Hessen startet die Initiative „Kompass“

Mehr Sicherheit: Hanau ist eine von vier Pilotstädten

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Maintals Bürgermeisterin Monika Böttcher und Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky zeigten sich gestern angetan von der hessischen Sicherheitsinitiative „Kompass“, die Innenminister Peter Beuth im Congress Park Hanau vorstellte.

Hanau - Für Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) steht fest: „Sicherheit hängt nicht allein von der Polizei ab. Die Polizei braucht für erfolgreiche Arbeit Partner.“ Zwei Partner sieht Beuth in den Städten Hanau und Maintal. Von Dirk Iding

Sie sind seit gestern Pilotkommunen im Rahmen des Projekts „Kompass“, eine Initiative, die Sicherheit als gemeinsame Aufgabe von Polizei, Kommunen und Bürgern begreift. Mit „Kompass“ schlage man „ein neues Kapitel“ in der Sicherheitsstrategie des Landes Hessen auf, erklärte Beuth gestern bei einer Pressekonferenz im Congress Park Hanau. Gemeinsam mit den beiden Rathauschefs, Monika Böttcher (Maintal) und Oberbürgermeister Claus Kaminsky (Hanau), dem Landespolizeipräsidenten Udo Münch sowie dem Präsidenten des Polizeipräsidiums Südosthessen, Roland Ullmann, stellte der Innenminister das neue Projekt vor, das schon bald auch für andere hessische Kommunen so etwas wie ein Wegweiser zu mehr Sicherheit sein soll.

Ziel von „Kompass“ sei, die 426 hessischen Städte und Kommunen zu ermutigen, Sicherheitsprobleme vor Ort gemeinsam mit Polizei und Bürgern anzugehen. Hanau und Maintal wurden neben Bad Homburg und Schwalbach am Taunus als Pilotstädte ausgesucht, weil diese Kommunen bereits über lange Erfahrung in der Präventionsarbeit verfügen und seit vielen Jahren eng mit der Polizei zusammenarbeiten.

In Hanau und Maintal funktioniere schon sehr gut, was man sich auch für andere hessische Kommunen wünsche, so Beuth, nämlich eine noch engere Verzahnung von Bürgern, Kommune und Polizei, um für örtliche Probleme maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln. Tatsächlich gibt es sowohl in Hanau wie in der Nachbarkommune Maintal bereits ein breit gefächertes Angebot an verschiedensten Präventionsprojekten - von den Hilfe-Inseln „Leon“ für die Kleinsten bis hin zur Sicherheitsberatung für Senioren. In beiden Kommunen gibt es schon lange Präventionsbeiräte, die etliche Maßnahmen bereits auf den Weg gebracht haben.

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Im Rahmen von „Kompass“ sollen solche Projekte gebündelt und gegebenenfalls weitere Projekte entwickelt werden – unter Hinzuziehung möglichst aller am Thema Sicherheit Beteiligter. Das gehe weit über Polizei und Ordnungsbehörden hinaus. So müsse beispielsweise auch das Wissen von Verkehrs- und Entsorgungsbetrieben, aus Schulen, Vereinen, Handel, Handwerk und weiteren gesellschaftlichen Gruppierungen einbezogen werden.

Eine der Grundlage für die Arbeit in den künftigen „Kompass“-Kommunen soll stets eine detaillierte Sicherheitsanalyse vor Ort sein, anhand derer festgestellt wird, wo in einer Kommune besonderer Handlungsbedarf besteht. Dafür gelte es dann, maßgeschneiderte Lösungen zu finden, so Beuth. Bei den Polizeipräsidien sollen flächendeckend so genannte „Kompass“-Berater installiert werden, die Kommunen zur Seiten stehen, die sich auf den Weg hin zu einer umfassenden Präventionsarbeit machen. Erfüllen die Kommunen schließlich bestimmte Mindestanforderungen in Sachen Präventionsarbeit, wird ihnen das sogenannte „Kompass“-Sicherheitssiegel des Landes Hessen verliehen. Wer das Siegel bekommt, darüber entscheidet ein Beirat.

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Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) lobte die Initiative des Landes. Diese passe „wie die Faust aufs Auge“ zu den Hanauer Bemühungen, das subjektive Sicherheitsgefühl in der Stadt zu verbessern. Als Beispiel nannte Kaminsky den geplanten Ausbau der Videoüberwachung in der City, die künftige Stadtpolizei-Wache im Rathaus sowie die vorgesehene personelle Aufstockung der Ordnungspolizei. Auch ein „Haus des Jugendrechts“ am Schlossplatz werde kommen. Für Kaminsky sind das alles Maßnahmen, die neben der bereits geleisteten Präventionsarbeit auch dazu beitragen könnten, „die Diskrepanz zwischen dem subjektiven Sicherheitsgefühl vieler Menschen und der realen Sicherheitslage zumindest zu verringern“.

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