Ostermarsch in Bruchköbel

„Nicht noch mehr Geld fürs Militär“

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Rund 300 Teilnehmer zählte gestern die traditionell Ostermarsch-Kundgebung in Bruchköbel, zu der unter anderem die Hanauer Friedensplattform aufgerufen hatte. Prominenteste Rednerin war die Linken-Politikerin Sevim Dagdelen.

Hanau/Bruchköbel - Eine „Welt ohne Krieg“ und eine „solidarische Gesellschaft“ mahnte DGB-Gewerkschaftssekretär Tibias Huth gestern beim Auftakt der bundesweiten Ostermärsche auf dem Freien Platz in Bruchköbel vor rund 300 Kundgebungsteilnehmern an.

Doch gebe es keinerlei Zeichen dafür, dass diese Wünsche sich bald erfüllen. Die neue Große Koalition lasse keine Bestrebungen erkennen, der sozialen Spaltung im Inneren entgegenzuwirken. Mit einer Steigerung der Rüstungsexporte sorge sie dafür, dass eine „Zündschnur rund um den Globus gelegt“ werde. Die „rote Linie des Erträglichen“ sei „längst überschritten,“ so Huth.

Das sieht auch die Bundestagsabgeordnete der Linken, Sevim Dagdelen, so, die in ihrer Rede insbesondere auf die Rolle der Bundesrepublik im Krieg der Türkei gegen die Kurden im Norden Syriens einging. Dies sei ein „völkerrechtswidriges Vorgehen,“ und Deutschland habe sich „an die Seite der Türkei“ gestellt. Dagdelen forderte einen sofortigen Stopp aller Waffenlieferungen aus Deutschland. Nicht nur in die Türkei, sondern an alle totalitären Regime, die ihre Systeme mit Waffengewalt stabilisierten. Klar sprach sich die Linken-Politikerin gegen eine Erhöhung des Wehretats auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus, wie es das NATO-Ziel vorsieht. Auch Ankündigungen dahingehend, Straßen und Autobahnen in Europa für den schnelleren Transport von Waffengattungen zu ertüchtigen, seien das gänzlich falsche Signal. „Weniger Falken,“ dafür „mehr Friedenstauben“ forderte Dagdelen.

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Mehr Geld fürs Militär lehnten auch Ingabritt Bossert vom GEW Kreisverband Hanau und Heike Sauthof-Schäfer von ver.di Frankfurt ab. Denn diese Gelder fehlten vor allem in der Daseinsvorsorge und in der Gesundheitsförderung. Dort gäre es, so Sauthof-Schäfer. Insbesondere die jüngeren Kolleginnen und Kollegen seien nicht mehr länger bereit, prekäre Beschäftigungsverhältnisse und schlechte Arbeitsbedingungen hinzunehmen. (zdk)

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