Inhalte vor Posten

Main-Kinzig-SPD steigt in Koalitionsgespräche ein

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Main-Kinzig-Kreis - Am Mittwoch will die SPD in die Koalitionsverhandlungen auf Kreisebene einsteigen.

„Wir werden zunächst mit unseren bisherigen Partnern Grüne und Freie Wähler reden, aber auch mit CDU und FDP“, kündigt Landrat und Spitzenkandidat Erich Pipa (SPD) an. „Es darf dabei nicht um bundes- oder landespolitische Themen gehen, sondern nur um den Main-Kinzig-Kreis. “ Dieser Hinweis geht vor allem in Richtung Christdemokraten. „Ich will, dass hier nicht die Politik des hessischen Finanzministers vorgetragen, sondern Kreispolitik angesprochen wird“, hat Pipa nicht vergessen, dass die CDU seinen Haushaltsvorlagen nicht zugestimmt hat. Ein persönlicher Angriff auf den CDU-Fraktionsvorsitzenden Michael Reul? „Nein, das würden wir uns bei der SPD auch verbieten. Es geht nicht um Personen, sondern um Inhalte. Aber es ist auch kein Geheimnis, dass viele in der SPD mit Heiko Kasseckert einen besseren Umgang pflegen“, rät Pipa allerdings dazu, derartige Befindlichkeiten abzulegen. Und dieser Hinweis geht auch in Richtung seiner bisherigen Koalitionspartner: Alleingänge der Grünen in Richtung FDP verstehe er nicht.

Die SPD schickt in die Koalitionsverhandlungen ihre „kleine Wahlkampfkommission“, der neben Pipa unter anderem der Parteivorsitzende Christoph Degen und der Fraktionschef Klaus Schejna angehören. In den Gesprächen soll es zunächst nur um Inhalte gehen, „ich brauche kommunale Mitstreiter aus allen Bereichen an meiner Seite“. Über Posten will Pipa erst im zweiten Durchgang sprechen. An seinen bisherigen Kreisbeigeordneten Susanne Simmler (SPD) und Matthias Zach (Grünen) will er trotz der „Enttäuschung über das Abschneiden der Grünen“ anscheinend nicht rütteln. Nach den ersten Ergebnissen habe er damit gerechnet, dass dort nach der Auswertung der restlichen Stimmzettel noch ein Zugewinn zu verzeichnen sein würde. Eventuelle Ansprüche der FDP auf einen hauptamtlichen Posten weist er bereits zurück. Pipa: „Es geht um Inhalte und nicht um Positionen. Dennoch muss man festhalten, dass die Grünen mehr Stimmen haben als die FDP und die Freien Wähler.“ (azi)

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