NABU lud ein zur Fledermaus-Exkursion

Flinke Flieger im Dunkel der Nacht

Steinheim - Ohne technische Hilfsmittel sind sie für Menschen nicht hörbar und wegen ihrer Schnelligkeit kaum sichtbar: Fledermäuse. Die kleinen, nachtaktiven Flug-Säugetiere sind faszinierende Geschöpfe. Das wurde auch deutlich bei einer Fledermaus-Exkursion des Steinheimer NABU.

Anhand von Bildern erläuterte Fledermaus-Experte Hartmut Müller die Lebensweise der „Kobolde der Nacht“, die auch im Steinheimer Naturschutzgebiet zahlreich zu beobachten sind. 

„Im Naturschutzgebiet sind sehr viele Fledermäuse um uns herum geflattert. Dabei haben sich unsere Detektoren bewährt“, resümierte der Steinheimer NABU-Vorsitzende Norbert Weber die jüngste Exkursion. „Wir hatten an die 50 visuelle und dank der Detektoren auch hörbare Fledermauskontakte.“ Geleitet wurde der naturkundliche Abendspaziergang durch die Steinheimer Gemarkung vom Seligenstädter Fledermaus-Experten Hartmut Müller. Mit Detektoren gelang es, den Ultraschall der Insekten jagenden Säugetiere als Klicklaute hörbar zu machen. Die fliegenden Säugetiere bringen es - je nach Art - auf um die 20 Gramm Gewicht.

„Eine Fledermaus muss jede Nacht etwa ein Drittel ihres Körpergewichts an Nahrung zu sich nehmen“, berichtete der Experte. Von den 27 in Deutschland nachgewiesenen Fledermausarten seien immerhin 23 auch in Hessen heimisch, erläuterte Müller. Eine der größten Gefahren für die „Kobolde der Nacht“ gehe übrigens inzwischen von den Rotorblättern der Windkraftanlagen aus. Schätzungen besagten, dass mittlerweile an die 250.000 Fledermäuse jährlich durch Windräder getötet würden.

Bevor Hartmut Müller die Ortungslaute im Steinheimer Wald und am Naturschutzgebiet „Am Rauen See“ mittels Detektoren hörbar machte, kontrollierte er sechs an Bäumen aufgehängte Fledermauskästen. Und weil das Öffnen der Übernachtungsquartiere stets Überraschungen mit sich bringen kann, klopfte Müller vorsichtshalber „höflich“ am Kasten an. Denn durch die Erschütterungen beim Klopfen lassen sich am Einflugloch zuerst die Hornissenwächterinnen blicken, sollte sich im Kasten ein ebensolches Volk befinden. Dann gilt es für den Fledermaus-Schützer, möglichst schnell zu verschwinden. Doch diesmal blieben derart unliebsame Überraschungen aus.

„Die exakte Bestimmung der Fledermäuse im Flug ist nicht leicht“, weiß NABU-Vorsitzender Norbert Weber. Denn immerhin fliegen die kleinen Säuger bis zu 60 Stundenkilometer schnell. Im Steinheimer Naturschutzgebiet wurden unter anderem die Zwergfledermaus, die Wasserfledermaus und das Kleine Mausohr beobachtet. Aber auch das braune Langohr, das große Mausohr, die Rauhautfledermaus und eher selten die Hufeisennase seien hier anzutreffen.  (hoh)

Rubriklistenbild: © Hackendahl

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