Schuldenabbau entscheidenden Schritt weiter

Erstmals frei von Kassenkrediten

Main-Kinzig-Kreis – Zum Jahreswechsel 2018/2019 hat der Main-Kinzig-Kreis seinen Kassenkreditrahmen, sozusagen den „Dispo“ des Landkreises, auf Null setzen können. Somit ist der Kreis erstmals in seiner Geschichte frei von Kassenkrediten.

Das teilt Landrat und Finanzdezernent Thorsten Stolz nun mit. „Die Entschuldung unseres Main-Kinzig-Kreises ist damit einen weiteren großen Schritt vorangekommen. Das ist eine sehr gute Entwicklung, aber wir müssen hier weiter am Ball bleiben.“
Mit der Hessenkasse ist es dem Main-Kinzig-Kreis möglich geworden, einen großen Teil seiner restlichen Kassenkredite abzulösen. Denn selbst nach erfolgreichem Verlassen des „Schutzschirms“ des Landes Hessen betrug die Summe der Altdefizite noch 170 Millionen Euro. Dieses Minus, das Ende 2017 sogar noch bei über 200 Millionen Euro lag, wurde nun über die Hessenkasse und aus laufenden Überschüssen abgebaut.

Der Main-Kinzig-Kreis ist mit dem Programm Hessenkasse gleichwohl verpflichtet, bis 2025 jedes Jahr rund 10,3 Millionen Euro an weiteren Überschüssen zu erwirtschaften und die durch die Hessenkasse abgelösten Kassenkreditverbindlichkeiten zu tilgen. Zudem baut der Kreis den Vorgaben entsprechend einmalig in diesem Jahr eine so genannte Liquiditätsreserve über rund 12 Millionen Euro auf.

Der Gesamtschuldenstand des Main-Kinzig-Kreises wurde seit 2012 von 652 Millionen auf nun 224 Millionen Euro gesenkt. Für die Investitionen in die Infrastruktur, insbesondere in den Bereich der Schulen, kommt der Kreis ohne neue Schulden aus. Alleine im laufenden Jahr sollen mehr als 32 Millionen in die rund 100 Schulen im Kreisgebiet fließen. Von 2018 bis 2020 werden es zusammengenommen 93 Millionen Euro sein - so viel wie nie zuvor in der Kreisgeschichte, um die Schulen weiter zu modernisieren. Nicht einberechnet sind die Ausgaben, die über die Breitband Main-Kinzig in die Glasfaser-Anbindung der Schulen im Kreis fließen.

Wichtig sei aus Sicht von Landrat Thorsten Stolz, dass nachhaltige Zukunftsinvestitionen umgesetzt werden, um den Main-Kinzig-Kreis als Wohn- und Wirtschaftsstandort noch weiter zu stärken. Für den Landrat zählen neben den millionenschweren Investitionen in Bildung und Schule dazu unter anderem die Fortsetzung der Strategie „Gesunde Kliniken 2020“, in deren Rahmen rund 75 Millionen Euro in die Klinikstandorte Gelnhausen und Schlüchtern investiert werden, der Aufbau einer Akademie für Gesundheit und Pflege, weitere Seniorendependancen der Alten- und Pflegezentren, die Schaffung von weiterem bezahlbaren Wohnraum sowie die Stärkung des Ländlichen Raums.

Bilder: Graffitis in Hanau

„Zum haushaltspolitischen Dreiklang zählen aber nicht nur die Entschuldung und die Zukunftsinvestitionen, sondern auch die Entlastung der Kommunen“, erläutert Landrat Stolz. „Wir haben die Kommunen bereits entlastet über die Absenkung der Umlagesätze in 2018 um insgesamt drei Punkte. Im Laufe des Jahres 2019 werden wir sehen, welche zusätzlichen Spielräume es gibt, denn dann liegen erste belastbare Zahlen für den Haushalt 2020 vor“, führt der Landrat weiter aus.

Auch der Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses, Karl Netscher, freut sich über die aktuelle Entwicklung: „Das ist eine gute Entwicklung für unseren Landkreis, die so noch niemand vor Jahren erwartet hätte.“ (lj)

Rubriklistenbild: © dpa

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