Politik erklärt sich zur Aufnahme von Geflüchteten aus Moria bereit / Schnelles Handeln gefordert

Maintal bekennt sich zur Verantwortung

Maintal – „Das Leid und Elend der Menschen aus dem Flüchtlingslager Moria erfordern humanitäres Handeln und kein politisches Taktieren. Daher begrüßen wir, dass die Bundesregierung nunmehr Bewegung in die Diskussionen bringt“, verkündete die Stadt Maintal in einer Pressemitteilung.

In dieser Aussage seien sich der hauptamtliche Magistrat der Stadt Maintal, die Stadtverordnetenvorsteherin Jennifer Gutberlet und die Mitglieder aller in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Fraktionen einig. Gemeinsam sprechen sie sich für die zügige Aufnahme von Geflüchteten aus dem abgebrannten Lager aus.

Der politische Beschluss, geflüchteten Menschen in Not zu helfen, wurde in Maintal nicht erst angesichts der aktuellen dramatischen Situation auf der griechischen Insel Lesbos gefasst, sondern bereits im Frühjahr. Fraktionsübergreifend entschieden die Stadtverordneten im März, dass Maintal dem Städtebündnis „Sichere Häfen“ beitritt. Der Zusammenschluss von über 170 Kommunen deutschlandweit ist als Reaktion auf die unhaltbaren Zustände in den griechischen Flüchtlingslagern entstanden. Mit ihrer Mitgliedschaft in dem Bündnis bekennt sich die Stadt zu ihrer Verantwortung, Menschen zu helfen, die durch Krieg, Verfolgung und andere Notlagen aus ihrer Heimat flüchten mussten und bietet eine sichere, menschenwürdige Unterbringung an.

Mit dem Beschluss verbunden ist der generelle Appell an die Bundesregierung, sich nicht nur für die Bekämpfung von Fluchtursachen, sondern vor allem für die Rettung der Menschen einzusetzen. Diesen Aufruf unterstreichen die Maintaler Fraktionen und der Magistrat mit ihrer drängenden Forderung einmal mehr und erneuern das Angebot, den Geflüchteten in Maintal einen „sicheren Hafen“ zu bieten. „Wir haben in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass die Unterbringung und Integration von Geflüchteten in Maintal in einem gemeinsamen Miteinander vorbildlich gelingt“, erklären Bürgermeisterin Monika Böttcher und Erster Stadtrat Karl-Heinz Kaiser unisono.

Ein klares Bekenntnis zu sozialer Verantwortung und Hilfe für Menschen in Not sei in Maintal seit jeher politischer Konsens. Neben dem Beitritt zum kommunalen Bündnis „Sichere Häfen“ haben sich die Stadtverordneten laut Mitteilung auch im November 2019 fraktionsübergreifend mit einem Beschluss zur Seenotrettung zu ihrer humanitären Verantwortung bekannt, Geflüchtete in Maintal aufzunehmen. „Natürlich ist eine europäische Lösung sinnvoll. Die Suche danach darf aber nicht zu Lasten der Not leidenden Menschen gehen und möglicherweise ergebnislos diskutiert werden“, heißt es abschließend. Zuletzt hatte der Arbeitskreis Asyl ein schnelles Handeln der Maintaler Politik gefordert.    jmg

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