Status wechselt die Farbe

Kita im Main-Kinzig-Kreis testet neu entwickelte Corona-Warn-App

Die Testphase der Corona-App im Krippenhaus kann beginnen: (von links) Dr. Bernd Hölper, Kita-Leiterin Sophia Büdel und Bürgermeister Glöckner.
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Die Testphase der Corona-App im Krippenhaus kann beginnen: (von links) Dr. Bernd Hölper, Kita-Leiterin Sophia Büdel und Bürgermeister Glöckner.

Mit einer App sollen Infektionsketten im Main-Kinzig-Kreis nachvollzogen werden. Getestet wird in einer Kita.

  • Im Main-Kinzig-Kreis wird eine Corona-App entwickelt.
  • Die App soll in einer Kita getestet werden.
  • Mit der Corona-App kommt auch ein Corona-Pass.

Main-Kinzig-Kreis – Wie die schrittweise Öffnung der Kitas im Main-Kinzig-Kreis genau aussehen wird, dafür werden derzeit Konzepte erarbeitet. In besonderer Weise hat sich die Stadt Gelnhausen auf die Öffnung des zentralen Krippenhauses am Hallenbad vorbereitet: Eine anonymisierte Warn-App, die in der Region entwickelt wurde, soll helfen, Infektionsketten nachzuvollziehen und die Kinder so besser zu schützen.

„Die App wird bereits im medizinischen Bereich im Triangulum und einigen Firmen getestet“, berichtet Bürgermeister Daniel Christian Glöckner. In Absprache mit dem Team und den Eltern werde das Krippenhaus im Zuge dieses „Leuchtturm-Projekts“ als erste Kita die Applikation im Corona-Alltag erproben.

Corona-App kommt aus dem Main-Kinzig-Kreis

Die App nennt sich „MyBodyPass“. Christian Romeis aus Gründau-Rothenbergen hat sich um die Entwicklung und Programmierung gekümmert; für Grafikdesign, Mediengestaltung, konzeptionellen Aufbau und Marketing zeichnet Tim Schätzke verantwortlich. Initiiert wurde die Entwicklung der App von Neurochirurg Dr. Bernd Hölper und Dr. Michael Eichler, den Betreibern des Wirbelsäulenzentrums Main-Kinzig-Fulda, sowie dem Ingenieur Daniel Auerbach. Dr. Hölper testet aktuell in seiner eigenen Praxis im Triangulum in Gelnhausen den Prototypen der neuen Corona-App, die mit dem Smartphone oder in Kombination mit einem Tablet genutzt werden kann.

Die App, die kostenlos heruntergeladen werden kann, analysiert das Bewegungsprofil der Nutzer und kann so Hinweise geben, ob diese Kontakt zu Infizierten hatten. „Der Nutzer kann jederzeit selbst entscheiden, ob er die App anonym oder mit einer E-Mail-Adresse nutzen möchte“, erläutert Romeis. „Wir speichern E-Mail-Adressen nur, wenn der Benutzer es so will. Der Benutzer kann sein Konto auch jederzeit wieder entfernen.“

Corona-App aus dem Main-Kinzig-Kreis arbeitet mit farbigem Statussystem

Die App arbeitet mit einem QR-Code und einem farbigen Statussystem. Sobald sich der eigene Status oder der Status eines zugeordneten Kontakts ändert – also beispielsweise von Grün (Alles in Ordnung) in Gelb (gesicherter Kontakt mit einem durch offizielle Stellen positiv gemeldeten Menschen) – wird der Nutzer über die App benachrichtigt.

Im Fall der Kita erhält jedes Kind seine eigene „Scheckkarte“. Die Eltern können den QR-Code dieser Karte in der App einlesen und einen Familienverbund anlegen. „Hierüber ist es möglich, den Eltern eine Statusmeldung für ihr Kind datenschutzsicher und anonym zu senden“, so der IT-Spezialist. Mit der Karte checken sich jedes Kind und die Erzieherin täglich in die eigene Gruppe an einem Kontaktpunkt ein – zum Beispiel einem Tablet mit der entsprechenden Software. Wird bei einem Kind oder einem Mitglied des Kita-Teams eine Corona-Infektion festgestellt, werden die anderen informiert. Die Teilnahme ist für alle freiwillig.

Der Corona-Pass kann in Kitas und Schulen, aber auch in Unternehmen und in der Gastronomie zum Einsatz kommen. Geschäftsinhaber, Arztpraxen oder Behörden, die sich für die Teilnahme an dem Pilotprojekt interessieren, können sich per E-Mail an info@mybodypass.de wenden. 

kd

Infos im Internet: mybodypass.de

Nicht nur im Main-Kinzig-Kreis, auch in Dreieich wird an einer Corona-App gearbeitet.

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