Kirche

Kirchenmusikerin mit Leib und Seele: Kantorin Andrea Tetens ist seit 25 Jahren in Bischofsheim

Die Bischofsheimer Kantorin Andrea Tetens an ihrem Arbeitsplatz: der Kirchenorgel.
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Die Bischofsheimer Kantorin Andrea Tetens an ihrem Arbeitsplatz: der Kirchenorgel.

Für die „beste Kantorin der Welt“ gab es kürzlich sonntags einen Gottesdienst im kleinen Rahmen, aber natürlich eine große Überraschung für Andrea Tetens, die inzwischen die Hälfte ihres Lebens Kantorin ist. Im Alter von 25 Jahren trat sie am 1. November 1995 als junge Kirchenmusikern die neu eingerichtete Stelle in Bischofsheim an. Mit jeweils halber Stelle war sie als Bezirkskantorin für die musikalische Entwicklung im Kirchenkreis Hanau-Stadt verantwortlich und mit 50 Prozent als Kantorin in der Gemeinde Bischofsheim.

Maintal – Bereits an Weihnachten 1995 gab der sich neu gründende Kirchenchor unter ihrer Leitung das erste Weihnachtskonzert zur Christmette – eine Bestätigung nicht nur ihres musikalischen Könnens, sondern auch ihrer Begeisterungsfähigkeit und ihres besonderen Einsatzes.

Musik gehört schon immer zum Leben von Andrea Tetens. „Ich bin in der Musikstadt Trossingen aufgewachsen“, sagte sie, „gefühlt macht dort jeder Musik.“ Nicht nur sie selbst, auch ihre beiden Schwestern haben Musik studiert. So kommen im Elternhaus von Andreas Tetens zu besonderen Anlässen Eigenkompositionen zur Aufführung – auch die elf Enkel spielen mindestens ein Instrument.

Verbindung von Musik und Organisation ist Tetens in Maintal Bischofsheim gelungen

Lehrer und Studierende der Musikhochschule, der Jugendmusikschule oder der Bundesakademie für Musik sind mit Konzerten und Veranstaltungen überall in der Stadt präsent. Andrea Tetens singt im Kinderchor, beginnt auf einem „geerbten Klavier“ zu spielen und entdeckt als Jugendliche die Faszination der vielseitigen Orgel. Damit steht für sie 1989 nach dem Abitur mit Leistungskurs Musik der Studienwunsch fest: Kirchenmusik mit den Schwerpunkten Orgel, Cembalo und Chor für die Gemeindearbeit. Zur Studienausbildung gehört auch ein berufspraktisches Jahr, das Andrea Tetens 1994/1995 in Ravensburg am Bodensee erfolgreich abschließt. „Hier habe ich gelernt, dass die Arbeit einer Kantorin nicht nur Musik bedeutet, sondern auch sehr viel Büroarbeit und Organisatorisches.“

Beides ist ihr in Bischofsheim bestens gelungen. Vier Chöre singen hier inzwischen, der Kinder- und Jugendchor, die ökumenische Kantorei und der Gospelchor. Mit den Chormitgliedern verbindet die Kantorin viele schöne Erinnerungen: die Bach-Kantate zum Mitsingen im ersten Chorjahr zählt zu den Höhepunkten, der Ausflug zum Landeskirchengesangstag in Marburg, von dem viele, die dabei waren, heute noch schwärmen. Andrea Tetens lässt sich immer wieder etwas besonderes einfallen, um Menschen für die Kirchenmusik und für das gemeinsame Singen zu begeistern.

Tetens möchte große Veranstaltungen gerne nachholen

Bei den „Kantaten zum Mitsingen“ kamen an einem Wochenende große Chöre von 80 Sängern zusammen. Der Jugendchor macht mit unvergesslichen Aufführungen von Musicals wie „Sister Act“ oder „Mamma Mia“ auf sich aufmerksam. Besonders nachgefragt sind die Orgelkonzerte. Am Freitag ist in Bischofsheim die „Orgelmusik zur Marktzeit“ nicht mehr wegzudenken. Andrea Tetens lädt zudem internationale Organisten ein, die auf der 1998 neu errichteten Orgel spielen.

Andrea Tetens ist nicht nur Kantorin mit Herz und Seele, sondern auch Mutter von drei Töchtern und war von 2000 bis 2009 in Elternzeit. 2009 wurde die Bezirkskantorenstelle auf die Marienkirche in Hanau übertragen, so dass sich Andrea Tetens seither ausschließlich der Gemeindearbeit widmen konnte. Insgesamt 130 Menschen treffen sich unter ihrer Leitung Woche für Woche, um gemeinsam zu singen und zu musizieren. Gerne hätte sie zu ihrem 25-jährigen Dienstjubiläum die Kirchengemeinde mit einem großen Konzert erfreut. „Wir holen das nach, sobald große Veranstaltungen wieder möglich sind. Ich hoffe, dass wir uns dann alle gesund wiedersehen.“

Die große Überraschung ist ein Medley der Kirchenkonzerte unter Leitung von Andrea Tetens von 1995 bis 2019.

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