Love Family Park

Love-Family-Park: „Eine Frage der Abwägung“

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20.000 Besucher zieht der „Love Family Park“ jährlich an. Der Magistrat der Stadt Hanau will den Bestand des Festivals auf den Großauheimer Mainwiesen dauerhaft sicher. -

Grossauheim - Die Herausnahme der Großauheimer Mainwiese aus dem Geltungsbereich des Landschaftsschutzgebietes „Hessische Mainauen“ ist nach Auffassung von Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) die „letzte Möglichkeit“, den Forbestand des Technofestivals „Love Family Park“ zu sichern. Von Dirk Iding

Heute ist dies Thema im Großauheimer Ortsbeirat , am Montag diskutiert darüber die Stadtverordnetenversammlung. .

In einem Schreiben an die Stadt Hanau hatte Staatssekretär Mark Weinmeister vom Hessischen Umweltministerium nach Angaben Kaminsky deutlich gemacht, dass er eine weitere Durchführung der Großveranstaltung innerhalb der Landschaftsschutzzone nicht für genehmigungsfähig halte. Somit, so Kaminsky, bleibe als „Ultima Ratio“ nur noch der Antrag ans Regierungspräsidium, die knapp 69.000 Quadratmeter große Veranstaltungsfläche für das Technofestival aus dem Landschaftsschutz zu entlassen. Das sei kein Antrag gegen den Naturschutz, findet Kaminsky. Vielmehr gelte es, in diesem Fall die Belange des Naturschutzes sorgfältig gegen die Bedeutung einer wichtigen Jugendkulturveranstaltung abzuwägen. „Die Agentur Cosmopop als Veranstalter benötigt unbedingt Planungssicherheit, sonst läuft die Brüder-Grimm-Stadt Gefahr, das renommierte Musikfestival zu verlieren“, so Kaminsky.

Von dem 69.000 Quadratmeter großen Festivalareal gehören rund 50 200 Quadratmeter der Stadt Hanau, rund 3300 Quadratmeter unterhalb der Hellentalbrücke dem Bund und rund 15 700 Quadratmeter befinden sich im Privatbesitz, aufgeteilt auf eine ganze Reihe verschiedener Eigentümer.

Love Family Park 2012

Deichkind, Sven Väth und andere DJs haben beim Love Family Park in Hanau für stimmungsvolle Musik gesorgt. Etwa 20.000 Menschen besuchten das Techno-Open-Air-Festival.

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„Der Nutzungsvertrag mit Cosmopop bezieht sich ausschließlich auf die städtischen Flächen“, erläuterte der für Grundstücksangelegenheiten zuständige Stadtrat Dr. Ralf-Rainer Piesold (FDP). Cosmopop sei von Anfang an darüber informiert gewesen, dass es auf dem Gelände auch Privateigentümer gibt und es in seiner Verantwortung liege, sich mit den jeweiligen Eigentümern beziehungsweise Pächtern über die Nutzung der Flächen zu einigen. Das bestätigte inzwischen auch Cosmopop-Sprecher Robin Ebinger: „Die Veranstaltung war ursprünglich ja viel kleiner und fand tatsächlich nur auf städtischen Gelände und dem Grundstück des Bundes statt. Erst in den letzten Jahren habe man mit der wachsenden Zahl der Besucher auch private Parzellen in Anspruch nehmen müssen, wobei Bühnen und Aufbauten weiterhin ausschließlich auf städtischemGelände stünden.

Um das Problem mit den vielen verschiedenen Eigentümern zu lösen, wurde von Seiten der Stadt auch erwogen, den Eigentümern einen Tausch mit Grundstücken außerhalb des Geländes anzubieten. Die Eigentumsfrage habe man dann aber vor dem Hintergrund der ungeklärten Genehmigungsfrage hintangestellt. Zur Herausnahme des Geländes aus dem Landschaftsschutz bedürfe es nicht der Genehmigung der privaten Eigentümer, denn die Eigentumsverhältnisse blieben von dem Vorgang ja unberührt. Auch würde die Fläche durch Aufhebung des Landschaftsschutzes weder automatisch als Veranstaltungsfläche noch zur Bewirtschaftung freigeben. Andere Veranstaltungen werde die Stadt dort keinesfalls genehmigen, bekräftigte Kaminsky. Lediglich für den LFP würde eine Ausnahmegenehmigung erteilt. „Für die Eigentümer ändert sich somit faktisch nichts,“ versicherte der OB.

Bilder vom Love Family Park

Love Family Park in Bildern

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