in Richtung Philippsruher Allee offen, nicht mehr umgekehrt. Und wer den Schleichweg Adenauer-Straße aus Richtung Schloss nimmt, verliert durch Ampelschaltungen, den Umweg über Pedro-Jung-Park und die weitere Ampel am Hafenplatz deutlich Zeit. Gewünschter Effekt: Möglichst viele Autofahrer sollen vom Schleichweg weg und auf den den nur wenig längeren Weg über Kanaltorplatz/Westbahnhof/Am Steinheimer Tor/B45/Hafenplatz gelenkt werden. Um den Verkehr auf dem City-Ring vor allem im Abschnitt Westbahnhof- Hafenplatz besser fließen zu lassen, will Kowol auch dort - wie für die Lamboystraße angekündigt - eine Grüne Welle einrichten.

Für die Umsetzung der Verkehrsberuhigung braucht die Stadt das Placet von Hessen-Mobil, um die Zufahrt vom Pedro-Jung-Park zur B45 aufmachen zu können. Bist Ostern, so hofft Kowol, soll es dazu ein Gespräch geben.

Auch aus anderen Wohngebieten will der Verkehrsdezernent den Durchgangsverkehr raushalten, Schleichwege kappen. Ein Beispiel: Das Wohnquartier Mühlfeld in Klein-Auheim, das von vielen Autofahreren durchquert wird, die die Ampel an der Kreuzung Geleitstraße/Mainzer Straße umfahren wollen. Kowol: „Auch das wollen wir durch geeignete Maßnahmen unterbinden.“

Kurios: So tierisch kann ein Stau sein

Kommentare