Herausforderung für Vereine

„Lüften, lüften, lüften“ heißt die Devise: Freizeitsportler kehren in die Sporthallen zurück

Gymnastikstunden im Freien, wie hier beim TFC Steinheim, waren kein Problem. In der Halle gilt es nun, die Hygieneregeln umso mehr zu beachten.
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Gymnastikstunden im Freien, wie hier beim TFC Steinheim, waren kein Problem. In der Halle gilt es nun, die Hygieneregeln umso mehr zu beachten.

Nach mehreren Monaten Sporttreiben im Freien kehren die Freizeitsportlerinnen und -sportler mit der kühleren Jahreszeit in die Sporthallen zurück. Das stellt die Sportvereine in Coronazeiten vor zusätzliche Herausforderungen.

Denn in geschlossenen Räumen gilt es besonders, auf Mindestabstände und Hygieneregeln zu achten, damit der Sport, der eigentlich die Gesundheit fördern soll, diese am Ende nicht gefährdet.

„Einige beim TFC Steinheim angebotene Sportarten können im Freien einfacher als in der Halle betrieben werden“, stellt Rupert Imgram vom Vorstand des Vereins mit zwölf Abteilungen und rund 550 Mitgliedern fest. Auf dem großen Außengelände konnte die Damen- und Herrengymnastik, die Fitness-Gymnastik 50Plus und anderes im Sommer noch weitgehend problemlos stattfinden. Nach dem Umzug in die Halle sei das alles ein wenig schwieriger geworden, so Imgram.

Auch beim TSV Klein-Auheim fand das Turn- und Fitnessprogramm mit Kursen wie Zumba, Bauch-Beine-Po und Rücken-Fit ab Mitte Mai ausschließlich im Freien statt. Einzige Ausnahme war die bei älteren Senioren beliebte Stuhlgymnastik, die bereits seit Monaten in der Halle angeboten wird. Deren Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich schon daran gewöhnt, was nun für alle Sporttreibenden in der Halle gilt: „Vor der Sportstunde werden die Hände desinfiziert, nach der Sporteinheit die Flächen und Geräte desinfiziert“, sagt Reiner Dieser, Vorsitzender des TSV Klein-Auheim.

Sitzgymnastik mit ausreichend Abstand: In der TSV-Halle sind die Seniorinnen und Senioren daran schon gewöhnt. Vor und nach der Übungsstunde ist gründliches Desinfizieren angesagt.

Auch bei der Turnerschaft Großauheim ist man mit den sportlichen Aktivitäten - von verschiedenen Fitness- und Gymnastikkursen bis zum Volleyball - wieder zurück in die Hallen gegangen. „Im Sommer haben unsere Abteilungen sehr flexibel auf die Situation reagiert und alle Aktivitäten ins Freie verlagert“, erinnert sich der Turnerschafts-Vorsitzende Klaus Pulter. Nun müssten Sportler und Vereinsverantwortliche ebenso flexibel sein, um das Angebot auch in den Hallen aufrecht erhalten zu können.

„Bei einigen Sportarten hatten wir da schon unsere Last. Es gab und gibt immer wieder Änderungen bezüglich der Hygiene-Vorgaben durch die Landesverbände etwa von Tischtennis, Ju-Jutsu oder durch den Hessischen Landessportbund“, versichert Rupert Imgram, dass man sich seitens des TFC-Vorstandes ständig Gedanken mache, einerseits die Sporttreibenden und Übungsleiter bestmöglich zu schützen und andererseits den Sport weiter anbieten zu können.

Beispiel Ju-Jutsu: Hier gehört Körperkontakt eigentlich zum Wesen dieser Kampfsportart. Das ist in Corona-Zeiten nicht möglich. Und so behelfe man sich mit „Trockenübungen“, übe Schlag- und Tritttechniken ohne Gegner. „Direkte Zweikämpfe finden zur Zeit nicht statt“, sagt Imgram.

Schon wieder anders sei die Situation beim Kendo. Der Kampf mit Holzstöcken könne auch auf Abstand geführt werden. „Die Kendo-Abteilung kann sportgemäß trainieren wie immer,“ so Imgram.

Von Seiten der Stadt Hanau gibt es für die in Hallen Sport treibenden Vereine vor allem eine Empfehlung: „Lüften, lüften, lüften!“ laute die Devise für Turnhallen und Sportstudios auch im Herbst und Winter. Die konstante Belüftung von Innenräumen in denen sich Gruppen von Menschen aufhalten, werde auch vom Robert-Koch-Institut dringend empfohlen.

Die Lüftungssysteme der Hanauer Sporthallen funktionieren auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Manche haben eine Lüftungsanlage, bei der es möglich sei, den Anteil der Außenluft zu erhöhen, die in die Halle geleitet wird. In einigen Hallen öffneten Fenster automatisch, in anderen Hallen müssten sie noch von Hand geöffnet werden. „In jedem Fall appellieren wir an die Sportlerinnen und Sportler, unsere Lüftungsmaßnahmen zu unterstützen und zu tolerieren“, betont Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Denn nur mit Hilfe von steter Frischluftzufuhr, sei es möglich, auch weiterhin in geschlossenen Räumen Sport zu treiben. „Es wird zwar in dieser Wintersaison etwas frisch in den Hallen, aber das ist im Interesse aller, die sie nutzen!“ Wärmere Sportkleidung und Sachen zum Wechseln seien da dringend zu empfehlen.

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