Alle Wege führen nach Hanau

Mehr als Banken und Flieger - Unterwegs auf Routen des Regionalparks Rhein-Main

Mehr als 400 Jahre alt ist diese mächtige Linde, der „Wartbaum“, der steht, wo sich „Hohe Straße“ und Bahnradweg kreuzen.
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Mehr als 400 Jahre alt ist diese mächtige Linde, der „Wartbaum“, der steht, wo sich „Hohe Straße“ und Bahnradweg kreuzen.

Hanau – Die mächtigen Bankentürme Frankfurts, in normalen Zeiten fast pausenlos Flieger rund um eines der größten Drehkreuze im internationalen Luftverkehr, den Rhein-Main-Airport, Dauer-stau auf der A3, große internationale Messen mit Gästen aus aller Welt – es sind vor allem diese Bilder, die vielen spontan einfallen, wenn sie an das von hektischer Betriebsamkeit geprägte Rhein-Main-Gebiet denken.

Ein Ballungsraum, in dem bald vier Millionen Menschen leben und arbeiten. Eine Region, geprägt von wirtschaftlicher Dynamik und einer gewissen Rastlosigkeit.

Regionalpark Rhein-Main zeigt andere Facetten der Region

Doch das ist nur eine Facette des Rhein-Main-Gebietes. Eine ganz andere Facette will ein Tourismus- und Marketingkonzept beleuchten, an dem auch die Stadt Hanau Anteil hat: der Regionalpark Rhein-Main. Mit seinen mittlerweile zwölf Regionalparkrouten lädt er dazu ein, eine völlig andere Seite des Rhein-Main-Gebietes kennenzulernen.

Nämlich die einer Metropolregion mit überraschend viel Grün, mit Landschaften und Orten voller Geschichte und Geschichten und Kulturräumen, die seit Jahrtausenden vom Menschen besiedelt und gestaltet werden.

Route durch Regionalpark verknüpft 35 Kommunen im Rhein-Main-Gebiet

Die Brüder-Grimm-Stadt Hanau ist integraler Bestandteil des Regionalparks Rhein-Main und östlichster Punkt der „Regionalpark Rundroute“. Sie ist die „Königin“ der inzwischen ein Dutzend Regionalparkrouten. Über eine Strecke von insgesamt 190 Kilometern umschließt die Regionalpark Rundroute den Kern des Ballungsraums Rhein-Main und verknüpft dabei 35 Kommunen der Region. Gleichzeitig gehen von der Rundroute die verschiedenen Regionalparkrouten ab.

Himmels- und andere Schaukeln sind an mehreren Stellen der „Hohe Straße“ aufgestellt.

Beginnend im Westen an der Mündung des Mains in den Rhein bei Ginsheim-Gustavsburg führt die Rundroute im Uhrzeigersinn zunächst nördlich durch die Landschaften des Vordertaunus und der Wetterau, passiert dann Hanau als östlichsten Punkt und führt südlich weiter durch den Kreis Offenbach und den Kreis Groß-Gerau zurück an ihren Ausgangspunkt.

Rundroute durch Rhein-Main: Tour dauert mehrere Tage

Mit dem Fahrrad ist die Rundroute in vier bis fünf Tagen sicherlich fast für jedermann zu schaffen, auch wenn es vor allem auf der nördlichen Schleife so manche Anstiege zu erklimmen gibt. Dafür radelt es sich entlang des Mains und durchs Hessische Ried weitgehend entspannt.

Wer der Regionalpark Rundroute im Uhrzeigersinn folgt, wird mit einer Kilometrierung „auf dem Laufenden“ gehalten – alle paar Kilometer zeigen auffällige Markierungen an, wie viele Kilometer man bereits auf der Rundroute zurückgelegt hat. Kilometer Null ist an der Mündung des Mains in den Rhein.

Tour durch Regionalpark führt auch über Hohe Straße

Weiteres wiederkehrendes Merkmal der Regionalpark Rundroute sind die in unregelmäßigen Abständen aufgestellten „Sitzkiesel“, die zur Rast einladen und einen gleich Wegmarken begleiten. Daneben gibt dem Radler und Wanderer eine durchgängig auffallende Beschilderung Orientierung, sodass man sich selbst ohne Karte und Radler-Navi zurechtfinden sollte.

