Fehltage im Main-Kinzig-Kreis liegen im ersten Halbjahr 2020 insgesamt über dem Landesschnitt

Krankenstand während Pandemie gestiegen

Main-Kinzig-Kreis – Der Krankenstand in Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis ist im ersten Halbjahr 2020 gestiegen. Die Zahl der Erkrankungen nahm während der Corona-Pandemie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,4 Prozentpunkte zu. Mit 4,8 Prozent gab es in der Region zudem einen höheren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (4,2 Prozent).

Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag von 1000 Arbeitnehmern 48 krankgeschrieben. Im gesamten Vorjahr 2019 betrug der Krankenstand in Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis 4,6 Prozent. Der höchste Krankenstand im Jahr 2019 in Hessen wurde mit 5,2 Prozent in den Landkreisen Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg verzeichnet, der niedrigste mit 3,6 Prozent in Frankfurt am Main.

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für Hanau und den Main-Kinzig-Kreis zeigt die Entwicklung des Krankenstandes im vergangenen Jahr und die wichtigsten Veränderungen im ersten Halbjahr 2020 auf. Hier wird deutlich, wie sich die Anzahl und Dauer der Krankschreibungen während der Corona-Krise in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres veränderten.

Die meisten Ausfallstage entfielen auf Muskel-Skelett-Erkrankungen, zu denen Rückenleiden gehören. Sie stiegen im ersten Halbjahr zudem um 20 Prozent an und verursachten damit den größten Anteil am Krankenstand in der Region. Die Fehltage wegen psychischer Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände stiegen ebenfalls während dieses Zeitraums um rund fünf Prozent. Besonders im Blickfeld stehen die Atemwegserkrankungen aufgrund der Regelung des Gemeinsamen Bundesausschusses, wonach sich Patienten mit leichten Erkältungssymptomen von März bis Ende Mai telefonisch krankschreiben lassen konnten. Die Auswertung des DAK-Gesundheitsreportes für das erste Halbjahr 2020 zeigt für Hanau und den Main-Kinzig-Kreis, dass die Fehltage bei Atemwegserkrankungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar von 144 Tage je 100 Versicherte auf 162 Tage zunahmen, aber immer noch unterhalb des Wertes aus dem Grippejahr 2018 lagen (185 Tage). „Aus unserer Sicht ist das ein klarer Beleg dafür, dass einfache Lösungen für das Krankschreibungs-Geschehen sehr sinnvoll sind“, sagt Tanja Schreiber-Ries, Chefin der DAK-Gesundheit in Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern. „Wir müssen nicht nur bei Covid-19, sondern bei vielen Erkrankungen generell die Ansteckungsgefahr für das Praxispersonal und für andere Patienten mit bedenken. Wenn neue Formen der Kommunikation die persönliche Begegnung in der Arztpraxis ersetzen, ist das ein wichtiger Fortschritt.“  kb

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