Mehr als nur ein „Museum“

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Der Verein Museumseisenbahn Hanau präsentierte seinen Fahrzeugbestand beim zweitägigen Lokschuppenfest im Bahnbetriebswerk Hanau.

Großauheim - Der Verein Museumseisenbahn Hanau hatte am Samstag und Sonntag zum Lokschuppenfest geladen, und Dampfbahnfreunde aus ganz Hessen pilgerten in die Großauheimer Heideäcker zum alten Bahnbetriebswerk. Von Dieter Kögel

Dort zog nicht nur eine Minidampflok zur Freude der ganz kleinen Besucher ihre Bahnen, sondern auch große Loks waren im Einsatz und boten die Gelegenheit, auf dem Führerstand der Dampfrösser einige hundert Meter über die vereinseigenen Schienen zu fahren und dem Zugführer und dem Heizer bei der Arbeit über die Schulter zu schauen.

„Mama, ist die groß....“ Die Dampflokomotive „Stadt Hanau“ zog die faszinierten Blicke von Groß und Klein auf sich.

Im Bahnbetriebswerk hat sich allerhand getan. Davon konnten sich die Teilnehmer an Führungen überzeugen. Axel Karl, 2. Vorsitzender des Vereins, wies dabei mit sichtlicher Freude darauf hin, dass frischer Wind eingezogen ist, seitdem der Verein über die Stiftung Bahnbetriebswerk Eigentümer des Geländes und seiner Bauten ist. Der südliche Lokschuppen ist neu verglast worden und jetzt auch im Winter nutzbar, große Teile des Rundschuppendaches sind neu gedeckt. Die jetzt erreichte Rechtssicherheit, im ehemaligen Bahnbetriebswerk „nicht für den Abriss zu renovieren,“ hat laut Axel Karl für neues Engagement gesorgt. Auch wenn die Zukunft des Rundschuppens wegen der geplanten Bahnüberführung in direkter Nachbarschaft noch nicht ganz gesichert ist, seien doch Alternativen für dessen Streckenführung im Gespräch, um den Abriss des bereits teilsanierten Gebäudes zu verhindern. Auch einige der Gleisstrecken, die von der Drehscheibe aus zu dem Rundschuppen führen, wurden erneuert. Bald, so Karl, werde auch die Drehscheibe selbst saniert.

Vor dem Lokschuppen aufgereiht in Reih und Glied standen sie: die Kleinloks und Schlepper im Eigentum der Museumseisenbahn. Eine stattliche Sammlung, in der vor allem die Druckkessellok mit ihrem unverhältnismäßig dicken Bauch auffällt. Die Sanierung der Maschine hat bereits begonnen. Ebenso wie ein weiterer historischer Personenwagen wieder instand gesetzt wird. Viele Schritte auf dem Weg, den Bestand des geplanten Eisenbahnmuseums zu vergrößern.

Und das ist dann keineswegs nur zum Anschauen da, sondern erfüllt auch noch seine Funktion. Wie der am Sonntag eingeweihte Wasserkran, der Dampfloks direkt am Gleis vollpumpen kann. Aus Röbel an der Müritz stammt das Teil. Gleich zwei davon haben die Hanauer Museumseisenbahner vom Schrott gerettet. Der eine ist bereits liebevoll aufgearbeitet und wird künftig nicht nur die eigenen Dampfrösser betanken, sondern auch die Dampfloks, die auf weiten Touren in Hanau Station machen.

Angrenzend befindet sich der Lokschuppen, dessen Dach bereits vor Jahren eingestürzt war. Noch bietet er ein Bild des Zerfalls. Doch die Außenmauern scheinen noch zu tragen, und der Verein plant gedanklich auch hier bereits den Wiederaufbau. Natürlich kein Dach mit gewölbten Leimbindern. Das lasse keine Vereinskasse zu, sagt Axel Karl. Doch in Zusammenarbeit mit einem Sponsor könnte ein Dach mit Solarzellen entstehen, das dann an den Nutzer vermietet werden könne. Seitens des Denkmalschutzes gebe es dagegen keine Bedenken. Also werden die Hanauer Museumseisenbahner auch in dieser Hinsicht ihre Fühler ausstrecken, um auch diese Aufgabe zu stemmen und zusätzlichen Raum für ihre Fahrzeuge zu schaffen.

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