Coronavirus

Gesundheitsamt warnt Bevölkerung: Zu viele bleiben nicht in Quarantäne - es drohen Strafen!

Quarantäne Main-Kinzig-Kreis Strafen
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Immer mehr Menschen im Main-Kinzig-Kreis bleiben nicht in Quarantäne. Das kann schwerwiegende Folgen haben-

Im Main-Kinzig-Kreis mehrt sich die Zahl der Quarantäne-Brecher. Dafür drohen empfindliche Strafen und sogar Gefängnis.

Main-Kinzig-Kreis - Das Infektionsgeschehen bleibe im Main-Kinzig-Kreis ebenso wie in anderen Teilen des Landes erhöht, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises. Das Gesundheitsamt hat am Donnerstag (01.10.2020) neun Neuinfektionen gemeldet, aus Hanau (3), Bad Orb (2), Erlensee, Maintal, Schöneck und Wächtersbach. Die Zahl der „aktiven“ Fälle liegt bei 154. Für die Infizierten hat das Gesundheitsamt häusliche Isolierung angeordnet. Gleiches gilt für die engen Kontaktpersonen. Die Zahl dieser Kontaktpersonen liegt bei über 500, wobei ein Großteil davon auf Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte zurückgeht.

„Wichtiger als die Gesamtzahl der Menschen in häuslicher Isolierung ist aber, dass sich jeder und jede Einzelne in der Situation bewusst macht, wie wichtig diese Anordnung ist“, sagte Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (SPD).

Main-Kinzig-Kreis: Quarantäne sei der „wichtigste Hebel zur Unterbrechung von Infektionsketten“

Und sie findet klare Worte: „Sie ist der wichtigste Hebel zur Unterbrechung von Infektionsketten. Wer sich eigenmächtig über die Quarantäne hinwegsetzt, begeht eine echte Straftat und gefährdet seine Mitmenschen, oft die, die ihm am nächsten stehen“,fordert sie die Betroffenen dazu auf, Vorsicht walten zu lassen. Es drohen Bußgelder und Freiheitsstrafen.

Mit sogenannten Quarantäne-Brechern hatte es das Gesundheitsamt bis in den Sommer hinein so gut wie gar nicht zu tun. Bis zu den Sommerferien hatte das Gesundheitsamt nur in einem Fall bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige gestellt. Mittlerweile sind es drei Anzeigen und in sieben weiteren Fällen bereitet das Gesundheitsamt die Strafanzeigen gerade vor. Dabei handelt es sich sowohl um laborbestätigte Covid-Fälle als auch um enge Kontaktpersonen, die sich nicht an die strikten Regeln ihres Absonderungsbescheids gehalten haben.

Die Staatsanwaltschaft prüft die jeweilige Strafanzeige und ermittelt eigenständig. Die bereits angestoßenen Verfahren laufen noch. Sollte die Justiz ein strafbares Verhalten feststellen, bringt sie dies zur Anklage beim Amtsgericht. Den Angeklagten drohen hohe Bußgelder, je nach Fall auch Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr.

Corona im Main-Kinzig-Kreis: Schnelligkeit und Konsequenz seien geboten

„Die häusliche Isolierung ist eine massive Einschränkung für jeden Betroffenen, völlig klar“, räumt Simmler ein. Aber: „Das Gesundheitsamt ordnet sie auch nur dann an, wenn ein erhöhtes Risiko sehr plausibel erkennbar ist, dass sich das Coronavirus weiterverbreitet haben könnte. Dann sind Schnelligkeit und Konsequenz geboten, um größere Ausbrüche zu verhindern, und bei allem braucht es die eigenverantwortliche Mitarbeit. Insofern der Appell an alle: Nehmen Sie diese Maßnahme ernst, helfen Sie bei der Pandemie-Bewältigung weiter mit.“

Unter den neun Neuinfektionen am Donnerstag ist ein Mitglied der Schulgemeinde der Grundschule Brachttal. Das „Team Schule“ des Gesundheitsamts hat den Kontakt zur Schulleitung aufgenommen und die Nachverfolgung aller Kontaktpersonen eingeleitet. Vorsorglich hat das Gesundheitsamt für 22 Personen häusliche Isolierung angeordnet.

Von den mittlerweile 1 415 Covid-Fällen seit Ausbreitung im März gelten 1 209 als genesen. Der Inzidenzwert über das Infektionsgeschehen binnen einer Woche pro 100 000 Einwohner ist am Donnerstag erstmals seit Tagen wieder leicht gesunken. Er liegt damit weiter unter der Marke von 20 Infizierten pro 100 000. Stationär in Krankenhäusern behandelt werden derzeit sieben Covid-Patienten aus dem Main-Kinzig-Kreis.  

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