„Solidarität statt Spaltung“

Musik und Infos: Initiativbündnis feiert Fest

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Gut besucht war das Solidaritätsfest in den Räumen des DGB in der Willy-Brandt-Straße 23. Zum Gelingen des Abends trugen auch Musiker aus Syrien bei.

Hanau - Über ein volles Haus konnte sich das „Initiativbündnis Solidarität statt Spaltung“ am Freitagabend bei seinem Solidaritätsfest in den derzeitigen Räumen des DGB in der Willy-Brandt-Straße 23 freuen.

Gutes Essen, Musik, Informationen rund um die Initiative und viel Raum zum Austausch bestimmten den Abend. Seit eineinhalb Jahren ist das Initiativbündnis in Hanau aktiv. „Um Öffentlichkeit herzustellen,“ sagt Ulrike Eifler, Geschäftsführerin des DGB Südosthessen. Eine Öffentlichkeit, in der zuletzt eindeutig populistische Töne insbesondere gegen die Aufnahme von Flüchtlinge den Ton bestimmten. Ein Zustand, der nicht länger hinnehmbar sei.

Mit dem „Parcour der Solidarität“ auf dem Freiheitsplatz hatte das Bündnis im vergangenen Jahr bereits deutlich eine öffentliche Gegenposition bezogen. Bei der Premiere waren es um die 30 Menschen, die daran teilgenommen haben, erinnerte Hagen Kopp von der Initiative „Lampedusa in Hanau.“ Bei der zweiten Auflage im Oktober seien es schon mehr als 100 Teilnehmer gewesen. Die Hoffnung darauf, dass die Aktion, die in diesem Jahr fortgesetzt werden soll, noch größere Kreise ziehen wird, scheint berechtigt.

Auch weil die Aufnahme vieler aus ihren unsicheren Heimatländern geflohenen Menschen nur ein Aspekt der Arbeit des Initiativbündnisses ist. „Denn es gibt kein Flüchtlingsproblem,“ so Hagen Kopp, „es gibt in unserer Gesellschaft nur ein Gerechtigkeitsproblem.“ Und um dieses zu lösen, gelte es auch, umfassendere gesellschaftlich relevante Bereiche im Auge zu haben. Die Förderung des sozialen Wohnungsbaus etwa, damit bezahlbarer Wohnraum im nötigen Umfang zur Verfügung steht. Gleiche Rechte am Arbeitsmarkt und in der Berufsausbildung müssten eingeräumt werden. Die Einrichtung effektiver Sprachkurse, unabhängig vom Herkunftsland, sei eine absolute Notwendigkeit. Ebenso die Sicherung gleicher Rechte und Chancen in der Schulausbildung, die den aktuellen Erfordernissen weit hinterher hinke, wie Manfred Wagner von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zu berichten wußte.

Zustände, für deren Änderung sich das Initiativbündnis, bestehend unter anderem aus DGB, Einzelgewerkschaften, dem Runden Tisch für bezahlbares Wohnen, dem Rhein-Main-Bündnis gegen Sozialabbau und Billig-löhne, der Flüchtlingshilfsorganisation „Lampedusa in Hanau“ und der Initiative „Kein Mensch ist illegal“ angehören, sich stark macht und eine breite Öffentlichkeit erreichen will. Denn der gesellschaftliche Ton „verschärft sich,“ meint Ulrike Eifler. Sie sieht gar die Gefahr dass die „Gesellschaft kippen“ könnte. Das Initiativbündnis wolle da gegensteuern.

Unter anderem auch mit einer Konferenz am 30. April, in deren Verlauf Thomas Gebauer von Medico International und Jochen Nagel vom hessischen GEW Vorstand in Referaten genügend Impulse für Workshops geben werden, die „Idee einer solidarischen Stadt“ zu entwickeln, wie Hagen Kopp es formulierte. Das Fest am Freitag zumindest war ein gutes Beispiel für gelebte Solidarität. Auch in kultureller Hinsicht. Neben Beiträgen der beiden syrischen Musiker Waden Mashrki an der Oud und Wassim Esber an der Darbuka trat der DGB-Chor auf. Auch wurden einigen Kurzfilme über Flucht und Vertreibung präsentiert. (dk)

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