Seit fast zehn Jahren verschwunden

Noch immer keine heiße Spur im Fall „Andrea König“

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Seit Dezember 2008 ist „Andrea König“ verschwunden.

Hanau/Main-Kinzig-Kreis - Es ist wohl einer der rätselhaftesten Kriminalfälle.  Seit fast zehn Jahren wird Andrea Beate Kunz vermisst, die unter dem Pseudonym „Andrea König“ als Prostituierte arbeitete. Die Kripo Hanau geht von einem Verbrechen aus. Von Andreas Ziegert 

Doch eine heiße Spur haben die Ermittler bis heute nicht. Erst Ende Februar diesen Jahres hatte die Kriminalpolizei Hanau erneut um Mithilfe bei der Suche nach der seit fast zehn Jahren verschwundenen Andrea Beate Kunz gebeten, die in Bad Orb als Prostituierte arbeitete. Über 50 Hinweise gingen seitdem ein, eine heiße Spur war allerdings bislang nicht dabei. Das Schicksal der damals 47 Jahre alten Frau bleibt somit weiterhin ungeklärt.

Der Fall ging nicht nur durch viele Print- und Onlinemedien, auch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ wurde über den ungewöhnlichen Fall berichtet. Kriminalhauptkommissar Michael Zull aus Hanau sprach im Fernsehstudio mit Moderator Rudi Cerne über das mysteriöse Verschwinden von Andrea Beate Kunz am Abend des 5. Dezembers 2008, die in einer Wohnung in Bad Orb unter dem Pseudonym Andrea König der Prostitution nachging und von Anfang 2005 bis Ende 2006 eine ähnliche Wohnung in Biebergemünd unterhielt.

Inzwischen hat die Kripo laut Zull alle bislang gemeldeten Hinweise abgearbeitet. Besonders interessant erschien eine Spur, wonach die Vermisste kurz nach ihrem Verschwinden nochmals gesehen worden sein soll, was sich aber nicht bestätigt hat.

Auch der Fund einer weiblichen Leiche an einer Bahnstrecke landete auf dem Tisch von Zull, da es Anhaltspunkte gab, die auf die damals 47-Jährige hätte schließen lassen können. Ein DNA-Abgleich fiel aber negativ aus. „Wir werden natürlich auch in Zukunft allen Hinweisen nachgehen“, ist der Fall laut Zull für die Kripo nicht abgeschlossen, so lange das Schicksal der Vermissten ungeklärt ist.

Auch fast zehn Jahre nach ihrem Verschwinden ist das Schicksal von Andrea Beate Kunz ungeklärt.

Besonders interessant ist für die Ermittler weiterhin ein angeblicher Kunde aus dem Raum Schlüchtern, der sie am Vorabend des Nikolaustages im Jahr 2008 zu einem Hausbesuch abgeholt haben soll. Dieser Mann, der damals auf 30 bis 40 Jahre geschätzt wurde und heute entsprechend älter sein dürfte, soll von Beruf „Sohn“ gewesen sein. Die Kripo Hanau bringt ihn deswegen mit einem eher wohlhabenden Elternhaus in Verbindung, in dem es eine Sauna und sogar ein eigenes Schwimmbad gegeben haben soll. Umso wichtiger ist für die Beamten, dass sich dieser letzte Kunde, der für die Ermittler als wichtiger Zeuge gilt, meldet. Frau Kunz soll diesen Kunden bereits aus ihrer Zeit in Biebergemünd gekannt haben

Ob sie bei diesem Kunden jemals ankam oder ob die Fahrt woanders hinging, ist bis heute allerdings völlig ungewiss. Bekannt ist bislang, dass die Vermisste letztmalig am Tag ihres Verschwindens abends gegen 22 Uhr bei ihrem Ehemann anrief und ihm von Schwierigkeiten berichtete. Zu diesem Zeitpunkt dürfte sich die 47-Jährige allerdings laut Handyortung im Bereich des Hahnenkamms in der Nähe von Alzenau aufgehalten haben. Was die Frankfurterin in die hessisch-bayerische Grenzregion führte, die etwa 50 Kilometer von Schlüchtern entfernt liegt, konnte bis heute nicht aufgeklärt werden.

Die wichtigsten Notruf-Nummern

Die heute 57-jährige Andrea Kunz ist etwa 1,65 Meter groß und hatte zum Zeitpunkt ihres Verschwindens eine schlanke Gestalt und ein altersgemäßes Aussehen. Sie trug damals schulterlanges, gelocktes schwarzes Haar mit roten Strähnen und sprach Frankfurter Dialekt. Am linken Unterarm hat sie eine markante Tätowierung in Form eines stilisierten Kreuzes mit Strahlenkranz. Zuletzt war Frau Kunz mit einer Bluejeans und einer schwarzen Winter-Langjacke aus synthetischem Material bekleidet, das Innenfutter dieser Jacke ist schwarz/braun gemustert.

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