Künstler im christlichen Auftrag

Professor Georg Busch wurde vor 150 Jahren in Steinheim geboren: Das Portrait des Bildhauers von einem unbekannten Künstler stammt aus dem Jahr 1931.

Steinheim/München - Es gilt einen herausragenden Steinheimer Künstler zu würdigen: Professor Georg Busch, der wohl bedeutendste Spross der Steinheimer Bildhauer-Dynastie Busch, würde am morgigen Sonntag seinen 150. Geburtstag feiern. Von Dirk Iding

Von ihm stammen zahlreiche sakrale Arbeiten. Unter anderem schuf er etwa 25 Altäre, etliche Heiligenfiguren, Bischofsdenkmäler oder in figurale Arbeiten umgesetzte biblische Motive.

Eine seine berühmtesten Arbeiten ist die silberne Figur des Bruder Konrad von Parzham in der Gnadenkapelle von Altötting. Sie stellt den im Gebet versunkenen, knienden Konrad vor der Gnadenmadonna dar. Jedem Pilger in dem bekannten Wallfahrtsort dürfte dieses bedeutende Werk christlicher Kunst ins Auge fallen, das Georg Busch 1931 schuf.

Georg Busch, geboren am 11. März 1862, war zweitältester der insgesamt vier Söhne von Johann Georg Busch, der im Jahr 1863 die Werkstätten für kirchliche Kunst in Groß-Steinheim gründete.

Schreiner- und Holzbildhauer-Lehre

Während sein älterer Bruder Jacob 1888 die Firma seines Vaters übernahm, besuchte Georg nach einer Schreiner- und Holzbildhauer-Lehre im elterlichen Betrieb zunächst von 1880 bis 1882 die Staatliche Zeichenakademie in Hanau. Ausgestattet mit einem Stipendium des Großherzogtums Hessen, setzte Busch seine akademische Ausbildung bis 1889 als Schüler von Syrius Eberle an der Akademie der Bildende Künste in München fort. Auch nach seinem Studium blieb Busch in München und arbeitete fortan als selbstständiger Bildhauer. #

Das Foto zeigt den Künstler in seinem Atelier (1912). Die Aufnahmen sind aus dem Nachlass der Familie Busch.

Bereits 1885 gründete Georg Busch den Albrecht-Dürer-Verein zur Pflege der christlichen Kunst und zählte 1893 zu den Mitbegründern der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, deren Vizepräsident er wurde. Am 3. Februar 1902 erlaubte ihm der kunstsinnige Großherzog Ernst Ludwig, den Titel „königlicher Professor“ zu tragen.

Damals hatte sich der gebürtige Steinheimer mit seinen Werken bereits einen weit über München hinausstrahlenden Namen erarbeitet. Am Ende eines schaffensreichen Lebens zählen dazu insgesamt 25 Altäre, 14 Kreuzwegstationen und eine staatliche Anzahl von Grabmälern.

Der Baldachin-Altar in St. Michael

Zu den Altären von Georg Busch gehören noch heute bewundernde Arbeiten wie der Baldachin-Altar in St. Michael (Homburg-Saar), der Herz-Jesu-Altar in St. Elisabeth (Bonn), die drei Altäre im Bochumer St. Josef-Hospital oder der Mariensänger-Altar in der Kirche Corpus Christi in Berlin.

Ausdrucksstarke Kunstwerke sind auch die Beweinungsgruppe in der so genannten Nagelkapelle im Dom zu Bamberg, die Pietà in der Marienwallfahrtskirche Maria Rosenberg in Burgalben oder der Kreuzweg in der Münchener St. Pauls-Kirche.

Doch jedem Steinheimer wird vor allem ein Werk von Georg Busch bekannt sein: Er schuf das vom jüdischen Kaufmann Louis Meyer-Gerngross gestiftete Friedensdenkmal, das am 15. Oktober 1911 in Anwesenheit von Stifter und Künstler feierlich eingeweiht wurde.

Beide wurden an diesem Tag zur Ehrenbürgern von Groß-Steinheim ernannt. Georg Busch starb am 8. Oktober 1943 in München.

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