Langer Umweg

L3195 zwischen Mittelbuchen und Bruchköbel wird zur Einbahnstraße - Es hagelt Kritik

Sperrschild auf Radweg zwischen Mittelbuchen und Bruchköbel
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Endstation: Eine Spur der Landstraße 3195 zwischen Mittelbuchen und Bruchköbel wurde gesperrt.

Die L3195 wird aufgrund von Bauarbeiten einseitig gesperrt. Wer jetzt von Mittelbuchen nach Bruchköbel fahren will, muss einen langen Umweg in Kauf nehmen. Das sorgt für Ärger.

Mittelbuchen – „Hessen Mobil bietet ein Paradebeispiel für einen Schildbürgerstreich mit der einseitigen Sperrung der L3195 in Richtung Bruchköbel“, meint die Ortsvorsteherin von Mittelbuchen, Caroline Geier-Roth (SPD). Hessen Mobil ist da allerdings ganz anderer Ansicht: Diese Sperrung sei notwendig, da es mit einer Ampelregelung zu langen Wartezeiten und Behinderung an der Auffahrt zur B45 gekommen wäre.

Umleitung: Verkehrsteilnehmer müssen lange Umwege in Kauf nehmen

„Man kann zwar von Bruchköbel nach Mittelbuchen fahren, aber man kommt nicht mehr raus aus Mittelbuchen. Wer für die nächsten Wochen nach Bruchköbel oder auf die B45 will, der muss über Wilhelmsbad fahren oder im Norden über Kilianstädten und Windecken. Die Umleitung für den Radverkehr und den Fußgängerweg ist schon eine Zumutung. Die neue Idee von Hessen Mobil toppt nun aber alles“, ist die Ortsvorsteherin genervt.

Und fährt fort: „Eigentlich gibt es bei Baustellen – es geht um 1,5 Kilometer – auf der einen Seite und auf der anderen Seite eine Ampel, die jeweils zeitversetzt den Verkehr aus der einen und anderen Seite durchlässt“. Geier-Roth fordert Hessen Mobil deshalb auf, „bitte schnellstens diesen eklatanten Fehler korrigieren.“

Irre Umleitung: Elf Kilometer Umweg für zwei Kilometer lange Strecke

Tatsächlich sind die Umleitungsstrecken nicht ohne, denn der Weg von Mittelbuchen über Wilhelmsbad nach Bruchköbel ist elf Kilometer länger als die zwei Kilometer lange direkte Strecke und die Fahrt über Kilianstädten und die B45 an der Auffahrt in Windecken schlagen mit 13 zusätzlichen Kilometern zu Buche.

Der HANAUER ANZEIGER hat bei Hessen Mobil nachgefragt, weshalb keine Ampelregelung eingerichtet worden ist. Von der zuständigen Pressestelle heißt es dazu in einer ausführlichen Stellungnahme: Im Vorfeld einer solchen Baumaßnahme – wie hier die Erneuerung der Fahrbahndecke des Radwegs entlang der L3195 auf einer Länge von 1300 Metern – werde versucht, die unterschiedlichen Interessen möglichst auszugleichen.

„Einerseits bestehen aus dem technischen Ablauf individuelle Anforderungen an jede einzelne Straßenbaumaßnahme und andererseits sollen natürlich auch die unvermeidbaren Nachteile für den Verkehrsteilnehmer in einem zumutbaren Rahmen bleiben.“

Hessen Mobil wehrt sich: Sperrung ist zwingend erforderlich

Um einen technisch funktionalen Ablauf für die Sanierungsarbeiten entlang des Radwegeabschnitts erreichen zu können, sei eine Sperrstrecke erforderlich, weil die Baumaschinen einen Fahrstreifen benutzen müssten. „Mit einer dem funktionalen Bauablauf geschuldeten Sperrlänge gehen natürlich die erforderlichen Umlaufzeiten für die Signalsteuerung einer Ampelanlage einher. Diese für die Verkehrsteilnehmer nicht unerheblich lange „Umlaufzeiten würden aufgrund der vorhandenen

Verkehrsbelastung von über 10 000 Fahrzeugen pro Tag zu erheblichen Rückstaus auf dem Streckenabschnitt führen mit langen Wartezeiten für die Verkehrsteilnehmer“, heißt es in der Stellungnahme von Hessen Mobil. Hinzu käme die Gefahr, dass dadurch auch die Zufahrt zur B45 durch Staus blockiert würde.

Einbahnregelung soll Rückstau vermeiden

Die Abwägung aller Vor- und Nachteile einer Ampelregelung mit den befassten Behörden und Ämtern wie Straßenverkehrsbehörde, Kommune, Polizei und der Straßenbaubehörde Hessen Mobil habe letztlich dazu geführt, dass die „einvernehmliche Festlegung für eine Einbahnregelung“ getroffen worden sei, heißt es weiter.

Damit könne jeglicher Rückstau praktisch vermieden werden und die Verkehrsteilnehmer seien nur in einer Fahrtrichtung von der Umleitung betroffen. Darüber hinaus sei Mittelbuchen weiterhin gut für den Rettungsdienst aus Hanau kommend erreichbar.

Verkehrsteilnehmer haben sich noch nicht auf Änderung eingestellt

Beobachtungen haben allerdings auch gezeigt, dass viele Verkehrsteilnehmer die bereits an der Ampelkreuzung in der Stadtteilmitte aufgestellten Hinweisschilder „Sackgasse“ und „Umleitung“ entweder nicht beachtet haben oder der Beschilderung nicht glauben.

Denn eine ganze Reihe von Autofahrern realisierte erst an der Einfahrt zum Netto-Markt, wo die Sperrung eindeutig erkennbar ist, dass sie auf der L3195 nicht nach Bruchköbel fahren können und umdrehen müssen. Und das noch bis voraussichtlich Mitte August.

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