Auf früherem Kasernen-Gelände

Meilenstein für Forscher: 29,5 Millionen Euro teurer Fraunhofer-Neubau in Wolfgang eröffnet

Auf dem Gelände der frühere Wolfgang-Kaserne ist das Neubau der Fraunhofer-Einrichtung in Hanau entstanden.
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Auf dem Gelände der frühere Wolfgang-Kaserne ist das Neubau der Fraunhofer-Einrichtung in Hanau entstanden.

Eine Woche nach der offiziellen Eröffnung des Gebäudes in Alzenau hat die Fraunhofer-Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS auch ihren Neubau in der Aschaffenburger Straße in Wolfgang eröffnet

In Zeiten von Covid-19 fand die Eröffnung rein digital statt. Zu den zugeschalteten Gästen - live oder per Videobotschaft - gehörten Ministerpräsident Volker Bouffier, Andreas Meuer, Vorstand Finanzen und Digitalisierung der Fraunhofer-Gesellschaft, Wissenschaftsministerin Angela Dorn sowie Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Höhepunkt der Veranstaltung war das Durchschneiden eines symbolischen Bandes durch Institutsleiterin Anke Weidenkaff.

„Das Fraunhofer IWKS bearbeitet eine der großen Zukunftsfragen: Wie gehen wir möglichst schonend mit der Natur um, sodass wir noch lange etwas davon haben? Und dies nicht nur im Hinblick auf die technologische, sondern auch unsere gesamte Entwicklung. Wir haben jetzt in Hanau die Chance, in diesem weltweiten Wettbewerb eine ganz wesentliche Rolle einzunehmen“, sagte Ministerpräsident Bouffier.

Die Fraunhofer-Forschung leiste einen wichtigen Beitrag, um neue nachhaltigere Technologien zu entwickeln, bestehende zu optimieren und im Sinne optimierter Ressourceneffizienz eingesetzte Materialien im Wirtschafts- und Wertstoff-Kreislauf zu halten, erläuterte Raimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Mit den beiden Neubauten in Alzenau und Hanau werde die Forschungsinfrastruktur für die Wissenschaftler vor Ort erheblich verbessert.

Fraunhofer-Einrichtung in Hanau besteht seit 2011

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die weltweit führende Organisation für anwendungsorientierte Forschung. 1949 gegründet, betreibt sie in Deutschland 74 Institute und Forschungseinrichtungen. 28 000 Mitarbeiter, überwiegend mit natur- oder ingenieurwissenschaftlicher Ausbildung, erarbeiten ein jährliches Forschungsvolumen von 2,8 Milliarden Euro. Die Fraunhofer-Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS mit Standorten in Alzenau und Hanau wurde 2011 gegründet. In den Geschäftsbereichen Ressourcenstrategie, Recycling und Wertstoffkreisläufe und Substitution wird daran gearbeitet, die Rohstoffversorgung unserer Industrie langfristig zu sichern. Dafür werden zusammen mit Industriepartnern innovative Trenn-, Sortier-, Aufbereitungs- und Substitutionsmöglichkeiten erforscht. Die Wissenschaftler wollen unter anderem Alternativen für besonders seltene Roh- und Werkstoffe entwickeln.  cs.

„Es gehört zu unseren zentralen Zukunftsaufgaben, nachhaltig mit Materialien und Ressourcen umzugehen“, unterstrich Ministerin Dorn die Bedeutung der Forschungen in Hanau und Alzenau. Das gelte vor allem für die Elektromobilität. Dorn: „Hier müssen wir dringend die Lebensdauer von Batterien signifikant erhöhen und das Batterierecycling verbessern.“ Mit dem Hanauer Zentrum für Demontage und Recycling für die Elektromobilität hätten die Wissenschaftler des Fraunhofer IWKS nun noch bessere Forschungsbedingungen. „Mit dem neuen Gebäude wird ein Meilenstein für das Fraunhofer IWKS erreicht“, unterstrich Institutsleiterin Weidenkaff.

Das neue Büro-, Labor- und Technikumsgebäude bietet rund 2600 Quadratmeter Nutzfläche und Platz für 80 Mitarbeiter.

Zum innovativen Ansatz des Baus gehören eine „Forscherstraße“ für eine unkomplizierte Anbindung aller Funktionsbereiche und ein modulares Gesamtkonzept, das spätere Erweiterungen ermöglichen soll.

In Hanau wird das Themengebiet Rezyklate für Anwendungen aus der Elektromobilität mit den Bereichen Batterien und Brennstoffzellen, Leichtbau, Elektromotoren sowie Hochleistungselektronik mit Industriepartnern aus der Region ausgebaut werden. Am Standort Alzenau wird sich die Forschungsarbeit auf die Themenschwerpunkte Digitalisierung und Ressourcen, darunter Ökonomie und Ökologie in der Kreislaufwirtschaft, konzentrieren.

Der Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Wolfgang-Kaserne hat 29,5 Millionen Euro gekostet. Die Finanzierung teilen sich das Bundesforschungsministerium und das Hessische Wissenschaftsministerium. Die Kosten von 1,5 Millionen Euro für das Grundstück werden vom Land Hessen getragen.   cs.

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