Mehr Platz für das Wasser

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Hochwasserkatastrophen wie hier aus dem Jahr 2003 in Gelnhausen sollen dank der geplanten Rückhaltebecken künftig der Vergangenheit angehören.

Main-Kinzig-Kreis ‐ Das Hessische Umweltministerium bestimmte Ende 2006 das Einzugsgebiet der Kinzig zum Landespilotprojekt und damit zur Entwicklung einer aktuellen Hochwasserschutzplanung. Von Christian Spindler

Die umfangreichen Untersuchungen und Analysen führten zu einem Konzept, das der Wasserverband Kinzig jüngst diskutiert und beschlossen hat.  „Unsere Planungen sehen den bestmöglichen Hochwasserschutz für die Bewohner des Kinzigtals unter Berücksichtigung naturschutzrechtlicher Aspekte vor“, berichten Landrat Pipa und Dr. Constantin Alsheimer vom Wasserverband.

Die Planungen sehen in einem ersten Teilabschnitt den Bau von drei trockenen Rückhaltebecken vor: Ein Becken in Bad Soden-Salmünster an der Salz, ein Becken in Brachttal-Hellstein an der Reichenbach und ein Becken an der Lahnemühle (Birstein) an der Bracht. Die Rückhaltebecken kombinieren einen bestmöglichen Hochwasserschutz bei möglichst geringen Eingriffen in die Natur.

Drei Prioritäten

Priorität eins hat das Becken an der Salz in Bad Soden-Salmünster. Es soll ein Stauvolumen von 350.000 Kubikmetern Wasser bieten. „Allein mit diesem Becken sinkt der Pegel bei einem Hochwasser in Bad Soden um 75 Zentimeter, in Gelnhausen um zehn Zentimeter und in Hanau um sieben Zentimeter“, berichtet der Landrat. Kosten: 5,5 Millionen Euro.

Priorität zwei hat das Becken an der Bracht an der Lahnemühle. Kosten: 3,2 Millionen Euro. „Dies würde den Pegel in Wächtersbach-Weilers um sechs Zentimeter, in Gelnhausen um weitere drei Zentimeter und in Hanau um zusätzliche fünf Zentimeter senken“, erläutert Verbandsvorsteher Dr. Alsheimer.

Priorität drei hat das Becken an der Reichenbach in Hellstein. Dies böte ein Stauvolumen von 1,47 Millionen Kubikmetern und würde den Wasserpegel in Wächtersbach-Weilers um 36 Zentimeter sinken lassen sowie in Verbindung mit dem Becken in Bad Soden-Salmünster zu einer Senkung des Wasserpegels in Gelnhausen um 22 Zentimeter und in Hanau um 19 Zentimeter führen. Kosten: 19,25 Millionen Euro.

Land Hessen am Zug

„Mit dem Bau dieser drei Becken wird das Hochwasserrisiko der Flüsse Salz, Bracht, Reichenbach und Kinzig aus heutiger Sicht um bis zu 70 Prozent gemindert“, unterstreicht der Landrat. Damit wäre auch ein Jahrhunderthochwasser wie 2003 nahezu ausgeschlossen, überflutete Straßen und vollgelaufene Keller würden zu großen Teilen der Vergangenheit angehören.

„Als nächstes ist nun das Land Hessen am Zug. Es muss unseren Ausbauplanungen zuzustimmen und damit auch die zugesagten Zuschüsse zur Verfügung zu stellen“, so der Landrat. Als Baubeginn plant der Landrat das Jahr 2012 ein, „auch wenn das ein ambitioniertes Ziel ist“.

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