Main-Kinzig-Kreis verzeichnet zunehmendes Interesse

Mehr Anträge auf „kleinen Waffenschein“

Main-Kinzig-Kreis - Im Main-Kinzig-Kreis ist seit Jahresbeginn ein rasanter Anstieg von Anträge auf den so genannten „kleinen Waffenschein“ zu verzeichnen. In den ersten Woche von 2016 wurden schon mehr Anträge gestellt als im kompletten Jahr 2014. Von Andreas Ziegert

Ein Zusammenhang mit den Vorfällen in der Silvesternacht in Köln und einer steigenden Verunsicherung in der Bevölkerung hinsichtlich der Sicherheitslage gilt als sehr wahrscheinlich. 184 Anträge gingen seit Anfang Januar in der Kreisverwaltung ein, der Anstieg hat sich allerdings bereits seit längerem angedeutet: 2014 waren es „nur“ 146 neue Anträge, im vergangenen Jahr dann aber schon 317. „Die Kreisverwaltung nimmt ein zunehmendes Interesse wahr“, heißt es auf Anfrage. Mit dem „kleinen Waffenschein“ wird eine allgemeine Berechtigung zum Führen erlaubnisfreier Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen erteilt. Zum Führen von „scharfen“ Schusswaffen berechtigt dieser nicht, für den dafür notwendigen „großen Waffenschein“ gingen in den Vorjahren jeweils zwei Anträge in der Kreisverwaltung ein. Zirka 39.000 legale Waffen waren laut dieser Auskunft bis Ende des vergangenen Jahres im Main-Kinzig-Kreis im Umlauf.

Um die Erlaubnis zum Besitzes von Schreckschuss- oder Reizstoffwaffen zu bekommen, müssen die Antragsteller das 18. Lebensjahr vollendet haben und die „erforderliche Zuverlässigkeit und persönliche Eignung“ besitzen. Die Kosten für die Erteilung des „kleinen Waffenscheines“ belaufen sich auf 50 Euro. Die Waffenscheininhaber werden nach der Erteilung in regelmäßigen Abständen und mindestens nach Ablauf von drei Jahren erneut überprüft. Hierfür werden jeweils 30 Euro berechnet. Eine spezielle Waffe wird nicht registriert, die Anzahl ist nicht begrenzt.

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Ein weiterer gravierender Unterschied zum „großen Waffenschein“: Dieser ist auf eine spezielle „scharfe“ Waffe ausgestellt, so dass nur das Führen der dort eingetragenen Waffe ermöglicht wird. In diesen Waffenscheinen können laut Auskunft der Kreisverwaltung maximal drei Waffen eingetragen werden. Dieser „große Waffenschein“ setze zudem in der Antragsstellung sehr strenge Erlaubnisvoraussetzungen voraus, so dass er überwiegend für Bewachungsunternehmen oder Geldtransportfirmen ausgestellt werde und so gut wie nie für Privatpersonen.

Rubriklistenbild: © dpa

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