GEW: A13 auch für Grundschullehrer

Lehrer pochen auf gleiche Besoldung

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Grundschullehrer aus dem gesamten Main-Kinzig-Kreis trafen sich am Montaganachmittag vor dem Staatlichen Schulamt und erneuerten ihre Forderung nach gleicher Bezahlung wie Haupt- und Realschullehrer.

Hanau - Grundschullehrkräfte aus den GEW-Kreisverbänden Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern versammelten sich am Montag vor dem Staatlichen Schulamt Hanau, um zum zweiten Mal auf den Tag aufmerksam zu machen, an dem – gemessen an der Besoldung aller anderen Lehrkräfte in Hessen – die Bezahlung der Grundschullehrkräfte endet. Sie forderten endlich eine gleiche Bezahlung wie Haupt- und Realschullehrer.

Aus dem Kreisvorsitzendenteam der GEW-Hanau stellten Ingabritt Bossert und Christiane Östreich die stets anwachsenden Tätigkeiten und Aufgaben von Grundschullehrerinnen dar. Die symbolische Mauer aus „Belastungssteinen“ wurde erneut vor dem Staatlichen Schulamt des Main-Kinzig-Kreises in Hanau aufgebaut. Doch obwohl ihr Studium die gleiche Ausbildungsdauer und Qualifikation wie bei den Lehrkräften mit Lehramt an Haupt- und Realschulen in Hessen umfasst und sie eine höhere Unterrichtsverpflichtung haben, werden Grundschullehrerinnen und -lehrer bei der Besoldung schlechter gestellt.

Heike Rickert-Fischer aus dem Kreisvorsitzendenteam des Kreisverbandes Gelnhausen stellte fest, dass die Besoldung der Lehrkräfte an Grundschulen nach A12 eine mittelbare Diskriminierung der überwiegend weiblichen Beschäftigten darstellt. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Juristinnen Kocher, Porsche und Wenckebach vom Februar 2016.

Die GEW-Hessen fordert deshalb Gleichbehandlung sowohl hinsichtlich der Pflichtstundenzahl als auch hinsichtlich der Vergütung nach A 13. Dieser Schritt der Gleichstellung sei überfällig und mehr als gerechtfertigt. Das Prinzip „Kleine Kinder – kleines Gehalt“ müsse auch im Interesse der Schülerinnen und Schüler durchbrochen werden; denn zunehmend steuert auch Hessen auf einen Lehrkräftemangel an Grundschulen zu.

Das alles sei nicht zum Nulltarif zu haben. „Doch wenn wir die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Beispiel des Bildungsforschers Prof. Klemm ernst nehmen, dass es gerade auf den Anfang der Lernbiografien der Kinder in Kita und Grundschule ankomme, müssten wir genau an dieser Stelle ansetzen“, heißt es in einer Erklärung der Lehrergewerkschaft GEW. Mehr Geld für die Grundschulen sei ein aktiver Beitrag, Bildungsbenachteiligung von Kindern auszugleichen und mehr Chancengleichheit zu leisten. Im November sind bundesweit immer wieder Aktionen zu der Situation der Grundschulkolleginnen und -kollegen geplant.

Protest gegen Lehrer-Umstrukturierung: Fotos 

Erste Fortschritte wurden in Berlin erreicht, wo die gleiche Bezahlung aller Lehrkräfte im Koalitionsvertrag festgehalten wurde, teilte die GEW mit. Nachdem viele Grundschullehrerinnen  und -lehrer im Main-Kinzig-Kreis bereits in den Schulen durch das Tragen eines Buttons und mit Luftballons auf ihre Forderungen aufmerksam gemacht hatten, trafen sich am Nachmittag ihre Vertreter und übergaben ein Schreiben mit ihren Forderungen an die Schulamtsleitung. (did)

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