Attraktionen entlang der Routen, wie hier unweit der Ronneburg, weiten den Blick für das Besondere.

Ein kurzes Stück deckt sich die Regionalpark Rundroute mit der Regionalparkroute „Hohe Straße“, die nördlich von Hanau-Mittelbuchen verläuft und den zuweilen anstrengenden Anstieg von der Brüder-Grimm-Stadt hinauf mit herrlichen Fernblicken belohnt. Die Regionalparkroute „Hohe Straße“ folgt über eine Strecke von 38 Kilometern dem historischen Verlauf einer alten Handelsroute zwischen Frankfurt-Bergen und Büdingen.

Regionalparkroute: Einstieg von Hanau über Schloss Philippsruhe

Von Hanau aus empfiehlt sich ein Einstieg auf die Regionalparkroute „Hohe Straße“ entweder direkt über die Regionalpark Rundroute in Richtung Norden oder – noch besser – über den am Schloss Philippsruhe beginnenden Bahnradweg, der bis nach Altenstadt führt und südlich von Windecken die Hohe Straße kreuzt.

Dort begegnet man dem „Wartbaum“, eine mehr als 400 Jahre alte Linde, deren Anblick mindestens so beeindruckend ist wie der Ausblick, den man von hier oben auf die hügeligen Weiten der Wetterau und die Ebene des Rhein-Main-Gebiets hat. Mit solchen Ausblicken verwöhnt die Hohe Straße den Radler fortan pausenlos – egal ob er seinen Drahtesel westwärts in Richtung Frankfurt steuert oder ostwärts in Richtung Büdingen.

Kunstwerke entlang der Strecke nicht unumstritten

Markenzeichen aller Regionalparkrouten sind besondere Attraktionen und künstlerische Akzente entlang des Weges, die Abwechselung versprechen und ein noch intensiveres Eintauchen in die Landschaft ermöglichen sollen. Auch wenn einige dieser Regionalpark-Attraktionen den Betrachter zuweilen auch mal ratlos lassen und es einer dieser Anlaufpunkte, das Waldportal bei Hanau-Wilhelmsbad, sogar bis ins Schwarzbuch des Deutschen Steuerzahlerbundes als Beispiel für Steuergeldverschwendung geschafft hat, so weiten diese Stationen doch oft den Blick für das Besondere der Landschaft und laden ein zum Innehalten.

Sitzkiesel laden entlang der Regionapark Rundroute alle paar Kilometer zur Rast ein.

An den Himmels- und anderen Schaukeln, die entlang der Hohen Straße gleich an mehreren Stellen mit besonderem Weitblick aufgestellt wurden, haben gewiss nicht nur Kinder ihren Spaß. Und die beiden mächtigen Stelen aus Cortenstahl, der Glasscheiben rahmt, in denen sich das Sonnenlicht bricht und die den Blick von der Hohen Straße bei Langen-Berkheim auf den Taunus mit Feldberg und die Frankfurter Skyline lenken, sind – so denn das Wetter mitspielt und die Fernsicht gut ist – durchaus beeindruckend.

Regionalparktroue führt bis nach Büdingen

Weiter geht es die „Hohe Straße“ bis zur Ronneburg, die einst zum Schutz der wichtigen Handelsstraße gebaut wurde und mit ihrem 30 Meter hohen Bergfried mächtig über der Landschaft thront. Die meisten Bauteile der Burg, die als Inbegriff einer mittelalterlichen Höhenburg gilt, stammen aus dem 16. Jahrhundert. Bereits im 15. Jahrhundert ging die Ronneburg in den Besitz der Fürsten zu Ysenburg über.

Nördlich der Ronneburg zweigt von der Regionalparkroute „Hohe Straße“, die weiter bis nach Büdingen mit seiner mittelalterlichen Feste führt, die Regionalpark Ysenburgroute ab. Diese führt über Langenselbold und die anschließende Kinzigroute entspannt zurück nach Hanau.

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