Main-Kinzig-Kreis: Ab Samstagabend gilt die Ausgangssperre 

Im Main-Kinzig-Kreis greifen zahlreiche Regelungen der „Corona-Notbremse“ des Bundes

Der Main-Kinzig-Kreis ist einer der zahlreichen Landkreise in Hessen, wo ab heute mehrere Regelungen der in Berlin beschlossenen „Corona-Notbremse“ wirksam werden. Aufgrund der Überschreitung der laut Gesetz relevanten Inzidenzwerte von 100 beziehungsweise 150 bedeutet das unter anderem eine erneute nächtliche Ausgangssperre, Einschränkungen für Handel und Freizeitangebote sowie Beschränkungen für private Zusammenkünfte.

Hanau/Main-Kinzig-Kreis – „Die im Gesetz verankerten Vorgaben gelten in allen 29 Städten und Gemeinden des Main-Kinzig-Kreises“, erklärt die Kreisspitze. Gemeinsam appellieren Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (beide SPD) und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann (CDU) an die Bürger, auch diesen Auflagen im Sinne des Infektionsschutzes zu folgen. Erst wenn die Schwellenwerte für fünf Tage unterschritten werden, kann die Notbremse in Teilen wieder aufgehoben werden.

Joggen und Spaziergänge bis 24 Uhr erlaubt

Wie das Gesetz vorgibt, sind private Zusammenkünfte im öffentlichen oder privaten Raum nur mit Angehörigen des eigenen Haushaltes sowie einer weiteren Person gestattet. Kinder bis 14 Jahre werden dabei nicht gezählt. Zudem gilt ab sofort eine nächtliche Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr. Neben den bisher schon definierten Ausnahmen ist auch die „allein ausgeübte körperliche Bewegung“ im Freien bis 24 Uhr gestattet – also Joggen oder Spaziergänge.

Zunächst keine Schulschließungen im Main-Kinzig-Kreis

Auch die Schulen und Kindertagesstätten im Main-Kinzig-Kreis und im Stadtgebiet von Hanau müssen sich auf Schließungen und Notbetreuungsbetrieb einstellen. Für den Montag wird es eine solche Veränderung für Kinder und Jugendliche noch nicht geben. Gleichwohl geht das Gesundheitsamt aufgrund der bereits eingegangenen und gemeldeten Neuinfektionen von weiter steigenden Inzidenzwerten aus. Die Änderungen treten in Kraft, wenn der Inzidenzwert an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Marke von 165 überschreitet. Maßgeblich sind die vom Robert-Koch-Institut erfassten Zahlen und die in der Folge vom Hessischen Sozialministerium veröffentlichten Anordnungen.

Weiterhin Wechselunterricht und regelmäßige Corona-Tests für Schüler

Aktuell gelten für die Schulen im Main-Kinzig-Kreis zunächst noch die ab einer Inzidenz von 100 getroffenen Regelungen mit überwiegendem Wechselunterricht. Zudem sollen die Schülerinnen und Schüler zweimal in der Woche auf eine Corona-Infektion getestet werden.

Schon ab Samstag ist die Öffnung von Freizeiteinrichtungen wie Badeanstalten, Wellnesszentren und Fitnessstudios untersagt. Die Außenbereiche von zoologischen und botanischen Gärten dürfen „mit angemessenen Schutz- und Hygienekonzepten“ geöffnet werden. So bleibt zum Beispiel der Wildpark „Alte Fasanerie“ in Klein-Auheim geöffnet, die Besucher müssen aber ein negatives Testergebnis vorlegen (dazu Meldung rechts).

Abholung von Waren und Speisen möglich

Im Einzelhandel dürfen nur noch Lebensmittelgeschäfte, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörakustiker, Stellen des Zeitungsverkaufs, Buchhandlungen, Blumenfachgeschäfte, Tierbedarfsmärkte, Futtermittelmärkte und Gartenmärkte öffnen. Bei allen weiteren Geschäften, darunter auch Baumärkte, wäre unter einer Inzidenz von 150 der Einkauf mit Termin (Click & Meet) möglich. Dieser Wert wurde im Main-Kinzig-Kreis jedoch seit mehreren Tagen deutlich überschritten, sodass diese Option laut Bundesgesetz derzeit nicht besteht. Abholung von Waren und Speisen beziehungsweise deren Auslieferung bleibt weiterhin möglich.

Laut Auskunft der Bundesregierung bleibt „im Dienstleistungsbereich alles offen, was nicht ausdrücklich untersagt wird“, also beispielsweise Fahrrad- und Autowerkstätten, Banken und Sparkassen, Poststellen und Ähnliches. Ein Friseurbesuch ist ebenfalls möglich, allerdings ist dazu ein negatives Testergebnis nötig, das nicht älter als 24 Stunden sein darf. Gemäß den Vorgaben kann das laut Pressemitteilung des Kreises das Ergebnis eines aktuellen Bürgertests (im Testzentrum) oder eines vor Ort vorgenommenen Selbsttests sein.

Massive Einschränkungen für private Begegnungen“

„Vor allem bedeuten die neuen Regelungen für die privaten Begegnungen weiterhin massive Einschränkungen“, betont die Kreisspitze. „Diese Auflagen haben das vorrangige Ziel, die privaten Kontakte weitgehend zu reduzieren und damit die Ansteckungen zu erschweren.“ Nach Auskunft des Gesundheitsamtes sind die Übertragungen im privaten Umfeld weiterhin die größten Faktoren im Infektionsgeschehen.

Homeoffice-Pflicht für Beschäftigte

Ein weiterer Bereich sind die Ansteckungen am Arbeitsplatz. Hier ist die Verpflichtung, Homeoffice anzubieten, wenn dies betrieblich möglich ist, bereits jetzt schon Bestandteil der Corona-Arbeitsschutzverordnung. Mit der Aufnahme in das Infektionsschutzgesetz wird diese Option noch einmal verstärkt. Denn Beschäftigte haben jetzt die Pflicht, Homeoffice-Angebote wahrzunehmen, wenn es die privaten Verhältnisse zulassen.

Kreisspitze setzt auf Eigenverantwortung

Für die Kreisspitze sind diese vereinbarten Vorschriften wichtige Instrumente, um der Ausbreitung der Pandemie zu begegnen. Voraussetzung sei aber, dass diese Instrumente auch von allen konsequent angewandt werden. „In der aktuellen Situation bleiben keine anderen Maßnahmen, um das Gesundheitssystem, aber auch jeden einzelnen Menschen vor der teilweise schweren Erkrankung zu schützen“, betonen Thorsten Stolz, Susanne Simmler und Winfried Ottmann. Zudem werben sie erneut für die Nutzung der Test- und Impfmöglichkeiten. Alle Säulen zusammengenommen könnten nach ihrer Auffassung den Rückgang der Inzidenz und damit die Lockerung der Einschränkungen beschleunigen. Losgelöst von bundeseinheitlichen Regelungen komme es weiter „vor allem darauf an, dass jeder eigenverantwortlich mitmacht“. kd

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