Freibadsaison

Mit dickem Minus in die Halle: Bäder GmbH rechnet mit bis zu 300 000 Euro Mehrkosten nach der Freibadsaison

In der Corona-Freibadsaison blieben das Heinrich-Fischer-Bad (Bild) und das Lindenaubad an vielen Tagen nicht nur aufgrund der begrenzten Zahl an erlaubten Tagesgästen leerer als in den Vorjahren. 
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In der Corona-Freibadsaison blieben das Heinrich-Fischer-Bad (Bild) und das Lindenaubad an vielen Tagen nicht nur aufgrund der begrenzten Zahl an erlaubten Tagesgästen leerer als in den Vorjahren.

Dieses Jahr ist es nicht das Wetter, sondern die Corona-Pandemie und die mit ihr verbundene vorübergehende Schließung, die den Hanauer Freibädern die Bilanz verhagelt hat. Mit Mehrkosten bis zu 300 000 Euro rechnet man derzeit bei der Stadt Hanau. Am kommenden Sonntag, 20. September, endet die Freibadsaison im Heinrich-Fischer-Bad, ab Dienstag, 22. September, geht es in die Halle. Mit neuen Tarifen für die Morgen- und die Abendstunden will die Hanau Bäder GmbH die Schwimmer dorthin locken.

Hanau – So gibt es ab kommender Woche dienstags bis freitags von 6.30 bis 8 Uhr einen Frühtarif von 2,60 Euro für Erwachsene, ermäßigt zahlt man die Hälfte. Das gilt ebenso für den Abendtarif dienstags von 17.30 bis Schließung um 22 Uhr sowie donnerstags von 17.30 bis Schließung um 19 Uhr. Der Früh- und Abendtarif ist laut Mitteilung nicht online buchbar, sondern nur bar an der Kasse bezahlbar.

Der Einzeltarif beträgt wie gewohnt 4,50 Euro für Erwachsene, ermäßigt 2,60 Euro. Und dieser ist auch zukünftig via Internet buchbar. „Aus den Freibadwochen nehmen wir die Erfahrung mit, dass sich die im Internet zu buchenden Eintrittskarten für Einzelbesuche bewährt haben“, wird Bäder-Geschäftsführer Uwe Weier in der Mitteilung zitiert. Daher werde dieses Angebot in der Wintersaison und im kommenden Frühjahr und Sommer beibehalten. Vom 22. September an sind Eintrittskarten auch bar an der Kasse bezahlbar.

Nach der Wiedereröffnung Anfang Juli taten sich beide Bäder zunächst schwer, wie die städtische Pressestelle auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte. So hatte das Heinrich-Fischer-Bad im Juli mit rund 8900 Besuchern einen Rückgang um 52 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu verkraften. Im Großauheimer Lindenaubad waren es mit knapp 4200 Schwimmern sogar 61 Prozent weniger. Der August blieb im Heinrich-Fischer-Bad stabil (mit rund 16 400 Gästen nur acht Prozent weniger gegenüber 2019). Das sei „erfreulich und dem heißen Wetter geschuldet“, so Bürgermeister Axel Weiss-Thiel (SPD) und Uwe Weier gemäß Mitteilung, aber auch dem Corona-bedingten Aufteilen in zwei Besuchszeitfenster pro Tag. Im Lindenaubad waren es etwa 7500 (minus 39 Prozent), was Weiss-Thiel und Weier darauf zurückführen, „dass viele Gäste wohl fälschlicherweise vermuteten, sie würden ohnehin kein Ticket mehr ergattern“.

Auch die bisherigen Septemberzahlen weisen ein Minus auf. Ins Heinrich-Fischer-Bad kamen bis 13. September rund 2800 Besucher (minus 40 Prozent), im Großauheimer Bad waren mit 488 sogar 89 Prozent weniger. Dennoch zeigt sich Weiss-Thiel laut Mitteilung mit der Freibadsaison 2020 „einigermaßen zufrieden in Anbetracht der verkürzten Dauer und der beschränkten Badegastzahl, beides der Pandemie geschuldet“. Die städtische Hanau Bäder GmbH rechnet mit 200 000 bis 300 000 Euro Mehrkosten; genauere Zahlen werde erst der Jahresabschluss ausweisen.

Auch in der Hallensaison gelten im Heinrich-Fischer-Bad Abstands- und -Hygieneregeln: So sind dort gleichzeitig maximal 140 Badegäste einschließlich Schulen, Gruppen und Vereinen möglich. In der Sauna ist die maximale Gästezahl auf 25 pro Zeitfenster begrenzt. Auch in der Sauna gibt es einen Vormittagstarif vergünstigt für 10,50 Euro und für Kinder fünf Euro. Er gilt für das Zeitfenster von 9 bis 14 Uhr von Dienstag bis Samstag sowie sonntags von 8 bis 13.30 Uhr. Der Nachmittags- und Abendtarif beträgt 14,70 Euro und für Kinder 7,50 Euro. Er gilt montags bis samstags von 15 bis 22 Uhr sowie sonntags von 14 bis 20 Uhr. Mittwochs bleiben Schwitzkabinen und Dampfbad allein Frauen vorbehalten. Für Schwimmhalle und Sauna gilt, dass Mehrfach- und Jahreskarten sowie Flat-rates weiterhin nicht nutzbar sind. „Sonst laufen wir Gefahr, dass wir Dauerkartenbesitzern wegen der Begrenzung der Gästezahl womöglich den Einlass verwehren müssten“, begründet Weier.

Weitere Corona-bedingte Regeln: Saunanächte und andere Veranstaltungen der Hanau Bäder GmbH finden derzeit nicht statt – im Unterschied zu Schwimm- und Gymnastikkursen des Aqua Fitness-Clubs unter Einhalten der Corona-Regeln.

Schul- und Vereinsschwimmen wird auch unter Einhalten der Corona-Regeln weiter stattfinden. Wasserattraktionen im Nichtschwimmerbecken des Hallenbads sind nicht nutzbar, um das Verbreiten des Coronavirus zu vermeiden. Damit sich die Abstandsregeln befolgen lassen, ist das Schwimmen im Kreisverkehr auf einer und teilweise auch mehreren Bahnen möglich. Sprungtürme können geöffnet werden. An der Kasse und in den Umkleiden herrscht Maskenpflicht, dagegen nicht auf dem Weg zum und im Becken sowie im Saunabereich.

Nutzbar sein wird für die nächste Zeit im Hanauer Stadtgebiet nur das Heinrich-Fischer-Bad: Im November soll wie berichtet die umfassende Sanierung der Halle des Lindenaubades beginnen, die voraussichtlich bis April 2022 dauern wird. In den Folgejahren ist dann das Heinrich-Fischer-Bad an der Reihe.

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