Zum Schutz des Grundwassers

Staudinger: 700 Meter lange Wand soll Deponie sichern

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Auf dem Gelände am Kraftwerk Staudinger sind viele Jahre lang Verbrennungsrückstände aus dem Kohlekraftwerk in einer Kiesgrube entsorgt worden. Die Deponie musste aufwändig gesichert werden. Nun ist auch im Wortsinne Gras darüber gewachsen.

Großkrotzenburg - Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt hat umfangreiche Baumaßnahmen zur Sicherung der früheren Granulatdeponie des Eon-Kraftwerks Staudinger abgenommen. Damit ist der ordnungsgemäße Abschluss der Arbeiten bestätigt.

Die Deponie für Schmelzkammergranulat aus den kohlebefeuerten Kraftwerksöfen war mit Millionenaufwand gesichert worden. Die Granulatdeponie entstand aus der Ablagerung von Verbrennungsrückständen aus dem Kraftwerksbetrieb seit den 1970er Jahren. Das Granulat wurde in einer ehemaligen Kiesgrube entsorgt. Bis 2009 war die Deponie in Betrieb. In der Folge musste sie aufwändig gesichert werden. Zur Schutz des Grundwassers wurden unter anderem Dichtwände in einer Tiefe von bis zu 22 Metern geschaffen. Der Auftragswert allein für die Dichtwandumschließung soll bei 1,4 Millionen Euro liegen.

Die umweltrechtliche Prüfung und Genehmigung des Vorhabens, die behördliche Bauüberwachung und die abfallrechtliche Abnahme erfolgten durch die Abteilung Arbeitsschutz und Umwelt Frankfurt des Regierungspräsidiums Darmstadt. „Die Abnahme entspricht der Bestätigung, dass alle Maßnahmen dem Stand der Technik entsprechend und zum Wohl der Allgemeinheit ausgeführt wurden“, heißt es nun in einer Mitteilung des RP.

In rund dreijähriger Bauzeit wurden von Eon umfangreiche Maßnahmen zum Schutz des Bodens und des Grundwasserkörpers umgesetzt. Hauptbestandteile des Sicherungssystems sind die 700 Meter lang Dichtwand, die die Deponie umschließt, und eine 25.000 Quadratmeter große Oberflächenabdichtung.

Tag der offenen Tür im Staudinger-Kraftwerk

„Die betonähnliche Dichtwand stellt eine umlaufende Barriere zum Grundwasserleiter dar“, erläutert das RP. Um zu verhindern, dass Regenwasser in den so geschaffenen „Deponietopf“ gelangt, wurde die Deponieoberfläche mit verschweißten Kunststoffbahnen abgedichtet und mit natürlichem Boden rekultiviert, Darauf wurden dann Saatgutmischungen ausgebracht.

Durch die Nähe zum Main unterliegen die Grundwasserstände um die Deponie stärkeren Schwankungen. Ein automatisch gesteuertes Pumpensystem soll dafür sorgen, dass die Wasserstände innerhalb der Deponie niedriger liegen als außerhalb und somit verhindern, dass Schadstoffe ausgespült werden. Eine Wasserreinigungsanlage säubert das aus der Deponie entnommene Grundwasser vor der Einleitung in den Main. (cs)

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