Im Wildpark Alte Fasanerie wird an einem Pilzlehrpfad gearbeitet

Lustige Holzpilze mit Kettensäge geschnitzt

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Mit Kettensäge, Schnitzsägen und Flex schafft Christoph Peez aus groben Holzblöcken wahre Kunstwerke. Für den neuen Pilzlehrpfad in der Klein-Auheimer Alten Fasanerie schnitzte er drei große Holzpilze.

Klein-Auheim -  Schon bald wird der Klein-Auheimer Wildpark „Alte Fasanerie“ um eine lehrreiche Attraktion reicher sein. Geplant ist die Einrichtung eines Pilzlehrpfades. Von Holger Hackendahl 

Damit das Wissen aber nicht allzu trocken vermittelt wird, hat der „Kettensägenschnitzer“ Christoph Peez drei lustige Pilzfiguren aus mächtigen Holzblöcken gefertigt. Drei Pilze in drei Tagen –Christoph Peez hatte unlängst alle Hände voll zu tun in seinem Unterstand vor dem Hessischen Forstmuseum. Aus drei bis zu 1,10 Meter hohen Holzblöcken – geschnitten aus einer alten Eiche, die vor einiger Zeit im Wildpark umgefallen war – schuf er drei lustige Pilzfiguren: Einen freundlich blickenden, weil in der Natur auch essbaren Steinpilz, einen grimmig und giftig dreinschauenden Knollenblätterpilz und ein drittes Exemplar, das im Bereich des Haupteingangs aufgestellt wird und künftig auf den Pilzlehrpfad hinweist.

Für Christoph Peez ist das Schnitzen mit der Kettensäge nicht mehr als ein Hobby. Seine Brötchen verdient der aus Mörfelden stammende Familienvater als Wirtschaftsjournalist. Das kreative Schnitzen mit schwerem Gerät ist da ein willkommener Ausgleich zur oft trockenen Materie, mit der er es als Journalist zu tun hat. Neben einer leistungsstarken 5,4 PS Motorsäge, die der Künstler zum Entrinden verwendet, benötigt Peez auch filigranes Werkzeug: Zwei Schnitzsägen mit je einem längeren und einem kürzeren Schwert, eine Flex mit Schleifscheibe zum Abschleifen des Holzes und einen Bandschleifer für Stellen am Corpus, wo Säge und Flex nicht hinkommen. „Zuerst zeichne ich mit Kreide oder Wachsstift an, wo Sockel und Pilzkappe entstehen sollen. Dann säge ich unten frei und die Pilzkappe rund. Danach gehe ich ans Gesicht, markiere die vorderste Front – also die Nase – und fange an, mich von diesem Punkt in das Gesicht hineinzuarbeiten“, erklärt der 58-Jährige seine Vorgehensweise.

Es ist nicht der erste „Auftrag“, den Peez für das Team des Klein-Auheimer Wildparks erledigte. Bereits im vergangenen Jahr schuf er die großen Holzbiber für die zur Zeit noch laufende Biber-Sonderausstellung des Hessischen Forstmuseums. Und die sind so gelungen, dass man bei der Konzeption des neuen Pilzlehrpfades rasch auf die Idee kam, den Kettensägenschnitzer erneut zu engagieren.

„Wir wollen unseren neuen Lehrpfad am Sonntag, 13. Mai, einweihen“, kündigte Sabine Scholl, Leiterin des Hessischen Forstmuseums an. Gemeinsam mit Pilzfachmann Dietmar Krüger aus Offenbach, einem zertifizierten Pilzsachverständigen von der Pilzschule Hessen, wurde der Pfad konzipiert. Einige Keramikmodelle, schmucke Abbilder von essbaren, ungenießbaren und giftigen Pilzen, sind bereits aufgestellt. Zwei der drei von Peez geschnitzten Pilze werden als Blickfang rechts und links des Pilzlehrpfads aufgebaut.

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Für das Wochenende, 12./13. Mai, plant das Wildparkteam ein „Holz-Wald-Familienwochenende“. Scholl: „Dabei wollen wir auf die vielfältige Funktion und die Biologie des Waldes sowie auf Holz als nachwachsenden Rohstoff hinweisen. Und in der Biologie eines Waldes spielen Pilze eine überaus wichtige Rolle.“ Zum Aktionswochenende sind zahlreiche Aktionen und Stationen rund um das Thema Holz und Wald geplant. Auch Holzschnitzkünstler Christoph Peez wird an beiden Aktionstagen vor Ort sein und sein Können zeigen, ebenso wie zwei Drechsler aus dem Hessenpark.

Das Holz-Wald-Familienwochenende ersetzt das viertägige Indianerlager, das bis 2016 stets im Mai auf der Festwiese stattfand, erläutert Scholl. Im Oktober wird dann im Forstmuseum auch eine Pilzausstellung eröffnet.

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