Große Gefühle bei Moschee-Eröffnung

Besuch des Kalifen sorgt für Tränen

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In einem der zwei großen Gebetsräume wurde die Moschee von Mirza Masroor Ahmad (vorne rechts) zusammen mit den Mitgliedern der Ahmadiyya-Gemeinde eingeweiht. Rund 800 Gäste nahmen an der Eröffnungsfeier teil. Fotos: Müller

Hanau - Bei der Einweihung der Bait-ul-Wahid-Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde stand nicht nur das neue Gebäude mit den zwei Minaretten im Vordergrund. Für die Ahmadi-Muslime war der Besuch ihres spirituellen Oberhaupts, Kalif Mirza Masroor Ahmad, ein ganz besonders Ereignis. Von Steffen Müller

„Es ist nicht selbstverständlich und eine große Ehre, den Kalifen hier empfangen zu dürfen“, strahlt Naweed Ahmad. Der Frankfurter hat sich freiwillig als Ordner gemeldet, um bei der Eröffnung der Bait-ul-Wahid- Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde in Hanau dabei sein zu können. „Anders hätte ich keine Chance gehabt, den Kalifen zu sehen.“ Für Mitglieder der Ahmadiyya-Gemeinde bedeutet der Besuch ihres weltweit obersten Anführers sehr viel. „Er ist die edelste Person für uns“, erklärt Naweed Ahmad; und ein weiteres Gemeindemitglied bestätigt: „Die Möglichkeit, hier zu sein und ihn zu sehen, bedeutet alles für mich. Es ist sehr aufregend. Wir glauben daran, dass der Kalif von Gott bestimmt wurde.“

Bereits bei Ankunft an der Moschee auf dem ehemaligen Aldi-Gelände an der Hafenstraße wird ersichtlich, welche Bedeutung Mirza Masroor Ahmad für die Ahmadiyya-Gemeinde besitzt. Eskortiert von fünf Autos, wird der Kalif, der eigens für die Eröffnung aus seiner Wahlheimat London angereist war, begeistert empfangen. Sicherheitsleute sind seine steten Begleiter. Bei der offiziellen Eröffnung durch ein stilles Gebet steht Mirza Masroor Ahmad auf einem Roten Teppich, auf der Einweihungstafel steht sein Name. Im großen Gebetsraum im Inneren der Moschee folgt ein weiteres Gebet, das der Kalif leitet. Viele Männer haben Tränen in den Augen, als sie mit ihrem Oberhaupt auf dem neu ausgelegten Teppich knien und zu ihrem Gott sprechen.

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Dank des Kaufs und Umbaus des Supermarkts für 1,1 Millionen Euro in eine Moschee stehen den 200 Mitgliedern der Ahmadiyya-Gemeinde in Hanau nun mehrere große Gebetsräume zur Verfügung. Doch auch in der neuen Einrichtung ist bei der Eröffnung kaum Platz. Eng an eng drängen sich die Ahmadi-Muslime in ihrem Gebetsraum. So viele Gläubige sind gekommen, um ihr geistliches Oberhaupt zu erleben. Allerdings sind unter den gut 800 Gästen auch viele Nicht-Muslime. Politische Vertreter aus Stadt, Kreis und Land sind der Einladung gefolgt. Die Mehrheit der geladenen Gästen stammt nicht aus der Ahmadiyya-Gemeinde. Dies zeige, dass in Hanau eine Offenheit herrsche und „wir hier willkommen sind“, sagt der Kalif in seiner Rede im Festzelt.

Bait-ul-Wahid Moschee eröffnet: Bilder

Dort steht auf einem Plakat geschrieben „Die Liebe zum Land ist ein Teil des Glaubens“. Und das stellte Mirza Masroor Ahmad in seiner Ansprache heraus. „Ahmadiyya-Muslime haben hohe moralische Werte. Wir sind hilfsbereit und achten unsere Nachbarn. Wir wollen eine harmonische und liebevolle Atmosphäre schaffen und stiften keinen Unfrieden.“ Einen Dank richtete der Kalif an Hanau für die „aufgebrachte Mühe und die Harmonie“, die zwischen Stadt und Muslimen herrsche. Hanau könne sich glücklich schätzen, dass hier eine friedliche und harmonische Gemeinschaft zusammenhalte.

Das spirituelle Oberhaupt der Ahmadiyya-Gemeinde, Kalif Mirza Masroor Ahmad, eröffnete an der Hafenstraße die Bait-ul-Wahid-Moschee und begeisterte bei seinem Besuch die Gläubigen.

„Hanau hat eine lange Tradition in Offenheit und Toleranz“, erinnert Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) an die Ansiedlung calvinistischer Glaubensflüchtlinge und der Hugenotten sowie an die Aufnahme vieler Gastarbeiter. „Die Zugezogenen sind ein integraler und wichtiger Bestandteil unserer Bevölkerung“, weist der OB auf die 127 in der Stadt vertretenden Nationalitäten hin, die in Hanau im Einklang zusammenleben. Mit den zwei zwölf Meter hohen Minaretten hat Hanau nun auch ein optisches Symbol, das dieses bunte Miteinander unterstreicht.

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