„Wohnungen nötiger als weitere Läden“

ALL kritisiert Plan für neue Ladenzeile in Hanauer Altstadt

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So sollen die Häuser zwischen Schlossplatz und Altstädter Markt nach der Sanierung aussehen. Einige Parkplätze für Autos der Wohnungsmieter will man im rückwärtigen begrünten Innenbereich des Karrees schaffen.

Hanau - Kritik an den Plänen der Baugesellschaft Hanau, eine Ladenzeile in ihren Häusern Ecke Schlossplatz/Graf-Philipp-Ludwig-Straße in der Hanauer Altstadt einzurichten, äußert die Alternative Linke Liste (ALL).

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Sie sieht darin ein weiteres Beispiel dafür, dass bezahlbarer Wohnraum in Hanau vernichtet wird, obschon dieser dringend benötigt werde. Aus Sicht der ALL gibt es in der Innenstadt bereits genügend leerstehende Ladenlokale. Deshalb sollte die Stadt ihren Einfluss geltend machen, um privaten Vermietern die Reduzierung ihrer Ladenmieten nahe zu legen, dann müssten keine städtischen Wohnungen in Geschäfte umgewandelt werden. Wegen der wegfallenden Wohnungen im Erdgeschoss sollen im Dachgeschoss der betroffenen Baugesellschaftshäuser Wohnungen hergerichtet werden. Die Kosten für neue Wohnungen unterm Dach seien besonders hoch, also werden die Mieten noch teurer, kritisieren die ALL-Spitzenkandidaten Christa Martin und Eric Ludwig. Finanziell schlechter gestellte Menschen könnten sich das nicht mehr leisten.

Körperlich Beeinträchtigte hätten so kaum noch eine Chance, eine ebenerdige Wohnung in Nähe zur Innenstadt mit relativ kurzen Wegen zu Arztpraxen und anderen Einrichtungen nutzen zu können. Eine behindertengerechte Ausstattung der Altstadt-Häuser mit Aufzug oder Treppenlift würde den Umbau und damit die Mieten leider noch weiter verteuern. „Alles in allem bleibt die Frage, wann und wo endlich in Hanau wirklich für bezahlbaren Wohnraum gesorgt wird“, will die Alternative Linke Liste wissen. Die ALL will, dass in Hanau 2 000 bezahlbare Mietwohnungen geschaffen werden. Dazu müssten sicher einige Standards reduziert werden, und die von der Baugesellschaft vereinzelt geplanten Neubauten müssten um ein mehrfaches erhöht werden! „Auf dem Pioneer Gelände wäre Platz genug, um für jeden Geldbeutel erschwinglichen Wohnraum zu schaffen,“ so die ALL-Politiker. Die Stadt dürfe nicht länger privaten Bauträgern das Geschäft mit den Konversionsflächen überlassen. Sozialer Wohnungsbau und Mietwohnungen für Normalverdiener seien eine Aufgabe für öffentliche Wohnungsunternehmen.

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did

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