Wieder drei auf einen Streich

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„Der Froschkönig“, eine Inszenierung der vergangenen Spielzeit, wird im Rahmen von Sonder-Aufführungen noch dreimal im Amphitheater sowie bei einem Kulturfestival in Bad Homburg gezeigt.

Hanau - Das Musical „Die zertanzten Schuhe“, der Familienklassiker „Das tapfere Schneiderlein“ und „Die Schöne und das Tier“, heißen die Titel der drei Inszenierungen der 28. Brüder Grimm-Märchenfestspiele. Von Erwin Diel

76 Vorstellungen, die Größenordnung der vergangenen Saison, gehen vom 18. Mai bis 15. Juli kommenden Jahres über die Bühne des Amphitheaters an Schloss Philippsruhe.

Zum 2. Dezember startet der Kartenvorverkauf. Die Preise in den einzelnen Kategorien steigen um 50 Cent. Dafür ist mit dem Kartenpreis erstmals die Anreise innerhalb der Rhein-Main-Verkehrsverbundes mit Bussen und Bahnen bereits bezahlt, sagte bei der Programmpräsentation gestern Oberbürgermeister und Kulturdezernent Claus Kaminsky (SPD). Das Kombiticket für Eintritt und Anfahrt werde auch für meisten Konzertveranstaltungen im Amphitheater in der Open-air-Saison im Anschluss an die Festspiele gelten, kündigte Kulturmanager Klaus-Dieter Stork an. Die meisten der privaten Veranstalter machten bei dem Angebot mit.

Mischung aus bewährtem Stoff und unbekannten Stücken

Bei der Auswahl der Stücke setzt Festspielleiter Dieter Gring auf eine Mischung aus bewährtem Stoff und unbekannten Stücken. Obwohl die Sammlung der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm rund 200 Stücke umfasst, werde die Programmgestaltung immer schwieriger, sagte Gring. Eine Reihe von Stoffen eigne sich nicht für eine Inszenierung auf der Theaterbühne. Wirklich bekannt seien etwa 16 Märchen.

Mit einem Auge muss der Intendant auch auf das Publikumsverhalten schielen. Bekannte Märchen liegen regelmäßig bei den Vorverkaufszahlen vorne, unbekannte Stoffe haben es schwer. Deshalb heißt das Stück, zu dem Gring die Bühnenfassung schreibt, auch „Die Schöne und das Tier“, obwohl der Stoff bei den Grimms unter „Das singenden springende Löweneckerchen“ firmiert. Grings Titel lehnt sich an den Musical-Erfolg „Die Schöne und das Biest“ an. Das ist die gleiche Handlung, fußend auf einem alten französischen Märchen.

Als Schauspieler auf der Bühne stehen

Zum „Löweneckerchen“ liefert der Festspielleiter zwar die Textvorlage, er werde aber nicht als Regisseur arbeiten, sondern wolle nach elf Jahren mal wieder als Schauspieler auf der Bühne stehen. Wer das Stück inszeniert, ist noch offen. Mit Raphael Protiwensky und Frank-Lorenz Engel hat Gring zwei neue Autoren gewonnen. Beide verfügten über große Theatererfahrung, sagte Gring. Der Wiener Protiwensky schrieb die Texte für die zertanzten Schuhe, Engel ist für Buch und Regie beim tapferen Schneiderlein verantwortlich. Die Töne zum Musical komponierte Frank Moesner, der im vergangenen Jahr mit Ali Baba bei den Märchenfestspielen ein äußerst erfolgreiches Debut in Hanau gab. Regisseur des Musicals ist der Australier Marc Urquhart, der seit 17 Jahren zum Team der Märchenfestspiele gehört.

Die Schauspielersuche für das Musical sei bereits abgeschlossen, sagte Gring. Das Publikum dürfe sich auf eine Reihe von „starken Stimmen“ freuen. Die Inszenierung werde mit schmissigen Melodien alle Elemente eines traditionellen Musicals bieten. Gesungen wird live, die Musik kommt vom Band. Bei den Schauspielen setzt der Intendant auf das bewährte Ensemble.

Sonder-Aufführungen „Froschkönig“

Ergänzt wird der Spielplan durch drei Sonder-Aufführungen des „Froschkönigs“ aus der vergangenen Saison. Das Stück in der Inszenierung von Dieter Gring ist als Gastspiel auch beim Bad Homburger Poesie- und Literaturfestival zu sehen. Zum Rahmenprogramm in Hanau gehören die bekannte Veranstaltung „Tales and Music“, zwei Aufführungen des Höchster Ballettzentrums, ein Vortrag des bekannten Grimm-Forschers Prof. Heinz Röllecke und der schon traditionelle Auftritt der Philippsruher Schlosskonzerte im Amphitheater.

Den etwa 1 Million Euro umfassenden Etat der Märchenfestspiele bezuschusst die Stadt trotz angespannter Haushaltslage unverändert wieder mit 350.000 Euro. Nicht ausgeschöpfte Zuschüsse von 55000 Euro aus dem vergangenen Jahr stehen zusätzlich zur Verfügung. Damit soll die Qualität der Veranstaltung gesteigert werden. Im Amphitheater wird der Bereich für das Catering gepflastert. Mehr Geld soll auch in die Werbung fließen. Kommen wieder mehr als 60.000 Besucher, sei der Haushaltsplan ausgeglichen, sagte Stork.

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