Kreis unterstützt Tsunami-Opfer

Nachhaltige Hilfe für Sri Lanka: Neue Wohnhäuser

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Dank der Spenden aus dem Main-Kinzig-Kreis kommen regelmäßig neue Wohnhäuser hinzu. Mittlerweile sind bereits 284 Häuser entstanden und zum neuen Zuhause für viele Menschen geworden.

Main-Kinzig-Kreis - Fast 14 Jahre nach der verheerenden Tsunami-Katastrophe in Südostasien, die alleine auf Sri Lanka 50 .000 Tote forderte, waren Landrat a. D. Karl Eyerkaufer und seine Frau Marion erneut mit einer Gruppe aus dem Main-Kinzig-Kreis in der Partnerregion.

Es ist bereits die 25. Hilfsreise nach Beruwala. Noch immer sind die Zerstörungen der Flutwellen sichtbar, viele Familien hausen unter Bretterverschlägen in Elendshütten und es fehlen vor allem Einkommensmöglichkeiten. Auch 14 Jahre nach der der Tsunami-Katastrophe sei Hilfe auf Sri Lanka bittere Notwendigkeit, wie Karl Eyerkaufer betont. Bereits zum 25. Mal reisten der ehemalige Landrat und seine Frau mit einer Gruppe aus dem Main-Kinzig-Kreis nach Beruwala an der Südwestküste von Sri Lanka. Ebenfalls mit dabei: Der frühere Kreisbeigeordnete Matthias Zach und die Kreistagsabgeordnete Ursule Conen sowie neun Sponsoren der Aktion „Main-Kinzig-Kreis hilft Beruwala“.

Während des Aufenthalts konnten wieder viele Familien ihre Behausungen verlassen und in neue Wohnhäuser ziehen. Damit haben sie jetzt erstmals eine Toilette, Wassertank und elektrischen Strom. Im Rahmen dieser einmaligen Aktion wurden bereits 284 Häuser gebaut und die Warteliste der Hilfesuchenden ist lang.

Wie nachhaltig die Unterstützung wirkt, zeigt die Familie Bandara, die im April 2018 mit ihren vier Kindern eine neue Unterkunft bezog. Sie hat inzwischen einen Anbau errichtet und dort mit gebrauchten Nähmaschinen einen kleinen Nähbetrieb mit vier Arbeitsplätzen geschaffen. „Dieses Beispiel zeigt, dass bereits 1 500 Euro für ein neues Haus einen weitreichenden Effekt haben können“, sagt Eyerkaufer.

Im Sinne einer nachhaltigen Hilfe ist auch die Verbesserung der Bildungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche eine zentrale Aufgabe der Aktion „Main-Kinzig-Kreis hilft Beruwala“. So erhielt der im April 2018 eingeweihte 13. Kindergarten St. Lazarus einen Spielplatz mit sechs Sportgeräten und die weiteren Kindergärten Lehr- und Lernmittel. Als Höhepunkt der Reise konnte dank einer großherzigen Spenderfamilie aus dem Main-Kinzig-Kreis der Padagoda Schule ein neues Schulgebäude übergeben werden. Auf dem Gelände der Schule fand dann noch eine Brillenaktion statt, bei der 450 Brillen eine reißende Abnahme fanden und den Empfängern eine neue Lebensqualität ermöglichen.

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Mit Hilfe der Spenden können außerdem einigen Jugendlichen aus armen Familien qualifizierte Ausbildungsmaßnahmen angeboten werden. Im Iqraa Technical Training Institute Beruwala lernen die 16-jährigen Lehrlinge Rinas, Ishfak und Isfan seit vier Monaten die Berufe Automechaniker und Klimatechniker. Die Kosten für die zweieinhalbjährige Ausbildung betragen pro Schüler 1 500 Euro, der „Ertrag“ sind große berufliche Chancen für das weitere Leben der jungen Menschen.

Die vier jungen Frauen, Hussaina, Salmath, Mumthas und Shafaniya, die nach einem erfolgreichen Nähkurs je eine elektrische Nähmaschine erhalten haben, bearbeiten inzwischen so viele Aufträge, dass sie ihre Familie ernähren können. Sie nähen Schul- und Kinderkleider in Heimarbeit für eine Textilfabrik. Wie Eyerkaufer erläutert, sollen je nach den finanziellen Möglichkeiten im Rahmen des Hilfsprojektes diese Maßnahmen der Ausbildung für junge Männer und der beruflichen Selbstständigkeit von jungen Frauen ausgebaut werden.

Ein weiterer Bereich bleibt die Unterstützung insbesondere der Waisenhäuser in der Region Beruwala. Das St.Vincent Jungen-Kinderheim, die Mädchenheime Pahalage und Wijesinghe und das Heim für geistig und körperlich behinderte Kinder erhielten Nahrungs- und Hygienemittel, jeweils gespendet von Bürgern aus dem Main-Kinzig-Kreis. Schon seit sieben Jahren wird sukzessive für eine menschenwürdige Ausstattung des Waisenhauses „Mama und Papa“ gesorgt.

Am letzten Tag des Aufenthalts konnten während einer Sprechstunde in der aus Spenden errichteten Frauenklinik im Stadtteil Maradana insgesamt 125 Patientinnen neue Babypflegeartikel übergeben werden. Beim Zusammentreffen mit dem Deutschen Botschafter, Herrn Jörn Rohde, sprach dieser der Hilfsaktion des Main-Kinzig-Kreises seinen Dank aus und bezeichnete sie als effektiv, nachhaltig und unverzichtbar. Mit zu verdanken ist das den Koordinatoren vor Ort, die alle Projekte umsetzen und damit die anhaltende Not dort bekämpfen, wo sie entsteht. (lj)

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