CDU sieht Aufklärungsbedarf im Rathaus

Nach Cyberattacke: „PCs der Bürger infiziert?“

Hanau - Aufklärungsbedarf seitens des Rathauses sieht die Hanauer CDU-Fraktion in Sachen Hackerangriff auf einen städtischen Server, der dazu geführt hat, dass das Online-Angebot der Stadt Hanau und ihrer Gesellschaften bereits seit dem 31. Oktober lahmgelegt ist. Für die CDU bleiben noch viele Fragen offen.

Die Ausführungen von Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) zu diesem Thema in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung waren nach Auffassung der Union „sehr spärlich“. Nach den Aussagen des Oberbürgermeisters seien „Anpassungen“ vorgenommen worden. „Wir fragen uns, in welcher Frequenz die Anpassungen auf Sicherheit überprüft wurden und wann ein erster Angriff aus dem Februar 2015 entdeckt worden ist“, erklärte der CDU-Stadtverordnete Helge Messner. In der Stadtverordnetenversammlung hatte OB Kaminsky berichtet, dass Untersuchungen ergeben hätten, dass der fragliche Server bereits im Februar 2015 Ziel einer Hackerattacke gewesen sei, dies aber keine Auswirkungen gehabt habe.

Zwar habe Kaminsky versichert, dass keine sensiblen und personenbezogenen Daten gehackt worden seien, dennoch wäre es aus Sicht der CDU wichtig zu erfahren, ob Anfragen, die Bürger über die Webseiten gestellt haben, in einer Datenbank gesichert wurden und inwiefern gesichert sei, dass nicht die gesamte Datenbank als Kopie heruntergeladen wurde.

Auch beschäftigt die Union der mögliche Einsatz von Schadsoftware. „Bei vielen Cyberattacken wird eine Schadsoftware auf den Servern eingefügt. Ist sichergestellt, dass ein derartiger Code nicht auch über die Webseite Hanau.de eingefügt wurde, sodass Bürgerinnen und Bürger sich möglicherweise über die Webseiten der Stadt eine Schadsoftware auf den eigenen Computer geladen haben?“, will der CDU-Stadtverordnete Matthias Hartmann wissen.

Größtes Hackertreffen Europas: Emotionaler Auftakt

Die Einschaltung des Landeskriminalamts (LKA) lobt die CDU ausdrücklich. Gleichzeitig plädiert sie dafür, der Stadtverordnetenversammlung das Ergebnis der Forensiker zur Verfügung zu stellen. „Hacker benutzen gern solche Angriffe, um weitere Schadsoftware auf den Computern der Webseitenbesucher zu platzieren, daher ist für die Bürgerinnen und Bürger in diesem Bereich vielmehr Transparenz seitens des Oberbürgermeisters nötig“, kritisieren Messner und Hartmann das Krisenmanagement des OB. (did)

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