IHK-Studie: Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor

500 Millionen Euro bleiben im Kreis

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Der Main-Kinzig-Kreis hat touristisch viel zu bieten und profitiert von seinen Gästen. Eines der beliebtesten Ausflugsziele ist die Ronneburg.

Hanau/Main-Kinzig-Kreis - Der Tourismus ist für den Main-Kinzig-Kreis zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Das geht aus einer neuen Studie hervor, die die Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern jetzt vorlegte.

Rund 500 Millionen Euro jährlich fließen demnach dank Touristen in den Main-Kinzig-Kreis. Wie viele Menschen besuchen den hessischen Spessart im Jahr? Übernachten sie in der Region? Welche Gäste-Kaufkraft bleibt im Spessart? Was haben die Menschen im hessischen Spessart davon? Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern beleuchtet in einer aktuellen Studie die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für die Wirtschaft im Main-Kinzig-Kreis. „Es bleiben rund 500 Millionen Euro bei uns hängen. Damit ist der Tourismus ein ganz wichtiger Wirtschaftszweig für den hessischen Spessart. Für die Wirtschaft im Kreis bietet der regionale Tourismus immense Chancen“, berichtet Dr. Gunther Quidde, Hauptgeschäftsführer der IHK.

Laut Einschätzung der IHK stärkt ein funktionierender Tourismus auch das Image einer Region. Außerdem: Touristen geben Geld aus, das den Menschen und der Wirtschaft im Kreis zugute kommt. Unter anderem profitiere so auch der Einzelhandel. Über das Steueraufkommen profitierten wiederum auch die Kommunen. „Diese oftmals unterschätzten wirtschaftlichen Effekte lassen sich für die Querschnittsbranche Tourismus nur anhand spezifischer Studien nachweisen“, macht Quidde deutlich. Aus diesem Grund bat die IHK die dwif-Consulting GmbH, München, die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für den Spessart im Jahr 2016 zu ermitteln.

Vergangenes Jahr wurden im Main-Kinzig-Kreis demnach Umsätze aus dem Tourismus in Höhe von 502,2 Millionen Euro erwirtschaftet. „Mich haben die vielen Tagesbesucher überrascht, die 318,7 Millionen Euro Brutto-Umsatz generieren“, erläutert Quidde. Laut Studie kommt statistisch auf neun Tagestouristen eine Übernachtung, oder absolut: Den 12,5 Millionen Tagesreisenden stehen 1,374 Millionen Übernachtungen gegenüber.

Interessant sind dabei die ermittelten Durchschnittsausgaben je Tagestourist: Sie oder Er gibt gut 25 Euro pro Tag in der Region aus. Die Gäste von gewerblichen Betrieben, Privatvermietern sowie Campingbetrieben sorgten für Umsätze in Höhe von 186,5 Millionen Euro. Dabei verteilen sich die Umsätze zu gut 44 Prozent auf Beherbergung und Gastronomie sowie zu 35 Prozent auf den Einzelhandel und zu 21 Prozent auf andere Dienstleistungen.

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„Diese Zahlen belegen, dass nicht nur die touristischen Hauptakteure maßgeblich vom Tourismus profitieren“, unterstreicht Quidde. Aus dem Umsatz wurde ein absoluter touristischer Beitrag zum Primäreinkommen von 242,3 Millionen Euro ermittelt. Anders formuliert: Rein rechnerisch liefert der Tourismus im Main-Kinzig-Kreis Beschäftigung für 9 090 Menschen. Kreis, Städte und Gemeinden profitieren von 46,8 Millionen Euro Mehrwertsteuer und Einkommensteuer, die der Tourismus generiert.

Die Studie bestätigt die IHK in ihren Anstrengungen, den hessischen Spessart für Gäste noch attraktiver zu machen. Quidde sieht neben den monetären Wirkungen auch weitere wirtschaftliche Effekte. Dennoch: „Ein Umsatz von 500 Millionen Euro pro Jahr durch den Tourismus im Main-Kinzig-Kreis klingt auf den ersten Blick sehr gut. Wenn wir uns aber klar machen, dass der Tourismus trotz aller Naturschönheiten, trotz der guten Erreichbarkeit und trotz zwei renommierter Kurorte nur zwei Prozent zum Einkommen der Menschen in der Region beiträgt, müssen wir einsehen, dass da noch deutlich mehr geht“, findet der IHK-Hauptgeschäftsführer. (did)

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